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Mehr Extremisten in Deutschland mit Waffenerlaubnis gemeldet

Die Zahl der Extremisten mit Waffenerlaubnis ist trotz neuer Gesetze gestiegen. Rechtsextreme und "Reichsbürger" besitzen die meisten Waffen.

Fakten im Überblick

Mehr als 1600 Extremisten in Deutschland hatten 2025 eine Waffenerlaubnis.

Trotz verschärfter Gesetze ist die Zahl weiter gestiegen.

Die meisten Waffen besitzen Rechtsextreme und sogenannte Reichsbürger.

Die Zahl der Extremisten mit Waffenerlaubnis in Deutschland ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen, obwohl die Bundesregierung das Waffenrecht verschärft hat. Nach Recherchen des NDR verfügten Ende 2025 mehr als 1600 Extremisten über eine waffenrechtliche Erlaubnis. Für das Jahr 2024 war laut einer früheren Abfrage bereits von mindestens 1500 Extremisten mit Waffenschein die Rede. Besonders auffällig ist, dass der Großteil dieser Personen dem rechtsextremen Spektrum oder der sogenannten "Reichsbürger"-Szene zugerechnet werden, wie die Sender-Recherche unter Berufung auf Daten aller Innenministerien der Länder zeigte.

Auch Linksextremisten, radikale Querdenker und Islamisten wurden mit Waffenerlaubnissen registriert. Die tatsächliche Zahl der betroffenen Personen wird allerdings noch höher eingeschätzt, da laut Bericht nicht alle Bundesländer vollständige Daten übermittelt haben. Unklar bleibt zudem die genaue Anzahl der Schusswaffen in den Händen von Extremisten. Nur elf Bundesländer konnten hierzu Angaben machen. Fest steht aber, dass es mindestens 3000 Schusswaffen sind, wobei Rechte und "Reichsbürger" die meisten besitzen. Bereits 2024 befanden sich mehr als 4000 Schusswaffen im Besitz von Rechtsextremen, Selbstverwaltern und Personen, die den Staat delegitimieren wollen, wie eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zeigt.

Im Jahr 2025 wurden rund 250 Mal Waffenerlaubnisse von Extremisten entzogen. Weil zwei Bundesländer hierzu keine gesicherten Zahlen lieferten, dürfte die tatsächliche Zahl noch darüber liegen. Im Vorjahr lag die Menge der entzogenen Erlaubnisse allein bei Neonazis, "Reichsbürgern" und Selbstverwaltern bei 360 Fällen. Der Entzug von Waffenlizenzen gestaltet sich jedoch komplex und wird häufig vor Gerichten angefochten. Die Bundesregierung hatte 2024 das Waffenrecht noch einmal verschärft, um Extremisten den Zugang zu Waffen weiter zu erschweren. Unter anderem wurde festgelegt, dass eine Zuverlässigkeitsprüfung durch ein erweitertes Behördennetz erfolgt und der Katalog für waffenrechtliche Versagungsgründe auf staatsgefährdende und extremistische Straftaten ausgeweitet wird.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Waffen gehören nicht in die Hände von Extremisten

Dass trotz der Gesetzesverschärfung wieder mehr Extremisten eine Waffenerlaubnis besitzen, ist ein deutliches Warnsignal. Wenn die meisten dieser Personen aus dem rechtsextremen oder aus dem "Reichsbürger"-Spektrum stammen, unterstreicht das die Dringlichkeit, Lücken im Kontrollsystem zu schließen. Behörden sind gefordert, konsequenter zu handeln und die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Der Schutz der Gesellschaft darf keinesfalls der Unsicherheit bürokratischer Prozesse zum Opfer fallen. Die häufigen Rechtsstreitigkeiten beim Entzug von Waffenscheinen zeigen, wie ausgefeilt das deutsche Rechtssystem ist – gleichzeitig droht hier aber eine gefährliche Blockade wichtiger Sicherheitsmaßnahmen. Es ist zu erwarten, dass politische und gesellschaftliche Debatten über das restriktive Waffenrecht weiter an Schärfe gewinnen. Die kommenden Jahre dürften zeigen, ob eine noch konsequentere Umsetzung und Kontrolle zu einem echten Rückgang der Extremistenzahlen mit Waffenerlaubnis führen werden.

Historischer Hintergrund

Seit Jahren sind die Sicherheitsbehörden zunehmend alarmiert, weil immer mehr Personen aus extremistischen Szenen legal Waffen besitzen. Besonders nach öffentlichkeitswirksamen Vorfällen und Anschlägen erregte das Thema wiederholt bundesweite Aufmerksamkeit. Bereits 2024 reagierte die Bundesregierung mit einer Verschärfung des Waffenrechts, wobei vor allem die Zuverlässigkeitsprüfung für Waffenerlaubnisse überarbeitet und erweitert wurde. Der Fokus lag dabei auf verschiedenen Spektren, von Rechtsextremen über "Reichsbürger" bis hin zu Linksextremisten und radikalisierten Einzelpersonen. Die Bundesregierung wertet regelmäßig Daten aus den Bundesländern aus, um einen Überblick über Entwicklungen und Gefahren zu behalten.

Zukunftsprognose

Sollte der Trend anhalten, könnten politische und gesellschaftliche Forderungen nach noch strengeren Waffengesetzen lauter werden. Die Sicherheitsbehörden werden vermutlich stärker auf Präventionsarbeit und digitale Vernetzung setzen. Wirtschaftlich wäre mit einer noch stärkeren Kontrolle des Waffenmarktes auch für legale Händler zu rechnen. International dürfte das deutsche Vorgehen bei Extremisten mit Waffenerlaubnis weiter beobachtet werden und als Vorbild für andere europäische Staaten dienen. Die Entwicklung der nächsten Jahre hängt stark von der wirksamen Umsetzung bestehender und künftiger Gesetze ab.

Erklärungen

Was ist eine waffenrechtliche Erlaubnis?

In Deutschland benötigen Privatpersonen eine waffenrechtliche Erlaubnis, um Schusswaffen besitzen oder erwerben zu dürfen. Die Erteilung hängt von einer behördlichen Zuverlässigkeitsprüfung ab.

Wer sind Reichsbürger?

Der Begriff "Reichsbürger" bezeichnet Gruppen oder Einzelpersonen, die die Legitimität der Bundesrepublik Deutschland in Frage stellen und das aktuelle politische System ablehnen. Sie treten häufig durch besonders staatsfeindliche Einstellungen und Aktivitäten auf.

OZD-Extras

Die tatsächliche Zahl der Schusswaffen bei Extremisten dürfte höher sein, weil nicht alle Bundesländer vollständige Daten liefern konnten. Die Börse reagiert gewöhnlich nicht direkt auf sicherheitspolitische Berichte wie diese, doch politische Unsicherheit kann langfristig das Investitionsklima beeinflussen.

Gewinnspiel

Wie viele Extremisten mit Waffenerlaubnis meldet der NDR für 2025?

A) Mehr als 1600

B) Etwa 1000

C) Gut 500

D) Ungefähr 200

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.