Schneefall und gefrierender Regen haben am Donnerstagmorgen erneut zu erheblichen Behinderungen vor allem im Nordosten Deutschlands geführt. Besonders in Berlin kam es zu massiven Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr und im Straßenverkehr. Auf schneebedeckten Fahrbahnen konnten Autos nur langsam vorankommen, zudem fielen einzelne U-Bahn-Verbindungen aus. Auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn kam es zu Einschränkungen, unter anderem auf der wichtigen Strecke zwischen Berlin und Hannover. Am Flughafen Berlin-Brandenburg waren zeitweise keine Starts möglich.
Die Berliner Verkehrsbetriebe teilten mit, dass es bei zwei U-Bahn-Linien zu Ausfällen gekommen sei. Trotz des Einsatzes eines sogenannten Schienenschmierzuges habe sich Blitzeis auf den Stromschienen gebildet. Auch Busse und Straßenbahnen waren von der Glätte betroffen, der Betrieb verlief langsamer als üblich, zahlreiche Verspätungen waren die Folge.
Auch der Flugverkehr am Hauptstadtflughafen BER war erheblich beeinträchtigt. Aufgrund von Schnee und Eisregen konnten am Morgen vorübergehend keine Flugzeuge starten. Eine Sprecherin des Flughafens erklärte, dass wegen schnell gefrierenden Regens zeitweise keine Enteisung möglich gewesen sei. In der Folge wurden auch einzelne Landungen gestrichen.
Zusätzliche Einschränkungen gab es im Freizeit- und Kulturbereich. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten kündigte an, dass sämtliche Parks und Schlösser in Berlin und Brandenburg aufgrund der Witterung geschlossen blieben. Zur Begründung hieß es, es müsse auf allen Verkehrswegen mit erheblichen Beeinträchtigungen gerechnet werden.
Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Donnerstagmorgen eine amtliche Unwetterwarnung für Berlin und das östliche Brandenburg herausgegeben. Gewarnt wurde vor einer hohen Glättegefahr durch gefrierenden Regen. Für Teile von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wurden zudem bis zu 15 Zentimeter Neuschnee erwartet. Auch für Freitag sagte der Wetterdienst regional erneut überfrierenden Regen voraus.
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OZD-Kommentar – Wenn der Winter die Kontrolle übernimmt:
Dieses Wetterereignis zeigt einmal mehr, wie verletzlich die Infrastruktur selbst in Metropolregionen ist. Blitzeis lässt sich kaum bekämpfen, doch die Folgen sind jedes Mal dieselben: Stillstand, Ausfälle, Risiken für Menschen. Besonders kritisch ist, dass sich solche Lagen häufen. Ohne bessere Vorsorge und flexiblere Verkehrsstrategien droht der Winter zur regelmäßigen Belastungsprobe für Millionen Pendler zu werden.
Mini-Infobox:
– Schneefall und Eisregen im Nordosten
– U-Bahn-Ausfälle und Verspätungen in Berlin
– Startverbot am Flughafen BER
– Unwetterwarnung wegen Glätte
– Bis zu 15 Zentimeter Neuschnee erwartet
OZD-Analyse
Die aktuelle Wetterlage bringt mehrere Risiken zusammen.
Wetterbedingte Ursachen
a) Gefrierender Regen mit sofortiger Eisbildung
b) Anhaltender Schneefall
c) Temperaturen um den Gefrierpunkt
Auswirkungen auf Infrastruktur
a) Störungen im öffentlichen Nahverkehr
b) Einschränkungen im Bahn- und Flugverkehr
c) Schließung öffentlicher Anlagen
Bewertung der Lage
– Hohe Unfallgefahr durch Blitzeis
– Eingeschränkte Reaktionsmöglichkeiten
– Wiederkehrende Winterprobleme trotz Erfahrung
Was ist Blitzeis?
Blitzeis entsteht, wenn Regen auf unterkühlte Flächen fällt und sofort gefriert. Es bildet eine extrem glatte Eisschicht, die oft kaum sichtbar ist und besonders gefährlich für Verkehrsteilnehmer ist.
Historischer Hintergrund:
Der Nordosten Deutschlands ist in den Wintermonaten regelmäßig von Schnee und Eisregen betroffen. Besonders problematisch sind Wetterlagen mit Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, bei denen gefrierender Regen auftritt.
Prognose:
Da für die kommenden Tage erneut überfrierender Regen angekündigt ist, müssen sich Pendler und Reisende weiterhin auf Einschränkungen einstellen. Erst mit steigenden Temperaturen dürfte sich die Lage spürbar entspannen.
Gewinnspiel:
Wodurch kam es zu U-Bahn-Ausfällen in Berlin?
A) Stromausfall
B) Technische Defekte
C) Blitzeis auf den Stromschienen
D) Personalmangel
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
OZD-Extra
Schienenschmierzüge sollen eigentlich Eisbildung verhindern – bei gefrierendem Regen stoßen selbst sie an ihre physikalischen Grenzen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.