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FBI beschuldigt Nordkorea beim Milliarden-Hack gegen Binance

Nordkoreanische Hacker haben laut FBI Binance um über sechs Milliarden Dollar erleichtert. Die Kryptobörse kämpft mit Folgen und sichert Ersatz zu.

Fakten im Überblick

Das FBI macht Nordkorea und die Gruppe TraderTraitor für den Binance-Hack verantwortlich.

Binance stellte bereits für 90 Prozent der gestohlenen Kryptowerte Ersatz bereit.

Nach dem Angriff verloren Bitcoin, Ether und BNB innerhalb kurzer Zeit deutlich an Wert.

Der bisher größte Diebstahl von Kryptowährungen erschüttert die internationale Finanzwelt: Laut US-Bundespolizei FBI wurden bei einem Angriff auf die weltgrößte Kryptobörse Binance mehr als sechs Milliarden Dollar entwendet. Das FBI beschuldigt die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor, die Beute ins Ethereum-Netzwerk verschoben und über dezentrale Finanzdienste verschleiert zu haben. Das FBI veröffentlichte am Samstag 500 Ethereum-Adressen, die für Geldwäsche genutzt wurden, und fordert alle Branchenteilnehmer auf, Transaktionen mit diesen Adressen zu stoppen.

Binance hatte den Hackerangriff bereits am Donnerstag öffentlich gemacht. Nach eigenen Angaben wurden Kryptowerte im Wert von 6,3 Milliarden Dollar entwendet. Das Unternehmen bestätigte, dass bereits Mittel bereitgestellt wurden, um 90 Prozent der gestohlenen Werte zu ersetzen und erklärte: "Unsere Zusage bleibt unverändert: Binance wird die finanziellen Folgen der bei diesem Vorfall gestohlenen Vermögenswerte vollständig übernehmen". Für die restlichen zehn Prozent müssten Nutzer noch mehr Geduld aufbringen, da diese Kryptowerte schwerer zugänglich seien. Um den Diebstahl einzudämmen, hatten Binance-Partner rund drei Milliarden Dollar eingefroren. Trotz der Krise versicherte Binance, Auszahlungen könnten bald wieder aufgenommen werden.

Nach Einschätzung von Binance handelte es sich um einen "komplexen Angriff" mit mehreren Einfallstoren. Hinweise auf einen Diebstahl privater Schlüssel für Krypto-Konten liegen bisher nicht vor. Möglicherweise nutzten die Angreifer den Laptop eines Mitarbeiters als Zugang. Bereits die Analysefirma TRM Labs setzte TraderTraitor früh unter Verdacht. Auch US-Präsident Donald Trump erklärte zuvor, eine Beteiligung Nordkoreas werde geprüft. Die Gruppe gilt als Teil des berüchtigten Lazarus-Netzwerks, das seit Jahren in Verbindung zu den nordkoreanischen Geheimdiensten steht und beispielsweise auch für einen Angriff auf Sony Pictures 2014 verantwortlich gemacht wird.

Für Nordkorea ist Cyberkriminalität angesichts strenger internationaler Sanktionen ein Baustein seiner Außenpolitik. Die Cyberkriegseinheit "Büro 121" der nordkoreanischen Armee soll laut US-Bericht etwa 6000 Personen beschäftigen, oft im Ausland tätig. Infolge des Binace-Hacks verloren die Kryptowährungen Bitcoin, Ether und BNB an den Märkten spürbar an Wert. Binance selbst meldet 335 Millionen Nutzer weltweit und stemmt sich nun entschlossen gegen die finanziellen Folgen des beispiellosen Cyberangriffs.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Nordkoreanische Hacker und die globale Gefahr für Kryptomärkte

Der Mega-Diebstahl bei Binance führt schonungslos vor Augen, wie verwundbar selbst die größten Akteure im Kryptomarkt sind. Besonders alarmierend ist dabei die Tatsache, dass eine mutmaßlich staatlich gesteuerte Hackergruppe aus Nordkorea ein derartiges Chaos anrichten kann. Für Nordkorea ist Cyberkriminalität offenbar längst Teil der Strategie, internationale Sanktionen zu umgehen und das Regime zu finanzieren. Während sich Binance tapfer bemüht, die Schäden für Kunden auszugleichen, offenbart der Angriff die Schwächen dezentraler Finanzsysteme, die es Kriminellen durch zunehmend komplexe Methoden ermöglichen, Spuren zu verwischen. Ein entscheidender Punkt ist die Forderung des FBI an andere Kryptobörsen, verdächtige Transaktionen konsequenter zu blockieren. Sollte die Branche keine effektiven Gegenmaßnahmen entwickeln, könnte das Vertrauen und damit letztlich auch die Liquidität am Kryptomarkt empfindlich leiden. Es ist wahrscheinlich, dass künftig strengere Kontrollen und staatliche Aufsicht über Kryptotransaktionen gefordert werden – nicht nur in den USA, sondern weltweit.

Historischer Hintergrund

Kryptowährungen sind schon seit ihren Anfängen Ziel von Cyberangriffen. Besonders Nordkorea wird immer wieder mit spektakulären Hacks in Verbindung gebracht. Die Hackergruppe Lazarus, der das FBI nun auch TraderTraitor zuordnet, machte schon 2014 durch einen Angriff auf Sony Pictures von sich reden. Die internationalen Sanktionen gegen das nordkoreanische Regime und dessen Nuklearprogramm haben dazu geführt, dass Cyberkriminalität – ausgeführt unter anderem durch die Einheit "Büro 121" – für den Devisenerwerb eine wichtige Rolle spielt. Das dezentrale und schwer überprüfbare Geflecht der Kryptomärkte macht solche Angriffe besonders attraktiv.

Zukunftsprognose

Es ist wahrscheinlich, dass größere Kryptobörsen nach dem Fall Binance ihre Schutzmaßnahmen weiter ausbauen und enger zusammenarbeiten müssen. Die politische Dimension der Angriffe deutet zudem darauf hin, dass vor allem die USA den Druck auf internationale Kryptodienstleister erhöhen werden, sich stärker an Sanktionen und Sicherheitsauflagen zu halten. Auch die Nutzer werden wohl mit häufigeren Zugangskontrollen und strengeren Prüfungen leben müssen. Weltweit könnte das Vertrauen in Kryptowährungen zwar kurzfristig leiden, mittelfristig aber könnten auch neue, robuster regulierte Angebote entstehen. Die Unsicherheit an den Märkten zeigt sich bereits – Preisschwankungen bei Bitcoin, Ether und BNB könnten sich kurzfristig verstärken.

Erklärungen

Was ist Binance?

Binance ist nach Handelsvolumen die weltweit größte Kryptobörse. Nutzer können dort mit Bitcoin, Ether und anderen digitalen Währungen handeln. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 335 Millionen Nutzer weltweit.

Wer steckt hinter TraderTraitor?

TraderTraitor ist eine vom FBI und Analysefirmen identifizierte Hackergruppe, die dem nordkoreanischen Lazarus-Netzwerk zugeordnet wird. Sie wird von Experten für mehrere groß angelegte Cyberangriffe verantwortlich gemacht.

Was ist die Lazarus-Gruppe?

Lazarus ist eine bekannte Hackergruppe, die mit Nordkoreas Geheimdiensten in Verbindung gebracht wird. Berühmt wurde sie durch den Angriff auf Sony Pictures im Jahr 2014.

OZD-Extras

Beim Binance-Hack reagierten Kryptomärkte sofort: Bitcoin verlor fast fünf Prozent, Ether etwa sechs Prozent, Binance Coin knapp zehn Prozent.

Die nordkoreanische Cyberkampf-Einheit "Büro 121" soll laut US-Militär rund 6000 Beschäftigte umfassen, viele davon operieren international.

Durch den Vorfall könnten Auswirkungen auf den Kurs von Binance Coin sowie die Liquidität und Akzeptanz von Kryptobörsen folgen – Beobachter erwarten in den kommenden Wochen erhöhte Volatilität.

Gewinnspiel

Wie hoch war der Schaden beim Hackerangriff auf Binance laut aktuellen Zahlen?

A) Über sechs Milliarden Dollar

B) Etwa 600 Millionen Dollar

C) Drei Milliarden Dollar

D) 35 Millionen Dollar

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.