US-Präsident Donald Trump hat erstmals den Einsatz militärischer Gewalt zur Übernahme Grönlands ausgeschlossen. „Ich muss keine Gewalt anwenden, ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden“, sagte Trump am Mittwoch in seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Diese Aussage sei „wahrscheinlich die wichtigste“, die er gemacht habe, betonte der US-Präsident, da viele angenommen hätten, er erwäge einen militärischen Zugriff.
Gleichzeitig erneuerte Trump seine Forderung nach „sofortigen Verhandlungen“ über den Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten. Dies stelle „keine Bedrohung der Nato“ dar. Die USA benötigten Grönland aus Gründen der nationalen und internationalen Sicherheit. Nur Amerika sei in der Lage, „dieses riesige Landgebiet, dieses riesige Stück Eis zu schützen, zu erschließen und zu verbessern“, erklärte Trump. In seiner frei gehaltenen Rede sprach er mehrfach irrtümlich von „Island“, meinte jedoch Grönland.
Neben der Grönland-Frage nutzte Trump seinen Auftritt zu einer scharfen Generalabrechnung mit Europa. Der Kontinent bewege sich „nicht in die richtige Richtung“, kritisierte er. Gründe seien „unkontrollierte Massenmigration“ und „endlose Importe aus dem Ausland“. Europa sei „nicht mehr wiederzuerkennen“.
Auch in der Energiepolitik ging Trump frontal auf Konfrontationskurs. Europa habe einen „katastrophalen Zusammenbruch“ seiner Energieversorgung erlebt. Verantwortlich dafür sei nicht der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, sondern der Ausbau von Windkraft und anderen erneuerbaren Energien. Der Klimaschutz sei der „größte Betrug der Geschichte“, erklärte Trump erneut.
Deutschland produziere heute deutlich weniger Strom als noch 2017, während die Energiepreise massiv gestiegen seien, sagte Trump. Dies sei allerdings „nicht die Schuld des derzeitigen Kanzlers“, betonte er mit Blick auf Friedrich Merz. „Er löst das Problem“, fügte Trump hinzu.
Die USA hingegen seien nach seinem ersten Amtsjahr wieder zur weltweiten Führungsmacht aufgestiegen. „Die USA sind der Wirtschafts-Motor des Planeten. Und wenn Amerika boomt, boomt die ganze Welt“, sagte der Präsident.
OZD
OZD-Kommentar – Entwarnung mit Hintergedanken
Trumps Gewaltverzicht ist ein wichtiges Signal – aber kein Rückzug. Wer
gleichzeitig Kaufverhandlungen fordert und Europa öffentlich abwertet,
betreibt Machtpolitik mit anderen Mitteln. Grönland bleibt für Trump ein
geopolitisches Objekt, nicht eine souveräne Realität. Die Entspannung
ist fragil – und jederzeit widerrufbar.
Historischer Hintergrund
Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark und ist strategisch
bedeutsam für die Arktis, Rohstoffe und Militärstützpunkte. Bereits in
Trumps erster Amtszeit hatte er einen Kauf der Insel ins Spiel gebracht,
was international für Empörung sorgte.
Zukunftsprognose
Auch ohne militärische Drohung wird der Druck auf Dänemark und die EU
zunehmen. Verhandlungen, wirtschaftliche Hebel und sicherheitspolitische
Argumente dürften Trumps bevorzugte Instrumente bleiben – mit offenem
Ausgang für die transatlantischen Beziehungen.
Gewinnspiel
Quizfrage: Was hat Trump in Davos ausdrücklich ausgeschlossen?
A) Wirtschaftssanktionen
B) Militärische Gewalt
C) Nato-Mitgliedschaft
D) Zollerhöhungen
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OZD-Analyse
Trumps Grönland-Strategie
– a) Öffentlicher Gewaltverzicht
– b) Forderung nach sofortigen Kaufgesprächen
– c) Sicherheitsargumente im Fokus
Wirkung auf Europa
– a) Kurzfristige Entspannung
– b) Langfristiger politischer Druck
– c) Gefahr neuer transatlantischer Konflikte
Globale Dimension
– a) Arktis als geopolitischer Brennpunkt
– b) Konkurrenz um Rohstoffe und Militärpräsenz
– c) Schwächung multilateraler Strukturen
Lernbox
Geopolitik funktioniert nicht nur mit Waffen – wirtschaftlicher und politischer Druck kann ebenso wirksam sein.
Mini-Infobox
– Ort: Davos
– Anlass: Weltwirtschaftsforum
– Kernaussage: Kein Einsatz von Gewalt
– Forderung: Kaufverhandlungen über Grönland
– Reaktion: Erleichterung, aber Skepsis
OZD-Extra
Die Arktis gilt als eine der strategisch wichtigsten Regionen des 21.
Jahrhunderts – militärisch, wirtschaftlich und klimapolitisch.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
