Topfavorit Dänemark hat sich mit einem souveränen Sieg gegen Spanien auf das EM-Duell mit der deutschen Mannschaft eingestimmt. Der Olympiasieger und Weltmeister gewann vor 15.000 Zuschauern im Hexenkessel der Jyske Bank Boxen mit 36:31 (16:14) und machte einen weiteren Schritt Richtung Halbfinale.
Gleichzeitig sorgte Titelverteidiger Frankreich für einen historischen Auftritt. Zwei Tage nach der Niederlage gegen Dänemark deklassierten die Franzosen Portugal mit 46:38 (28:15) und stellten dabei gleich mehrere EM-Rekorde auf. Noch nie zuvor fielen 84 Tore in einem EM-Spiel, zudem erzielte Frankreich die meisten Treffer in einer Halbzeit.
In der Hauptrundengruppe I liegen Dänemark und Frankreich nun bei jeweils 4:2 Punkten. Portugal folgt mit 2:4 Zählern, das punktlose Spanien hat kaum noch Chancen auf den Einzug ins Halbfinale, für das sich nur die beiden besten Teams qualifizieren.
Die Dänen um Welthandballer Mathias Gidsel vom deutschen Meister Füchse Berlin taten sich zunächst schwer. Zwar führte das Team von Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen durchgehend in der ersten Hälfte, nach der Pause glich Spanien jedoch aus. Erst als Torhüter Emil Nielsen mehrere wichtige Paraden zeigte und das Tempo erhöht wurde, setzten sich die Gastgeber entscheidend ab.
Frankreich entwickelte dagegen von Beginn an eine offensive Wucht. Superstar Dika Mem, der 2027 ebenfalls zu den Füchsen Berlin wechselt, traf achtmal bei acht Versuchen. Bereits nach 15 Minuten führten „Les Bleus“ mit 15:8. Portugals Torhüter fanden kein Mittel, Frankreichs Angriffswelle zu stoppen.
OZD
OZD-Kommentar – Warnsignal an den DHB
Dänemark wirkt bereit, Frankreich brandgefährlich. Wer glaubt, der Weg ins Halbfinale führe an diesen beiden Nationen vorbei, irrt. Besonders Frankreichs Offensivgewalt ist ein klares Alarmsignal für Deutschland. Wer hier mithalten will, braucht perfekte Defensive, Mut – und Nerven aus Stahl.
Historischer Hintergrund
Dänemark und Frankreich prägen den europäischen Handball seit über einem Jahrzehnt. Die Dänen warten zwar seit 2012 auf einen EM-Titel, dominierten aber zuletzt Welt- und Olympiaturniere. Frankreich ist mit bislang drei EM-Titeln eine der erfolgreichsten Nationen der Geschichte und stellte immer wieder neue Maßstäbe in Tempo und Athletik. Begegnungen beider Teams gelten seit Jahren als inoffizielle „Finals vor dem Finale“ und haben mehrfach über Titelentscheidungen mitbestimmt.
ZukunftsprognoseDie aktuellen Auftritte deuten auf ein erneutes Duell Dänemark gegen Frankreich in der K.o.-Phase hin. Beide Teams besitzen Tiefe, individuelle Klasse und taktische Variabilität. Für die deutsche Mannschaft bedeutet das: Schon kleine Schwächephasen könnten das Halbfinale kosten. Gelingt dem DHB jedoch ein Überraschungssieg gegen einen der beiden Favoriten, wäre die Tür zur Medaille offen – andernfalls droht das frühe Aus im direkten Vergleich der Giganten.

Wissensblock OZD-Analyse
Dänemarks Stabilität
– a) Ruhe trotz zwischenzeitlichem Ausgleich
– b) Starker Torhüter als Schlüssel
– c) Tempo-Überlegenheit in der Schlussphase
Frankreichs Rekordabend
– a) 46 Tore – EM-Bestmarke
– b) 28 Treffer in einer Halbzeit
– c) Hohe individuelle Effizienz
Auswirkungen auf Gruppe I
– a) Dänemark und Frankreich mit Vorteil
– b) Spanien fast ausgeschieden
– c) DHB-Duelle entscheiden über Halbfinale
Lernbox
Im modernen Handball entscheiden nicht nur Systeme, sondern Tiefe im Kader und Effizienz in Umschaltmomenten.
Mini-Infobox
– Wettbewerb: Handball-Europameisterschaft
– Gruppe: Hauptrundengruppe I
– Topteams: Dänemark, Frankreich
– Rekord: 84 Tore in einem Spiel
OZD-Extra
Frankreich erzielte bereits in der Vorrunde 46 Tore gegen die Ukraine – der Rekord wurde nun erneut egalisiert.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.