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Bundesländer wollen stärkeren Schutz vor Netz-Mutproben

Bundesländer fordern ein schärferes Strafrecht für Mutproben wie Blackout-Challenges und wollen Kinder und Jugendliche besser vor Online-Gefahren schützen.

Fakten im Überblick

Die Bundesländer fordern mehr Schutz von Minderjährigen vor gefährlichen Mutproben im Internet.

Konkret geht es um Blackout-Challenges, bei denen sich Jugendliche bis zur Ohnmacht würgen.

Die Entschließung wird der Bundesregierung vorgelegt, die über eine Umsetzung entscheidet.

Würgen bis zur Ohnmacht vor laufender Kamera – immer wieder erreichen solche gefährlichen Mutproben Schulen und Familien in Deutschland. Die Bundesländer haben sich nun geschlossen für besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet stark gemacht. Auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen fasste die Länderkammer eine Entschließung, die eine Änderung des Strafrechts fordert. Nach Einschätzung der Länder gibt es aktuell Strafbarkeitslücken, wenn Minderjährige dazu gebracht werden, sich schwer selbst zu schädigen oder sich das Leben zu nehmen, sofern dies digital und ohne Drohungen, Täuschung oder Nötigung geschieht. Das geltende Recht greife lediglich dort, „wo getäuscht, gedroht oder genötigt“ werde, heißt es aus der Länderkammer. Doch oft erfolgt die Einflussnahme durch schleichenden Vertrauensaufbau und stetige Verschiebung von Grenzen – eine Situation, für die bislang kein ausreichender Schutz besteht.

Im Fokus der Entschließung stehen vor allem sogenannte Blackout-Challenges, bei denen sich Kinder und Jugendliche vor laufender Kamera selbst oder gegenseitig bis zur Ohnmacht würgen. Die Länder warnen vor schweren Verletzungen, bleibenden Hirnschäden und auch tödlichen Folgen solcher Mutproben. Die Entschließung liegt nun bei der Bundesregierung, die entscheiden muss, ob und wie sie die vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzt. Unabhängig von der weiteren Entwicklung machen die Bundesländer auf die gefährlichen Dynamiken aufmerksam, die digitale Medien für junge Menschen mit sich bringen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Mehr Rechtsschutz gegen gefährliche Trends nötig

Die Warnungen der Bundesländer zeigen die Dringlichkeit, Minderjährige vor Manipulation und gefährlichen Mutproben im Netz besser zu schützen. Das bestehende Strafrecht versagt oft dort, wo subtile Formen der Einflussnahme wirken. Die Initiative, auch gezielte digitale Verleitung strafrechtlich klar zu erfassen, ist ein längst überfälliger Schritt. Nur so lassen sich Schutzlücken schließen und ein deutliches Signal senden, dass das Leben und die Gesundheit junger Menschen nicht Spielball destruktiver Online-Trends sein dürfen. Sollte die Bundesregierung hier nicht aktiv werden, wird die öffentliche Debatte weiter an Fahrt aufnehmen. Es ist zu erwarten, dass gesellschaftlicher und medialer Druck die Politik zu konkreten Maßnahmen bewegt.

Historischer Hintergrund

Selbstgefährdende Mutproben unter Jugendlichen gab es bereits vor dem Internet, doch mit sozialen Medien haben sie sich weiterverbreitet. Blackout-Challenges sind international verbreitet und sorgen in verschiedenen Ländern regelmäßig für Schlagzeilen. In Deutschland haben Landesregierungen und Länderkammer das Thema wiederholt aufgegriffen, um bestehende Strafrechtslücken zu schließen.

Zukunftsprognose

Sollte die Bundesregierung die Vorschläge der Länder aufnehmen, würden gezielte digitale Anstiftungen zu selbstschädigenden Handlungen künftig effektiver verfolgt werden können. Das könnte den juristischen Schutz für Kinder und Jugendliche stärken und Eltern mehr Sicherheit geben. Gesellschaftlich ist eine verstärkte Diskussion über die Verantwortung digitaler Plattformen zu erwarten. Sollte keine Anpassung erfolgen, bleibt die Strafbarkeitslücke bestehen und das Thema dürfte auf der politischen Agenda bleiben.

Erklärungen

Was ist die Blackout-Challenge

Die Blackout-Challenge ist eine gefährliche Internet-Mutprobe, bei der sich Jugendliche selbst oder gegenseitig so lange würgen, bis sie das Bewusstsein verlieren. Solche Handlungen können schwere gesundheitliche Schäden bis hin zu tödlichen Unfällen verursachen und werden meist per Video verbreitet.

Was ist eine Entschließung in der Länderkammer

Eine Entschließung ist eine formelle politische Willenserklärung der Länderkammer. Sie richtet sich an die Bundesregierung und fordert diese auf, eine bestimmte Thematik gesetzlich zu regeln.

OZD-Extras

Die 'Blackout-Challenge' ist ein weltweites Phänomen und hat zu mehreren Todesfällen geführt. Wirtschaftliche und Finanzmärkte sind davon nicht unmittelbar betroffen; Versicherungen oder Gesundheitssektor sehen verstärkten Beratungsbedarf. Bisher übt vor allem die öffentliche Debatte Druck auf Plattformen aus, gefährliche Inhalte schneller zu löschen.

Gewinnspiel

Wogegen richtet sich die aktuelle Entschließung der Bundesländer?

A) Gefährliche Mutproben im Internet

B) Schulpflichtverletzungen

C) Cyberangriffe auf Unternehmen

D) Staus auf Autobahnen

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.