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Der Giftstoff-Verdacht: Danone weitet Rückruf von Babynahrung massiv aus

Der Babynahrungshersteller Danone zieht die Reißleine: Wegen möglicher Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid werden nun mehr als 120 Chargen in Deutschland und Österreich zurückgerufen.

Der Lebensmittelkonzern Danone hat den Rückruf von Babynahrung in Deutschland wegen einer möglichen Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid deutlich ausgeweitet. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, werden mehr als 120 Produktionschargen der Marken Aptamil und Milumil in Deutschland und Österreich vorsorglich zurückgerufen. Hintergrund seien „aktualisierte Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert“.

Betroffene Produkte sollen nach Angaben von Danone nicht weiter verfüttert und dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden. Der Kaufpreis werde auch ohne Vorlage eines Kassenbons erstattet. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Konzern in Deutschland zunächst drei Chargen von Aptamil zurückgerufen, zeitgleich wurden in Österreich vier Chargen aus dem Handel genommen.

Der aktuelle Rückruf umfasst nun zahlreiche Verpackungsgrößen und Mindesthaltbarkeitsdaten von Aptamil- und Milumil-Produkten. Eltern können auf den Internetseiten aptaclub.de, milupa.de sowie auf lebensmittelwarnung.de überprüfen, ob ihre Babynahrung betroffen ist.

Seit Anfang Januar haben mehrere große Hersteller, darunter auch Nestlé und der französische Konzern Lactalis, weltweit Babymilchprodukte wegen möglicher Cereulid-Verunreinigungen zurückrufen müssen. Im Fokus steht der Verdacht, dass eine in China hergestellte Substanz zur Anreicherung von Arachidonsäure die Ursache sein könnte.

Cereulid ist ein bakterieller Giftstoff, der unter anderem Durchfall und Erbrechen auslösen kann. Besonders bei Säuglingen gelten bereits sehr geringe Mengen als potenziell gesundheitsgefährdend. OZD / ©AFP.

OZD-Kommentar – Alarmstufe Rot im Babynahrungsregal

Wenn Babynahrung zurückgerufen wird, ist das mehr als ein gewöhnlicher Produktsicherheitsfall – es ist ein Vertrauensbruch. Eltern verlassen sich darauf, dass gerade Säuglingsnahrung höchsten Standards genügt. Dass nun weltweit Konzerne wie Danone, Nestlé und Lactalis betroffen sind, zeigt ein strukturelles Problem in globalen Lieferketten. Vorsorgliche Rückrufe sind richtig und notwendig, doch sie ersetzen keine lückenlose Kontrolle. Für Eltern bleibt vor allem eines zurück: Unsicherheit. Genau deshalb muss Transparenz oberstes Gebot sein – und nicht erst, wenn die Warnungen der Behörden verschärft werden.

Historischer Hintergrund

Rückrufe von Babynahrung haben in Europa immer wieder für große Aufmerksamkeit gesorgt. Besonders sensibel reagiert die Öffentlichkeit, seit frühere Skandale – etwa mit verunreinigter Säuglingsmilch – die Risiken globalisierter Produktionsketten offenbart haben. Der aktuelle Cereulid-Komplex betrifft erstmals in größerem Umfang mehrere internationale Hersteller gleichzeitig.

Zukunftsprognose

Mit der neuen Empfehlung der europäischen Lebensmittelbehörde dürfte der Druck auf Hersteller weiter steigen. Es ist zu erwarten, dass zusätzliche Kontrollen, strengere Grenzwerte und weitere Rückrufe folgen könnten. Langfristig könnte der Fall zu einer Neubewertung internationaler Zulieferstoffe für Säuglingsnahrung führen.



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Mini-Infobox

– Betroffene Marken: Aptamil, Milumil
– Rückruf: über 120 Chargen
– Länder: Deutschland, Österreich
– Risiko: Durchfall, Erbrechen
– Erstattung: auch ohne Kassenbon

OZD-Analyse

Ausmaß des Rückrufs
a) Deutliche Ausweitung gegenüber Vorwoche
b) Mehrere Marken betroffen
c) Internationale Dimension

Gesundheitsrisiko
a) Giftstoff bakteriellen Ursprungs
b) Besonders gefährlich für Säuglinge
c) Sehr niedrige Grenzwerte entscheidend

Folgen für die Branche
a) Vertrauensverlust bei Eltern
b) Verschärfte Kontrollen wahrscheinlich
c) Druck auf globale Lieferketten

Erklärung

Was ist Cereulid?
Cereulid ist ein von bestimmten Bakterien gebildeter Giftstoff. Er kann bereits in sehr geringen Mengen gesundheitsschädlich wirken und verursacht vor allem Magen-Darm-Symptome wie Erbrechen und Durchfall. Für Säuglinge gelten besonders strenge Sicherheitsgrenzen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD-Extras

Hinweis: Eltern sollten im Zweifel jede betroffene Babynahrung konsequent entsorgen oder zurückgeben und bei gesundheitlichen Auffälligkeiten ärztlichen Rat einholen.