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„So können wir nicht auftreten“ – Frankfurts Führung verliert Geduld

Nach dem wilden 3:3 in Bremen verliert Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche die Geduld. Ein klares Bekenntnis zu Trainer Dino Toppmöller bleibt aus – die Defensive wird zum zentralen Problem.

Nach dem turbulenten 3:3 bei Werder Bremen hat Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche deutliche Worte gefunden – und ein klares Bekenntnis zu Trainer Dino Toppmöller vermieden. Man müsse die Themen jetzt angehen, sagte Krösche, Leistungen wie diese dürften sich nicht wiederholen. Der Anspruch der Eintracht lasse ein solches Auftreten nicht zu.

Besonders die Defensive bereitet Sorgen. Mit 39 Gegentoren hat Eintracht Frankfurt ligaweit den schlechtesten Wert. Krösche sprach von immer gleichen Fehlern und stellte klar, dass man so nicht weitermachen könne. Zwei Führungen wurden in Bremen verspielt, der Punktgewinn gelang erst mit Glück in der Nachspielzeit – für die sportliche Führung ein Warnsignal.

Auch mit Blick auf das anstehende Champions-League-Spiel gegen Qarabag Agdam erhöhte Krösche den Druck. Das Auftreten entspreche nicht dem Bild, das die Eintracht von sich selbst habe. Die Worte klangen weniger nach Analyse, mehr nach Abrechnung.

Toppmöller reagierte auf der Pressekonferenz defensiv. Ob Krösches Aussagen einen Wendepunkt bedeuteten, ließ er offen. Klar sei jedoch, dass die Mannschaft unzufrieden mit der Punktausbeute und der hohen Zahl an Gegentoren sei. Die Verantwortung liege bei ihm, betonte der Coach – räumte aber ein, dass es ein leidiges Thema geworden sei.

Allein im bisherigen Kalenderjahr kassierte Frankfurt in mehreren Spielen insgesamt neun Gegentore. Trotz eigener Offensivkraft reichte das wiederholt nicht zum Sieg. Toppmöller verwies darauf, dass drei Auswärtstore eigentlich genügen müssten, um ein Spiel zu gewinnen. Doch genau das ist derzeit das Kernproblem der Eintracht. OZD


OZD-Kommentar – Wenn Worte lauter werden als Ergebnisse
Markus Krösche hat die Schonfrist beendet. Wer so öffentlich Klartext redet, denkt weiter als bis zum nächsten Spieltag. Toppmöller steht nicht vor dem Aus, aber eindeutig unter Beobachtung. 39 Gegentore sind kein Betriebsunfall, sondern ein strukturelles Versagen. Frankfurt wirkt führungslos in entscheidenden Phasen, mutlos im Verteidigen und naiv im Umgang mit Führungen. Die Champions League mag Glanz bringen, doch in der Liga brennt es lichterloh. Wenn jetzt keine Stabilität kommt, wird aus Kritik schnell Konsequenz.


Historischer Hintergrund – Eintracht zwischen Anspruch und Absturz

Eintracht Frankfurt hat sich in den vergangenen Jahren unter Sportvorstand Markus Krösche als feste Größe im oberen Tabellendrittel etabliert. Der Europa-League-Sieg 2022, regelmäßige internationale Teilnahmen und die Champions-League-Auftritte haben den Anspruch des Klubs deutlich verändert. Trainer Dino Toppmöller trat sein Amt mit dem Ziel an, diesen Weg fortzusetzen und die Eintracht spielerisch weiterzuentwickeln.

Historisch jedoch reagierte der Klub immer sensibel auf defensive Instabilität. Trainerwechsel folgten in Frankfurt häufig dann, wenn Führungen verspielt, Gegentorserien nicht gestoppt und strukturelle Probleme ignoriert wurden. Die aktuelle Situation mit ligaweit den meisten Gegentoren erinnert an frühere Krisenphasen, in denen sportliche Leitung und Trainerbank rasch unter Druck gerieten – unabhängig von internationalem Abschneiden.


Zukunftsprognose – Die Uhr läuft gegen Toppmöller

Die kommenden Wochen werden zur Bewährungsprobe. Sollte es Dino Toppmöller nicht gelingen, kurzfristig defensive Stabilität herzustellen und Führungen konsequent über die Zeit zu bringen, wird die sportliche Führung handeln müssen. Markus Krösches öffentliche Kritik ist dabei weniger Warnung als letzte Aufforderung.

Die Champions League kann vorübergehend Ruhe bringen, entscheidet aber nicht über Toppmöllers Zukunft. Maßgeblich wird die Bundesliga sein. Bleiben Gegentorflut, Führungsprobleme und fehlende Kontrolle bestehen, dürfte ein Trainerwechsel spätestens im Frühjahr zur realistischen Option werden. Gelingt hingegen eine defensive Wende, könnte sich Frankfurt stabilisieren und die Krise als Wendepunkt nutzen. Der Spielraum dafür wird jedoch von Woche zu Woche kleiner.





Mini-Infobox
– 39 Gegentore: Ligahöchstwert
– Zwei Führungen in Bremen verspielt
– Krösche ohne klares Trainerbekenntnis
– Champions League gegen Qarabag steht an
– Druck auf Toppmöller wächst


OZD-Analyse

Defensive als Dauerproblem
– a) Wiederkehrende individuelle Fehler
– b) Fehlende Abstimmung im Verbund
– c) Führungen nicht verwaltet

Führung sendet Signale
– a) Öffentliche Kritik vom Sportvorstand
– b) Erwartungshaltung klar formuliert
– c) Trainer nicht mehr unangreifbar

Kurzfristige Perspektive
– a) Champions League als Ablenkung
– b) Ligaform entscheidet über Zukunft
– c) Stabilität zwingend erforderlich


Wer ist Markus Krösche?
Markus Krösche ist Sportvorstand von Eintracht Frankfurt und verantwortlich für die sportliche Ausrichtung des Klubs. Er gilt als klarer Analytiker mit hohem Anspruch an Struktur und Leistung.


OZD-Extras
Eintracht Frankfurt stellt trotz starker Offensive aktuell die anfälligste Defensive der Bundesliga.


Gewinnspiel
Quizfrage: Wie viele Gegentore hat Eintracht Frankfurt bislang in der Liga kassiert?
A) 29
B) 33
C) 36
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Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.