Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de
Diesen Artikel teilen

Schüsse in Pariser Vorstädten: Ein Toter und fünf Verletzte

Nach einer tödlichen Schussserie in zwei Pariser Vorstädten befindet sich der mutmaßliche Täter wieder in Polizeigewahrsam. Der 39-Jährige bestreitet ein rassistisches Motiv.

Fakten im Überblick

Bei Schüssen in Trappes und La Verrière wurde ein 26-jähriger Mann getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt.

Der 39-jährige Verdächtige bestreitet nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht die Tat, wohl aber ein rassistisches Motiv.

Nach einer psychiatrischen Untersuchung wurde der Mann erneut in Polizeigewahrsam genommen.

Nach dem tödlichen Schusswaffenangriff in zwei westlich von Paris gelegenen Städten befindet sich der mutmaßliche Täter erneut in Polizeigewahrsam. Der 39-jährige Kevin T. bestreitet nach Angaben des französischen Anti-Terror-Staatsanwalts Olivier Christen nicht die Tat selbst, wohl aber deren rassistischen Charakter. Zuvor war der Verdächtige vorübergehend in die Psychiatrie eingewiesen worden.

Bei einer erneuten Untersuchung seien keine Anzeichen von Halluzinationen oder Wahnvorstellungen festgestellt worden, erklärte Christen. Eine zwangsweise stationäre Behandlung sei daher nicht erforderlich. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wird der Mann wegen Schizophrenie behandelt. Bei ihm wurden zudem Spuren von Cannabis und Kokain nachgewiesen. Der Polizeigewahrsam kann nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis Donnerstag dauern.

Der 39-Jährige soll am Freitag vom Auto aus an acht verschiedenen Orten in Trappes und La Verrière auf Menschen geschossen haben. Dabei wurde der 26-jährige Pengo Bossio Wangi getötet. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Drei Verletzte befanden sich am Montag weiterhin im Krankenhaus. Ein schwer verletztes Mädchen schwebte inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen fanden Ermittler unter anderem eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf", eine Bibel und einen Koran. Staatsanwalt Christen widersprach zugleich Medienberichten, wonach in dem Auto des Mannes politische Flugblätter gefunden worden seien. Welche Bedeutung die in der Wohnung gefundenen Gegenstände für die Ermittlungen haben, geht aus der vorliegenden Meldung nicht hervor.

Vier Angehörige und Bekannte des Verdächtigen waren zwischenzeitlich ebenfalls festgenommen worden. Sie wurden inzwischen wieder freigelassen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat als "rassistischen Terroranschlag". Auch die Anwältin der Familie des getöteten Pengo Bossio Wangi erklärte, der Angreifer habe Menschen wegen ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Herkunft ins Visier genommen. Der Beschuldigte selbst bestreitet dagegen nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein rassistisches Motiv.

Am Montagabend gedachten hunderte Menschen in mehreren französischen Städten der Opfer. In Paris, Marseille und Lyon fanden Demonstrationen statt.

OZD/AFP

OZD-Kommentar - Das Motiv bleibt Gegenstand der Ermittlungen

Ein Mensch wurde getötet, fünf weitere wurden verletzt. Die Tat selbst bestreitet der Verdächtige nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht.

Offen und für die weitere juristische Bewertung entscheidend ist jedoch die Frage nach dem Motiv.

Präsident Emmanuel Macron spricht von einem "rassistischen Terroranschlag". Die Anwältin der Familie des Getöteten sieht ebenfalls einen Zusammenhang mit der tatsächlichen oder vermeintlichen Herkunft der Opfer. Der Verdächtige weist dagegen ein rassistisches Motiv zurück.

Die Ermittler müssen nun klären, welche Erkenntnisse sich zu den Hintergründen der Tat belastbar nachweisen lassen.

Historischer Hintergrund

Die Schüsse fielen am Freitag in Trappes und La Verrière westlich von Paris.

Nach Angaben der Ermittler schoss der Verdächtige aus einem Auto heraus an insgesamt acht verschiedenen Orten auf Menschen.

Der 26-jährige Pengo Bossio Wangi wurde getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt.

Nach seiner Festnahme wurde der Verdächtige zunächst psychiatrisch untersucht. Anschließend kam er erneut in Polizeigewahrsam.

Was sagt der Verdächtige?

Nach Angaben des französischen Anti-Terror-Staatsanwalts bestreitet der 39-Jährige die Tat selbst nicht.

Er weist jedoch die Darstellung zurück, dass sein Vorgehen rassistisch motiviert gewesen sei.

Der Polizeigewahrsam kann bis Donnerstag fortgesetzt werden.

Was sagt die Staatsanwaltschaft zur psychiatrischen Untersuchung?

Bei einer erneuten Untersuchung wurden laut Staatsanwalt Olivier Christen keine Anzeichen von Halluzinationen oder Wahnvorstellungen festgestellt.

Eine zwangsweise stationäre psychiatrische Behandlung sei deshalb nicht notwendig.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wird der Mann wegen Schizophrenie behandelt.

Diese medizinische Information erlaubt für sich genommen keine Schlussfolgerung über Motiv oder strafrechtliche Verantwortlichkeit.

Was wurde bei dem Verdächtigen gefunden?

In der Wohnung des Mannes stellten Ermittler unter anderem eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf", eine Bibel und einen Koran sicher.

Welche Bedeutung diese Gegenstände für die Ermittlungen haben, ist bislang offen.

Der Staatsanwalt widersprach außerdem Medienberichten, wonach politische Flugblätter im Auto des Verdächtigen gefunden worden seien.

Zukunftsprognose

Die Ermittlungen werden sich insbesondere auf das Motiv und die Hintergründe der Schussserie konzentrieren.

Der Polizeigewahrsam kann bis Donnerstag dauern.

Dabei dürfte auch geprüft werden, ob sich die Einschätzung eines rassistischen Motivs durch weitere Ermittlungsergebnisse stützen lässt.

Die vorliegende Meldung enthält noch keine abschließende juristische Bewertung des Motivs.

OZD-Extra - Gedenken in mehreren französischen Städten

Der Fall hat über die beiden Tatorte hinaus Reaktionen ausgelöst.

Am Montagabend versammelten sich hunderte Menschen in Paris, Marseille und Lyon.

Die Demonstrationen erinnerten an den getöteten Pengo Bossio Wangi und die weiteren Opfer der Schussserie.

Währenddessen gehen die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat weiter.

Gewinnspiel

In welchen beiden Städten ereignete sich die Schussserie?

A: Trappes und La Verrière

B: Marseille und Lyon

C: Nizza und Cannes

D: Lille und Roubaix

Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.