Borussia Dortmund plant im laufenden Winter-Transferfenster derzeit keine Zugänge. Sportdirektor Sebastian Kehl erklärte im Trainingslager im spanischen Marbella, dass sich die Ausgangslage im Vergleich zu den vergangenen Jahren verändert habe. In früheren Wintern habe der BVB häufig reagiert, weil sportliche Erwartungen nicht erfüllt worden seien oder Verletzungen die Kaderplanung erschwert hätten. In dieser Saison sei die Situation jedoch eine andere.
Kehl betonte, dass sich innerhalb der Mannschaft vieles entwickelt habe und ein stabiles Gefüge entstanden sei. Verbesserungen seien zwar weiterhin das Ziel, doch müssten mögliche Transfers finanzierbar sein und in die bestehende Struktur passen. Ein zwingender Handlungsbedarf bestehe aktuell nicht. Gleichzeitig ließ der 45-Jährige eine Hintertür offen und verwies darauf, dass sich der Verein entstehende Optionen genau anschauen werde, auch mit Blick auf die kommende Sommertransferperiode.
Im Sommer stehen beim BVB mehrere richtungsweisende Personalentscheidungen an. Die Verträge von Emre Can und Julian Brandt laufen aus, konkrete Beschlüsse gibt es bislang nicht. Kehl bestätigte, dass Gespräche geführt würden, Entscheidungen jedoch noch nicht gefallen seien. Can hatte zuletzt selbst erklärt, mit einem Verbleib in Dortmund zu rechnen.
Ein zentrales Thema bleibt die Zukunft von Abwehrchef Nico Schlotterbeck, dessen Vertrag bis 2027 läuft. Der Verein wolle ihn mit der gesamten Strahlkraft des Klubs von einem langfristigen Verbleib überzeugen. Kehl machte jedoch deutlich, dass solche Gespräche Zeit benötigten und nicht erzwungen werden könnten.
Nach den Abgängen von Pascal Groß zu Brighton & Hove Albion und Cole Campbell zur TSG Hoffenheim könnte zudem eine Leihe von Julien Duranville ein Thema werden. Der 19 Jahre alte Belgier soll perspektivisch mehr Spielzeit erhalten, konkrete Schritte sind aber noch offen. OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar – Vernunft statt ReflexDer BVB zeigt ungewohnte Gelassenheit. Keine hektischen Wintertransfers, kein Aktionismus – das ist mutig und zugleich riskant. Denn Ruhe kann Stabilität bedeuten, aber auch Stillstand. Entscheidend wird sein, ob Dortmund die Zeit nutzt, um die Weichen für den Sommer klug zu stellen. Die Schlotterbeck-Frage ist dabei ein Prüfstein. Wer ihn halten will, muss mehr bieten als Worte. Kontinuität ist gut – sie darf nur nicht zur Ausrede werden.

Wintertransfers: aktuell nicht geplant
Sportdirektor: Sebastian Kehl
Wichtige Verträge: Can, Brandt
Schlotterbeck-Vertrag: bis 2027
Trainingslager: Marbella
OZD-Analyse1. Transferstrategie
– Verzicht auf Winterzugänge zugunsten von Stabilität
– Fokus auf finanzielle und strukturelle Passgenauigkeit
2. Personalentscheidungen
a) Vertragsgespräche mit Can und Brandt
b) Zukunftsfrage Nico Schlotterbeck
c) Mögliche Leihe von Julien Duranville
3. Blick nach vorn
– Sommertransferfenster gewinnt an Bedeutung
– Entscheidungen könnten die mittelfristige Ausrichtung prägen

Borussia Dortmund ist einer der traditionsreichsten Fußballvereine Deutschlands und spielt seit Jahrzehnten in der Bundesliga. Der Klub ist bekannt für seine Nachwuchsarbeit, seine Fanszene und regelmäßige Teilnahmen an internationalen Wettbewerben.
Wer ist Sebastian Kehl?Sebastian Kehl ist Sportdirektor von Borussia Dortmund. Der frühere Nationalspieler war selbst langjähriger BVB-Kapitän und verantwortet heute die sportliche Kaderplanung des Vereins.
OZD-Extras: In den vergangenen fünf Jahren tätigte der BVB fast immer mindestens einen Wintertransfer – die aktuelle Zurückhaltung ist daher eine bewusste Abkehr von alten Mustern.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.