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Liebe mit Trauschein: Warum Verheiratete zufriedener leben

Verheiratete bewerten ihre Beziehung deutlich besser als unverheiratete Paare. Eine neue Studie zeigt: Auch Kindheit, Persönlichkeit und Kinderzahl beeinflussen das Glück.

Verheiratete Paare sind einer neuen Untersuchung zufolge glücklicher als unverheiratete. Auf einer Skala von eins bis zehn bewerteten verheiratete Paare ihre Beziehung im Durchschnitt mit 8,51 Punkten. Unverheiratete kamen lediglich auf 7,69 Punkte – ein Unterschied von 0,82 Zählern.

Insgesamt zeigt sich: Wer in einer Partnerschaft lebt, ist zufriedener als Singles – unabhängig vom Trauschein. Die allgemeine Lebenszufriedenheit liegt um 0,1 Punkte höher, die Zufriedenheit im Beruf um 0,08 Punkte, im Familienleben um 0,16 Punkte und im Sexualleben sogar um 0,25 Punkte. Singles hingegen bewerten ihre Freizeit und ihr Einkommen etwas positiver.

Spannend ist auch der Blick auf die Kindheit: Wer diese als glücklich beschreibt, bewertet seine aktuelle Beziehung mit durchschnittlich 8,16 Punkten. Wer sie als unglücklich empfand, kommt nur auf 6,5 Punkte. Auch Persönlichkeitsmerkmale spielen eine Rolle. Perfektionistisch veranlagte Menschen bewerten ihre Beziehung im Schnitt deutlich schlechter – mit 6,25 Punkten.

Eltern profitieren ebenfalls vom Familienleben – zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Jedes Kind steigert die durchschnittliche Lebenszufriedenheit leicht. Ab fünf Kindern sinkt sie wieder. Zudem sind Paare zufriedener, wenn ihre Kinder einen größeren Altersabstand haben.

Kennengelernt haben sich die meisten Paare über gemeinsame Freunde, gefolgt vom Internet und dem Arbeitsplatz. Am glücklichsten sind jedoch diejenigen, die sich im Studium oder in der Ausbildung begegnet sind.



OZD-Kommentar – Glück mit Siegel?

Die Ehe scheint also kein Auslaufmodell des 20. Jahrhunderts zu sein, sondern ein Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten. Doch Vorsicht: Der Trauschein allein macht niemanden glücklich. Vielmehr zeigt die Studie, dass stabile soziale Bindungen, eine glückliche Kindheit und realistische Erwartungen entscheidend sind. Wer Perfektion erwartet, scheitert häufiger an der Realität. Interessant ist zudem, dass Partnerschaft insgesamt Zufriedenheit erhöht – unabhängig vom formellen Status. Die Debatte sollte deshalb weniger um Institutionen kreisen, sondern um Beziehungsqualität. Prognose: In Zeiten wachsender Unsicherheit könnte die Ehe sogar wieder an Bedeutung gewinnen – nicht aus Tradition, sondern aus dem Wunsch nach Verlässlichkeit.

Historischer Hintergrund

Die Ehe galt jahrzehntelang als gesellschaftlicher Standard. Seit den 1990er-Jahren sinken jedoch Heiratsquoten, während alternative Lebensmodelle zunehmen. Gleichzeitig zeigen Glücksforschungen immer wieder, dass stabile Partnerschaften – ob mit oder ohne Trauschein – das subjektive Wohlbefinden erhöhen.

Zukunftsprognose

Mit zunehmender Digitalisierung und veränderten Rollenbildern wird die Form der Partnerschaft flexibler. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass langfristige Bindungen weiterhin ein zentraler Glücksfaktor bleiben – möglicherweise unabhängig von staatlicher Formalisierung.


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Mini-Infobox

8,51 Punkte: Durchschnitt für verheiratete Paare

7,69 Punkte: Durchschnitt für unverheiratete Paare

5148 Befragte im Alter von 18 bis 70 Jahren

OZD-Analyse

Beziehung & Stabilität
– Partnerschaft steigert Lebenszufriedenheit messbar
– Ehe bringt statistisch höhere Beziehungswerte

Persönliche Prägung
– Glückliche Kindheit wirkt langfristig stabilisierend
– Perfektionismus korreliert mit geringerer Zufriedenheit

Familie & Struktur
– Kinder erhöhen Zufriedenheit leicht
– Großer Altersabstand zwischen Kindern wirkt entspannend

Erklärungen

Was ist der SKL-Glücksatlas?
Der SKL-Glücksatlas ist eine regelmäßig veröffentlichte Studie zur Lebenszufriedenheit in Deutschland. Er untersucht soziale, wirtschaftliche und persönliche Faktoren, die das subjektive Glück beeinflussen.

Was ist das Institut Ipsos?
Ipsos ist ein international tätiges Marktforschungsinstitut, das Umfragen und Analysen zu gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Themen durchführt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.


OZD-Extras

Wusstest Du? Studien zeigen, dass gemeinsame Rituale – etwa feste Abendessen oder Urlaubsrituale – stärker zum Beziehungsglück beitragen als materielle Faktoren.