Die Erleichterung war größer als die Enttäuschung. Acht Jahre nach dem Sensations-Gold von Aljona Savchenko und Bruno Massot haben Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin dem deutschen Paarlauf wieder olympisches Edelmetall beschert. Doch nach Bronze bei den Winterspielen in Mailand stellten sich plötzlich andere Fragen: Wie lange läuft dieses Duo noch gemeinsam?
„Wir werden die Saison beenden, den Sommer genießen, ein bisschen freimachen. Ich habe einen Bundeswehr-Lehrgang. Dann schauen wir, wie es weitergeht, wie lang und in welchem Rahmen“, sagte Hase – und ließ damit bewusst Spielraum. Fest steht nur: Die Weltmeisterschaft in Prag (24. bis 29. März) ist der letzte große Termin dieser Saison.
In Mailand hatten Hase/Volodin nach einem starken Kurzprogramm sogar geführt. Doch in der Kür unterliefen ihnen kleine Fehler – genug, um hinter die überragenden japanischen Weltmeister Riku Miura/Ryuichi Kihara (231,24 Punkte) und Anastassia Metelkina/Luka Berulawa (221,75) zurückzufallen. Mit 219,09 Punkten blieb Bronze – und ein Hauch von „Was wäre wenn?“.
Doch Hase stellte klar: „Dass es gereicht hat für eine Medaille“ überwiege. Die Farbe spiele keine Rolle. „Wir sind einfach sehr stolz, dass wir eine Medaille mit nach Hause nehmen dürfen bei unserem ersten gemeinsamen Olympischen Spielen nach drei Jahren zusammenlaufen. Ich glaube, das können nicht viele von sich behaupten.“
Drei Jahre, eine rasante Entwicklung – und nun die offene Zukunft. Für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) ist das Duo sportlich unverzichtbar geworden. Für die Fans bleibt die Hoffnung, dass Bronze nur ein Zwischenschritt war – und nicht der Schlusspunkt einer goldenen Perspektive. OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar – Bronze ist Triumph und Warnsignal zugleichHase und Volodin haben geliefert. In einem Sport, in dem jede Hebung, jede Landung, jeder Blick zählt, haben sie Nervenstärke bewiesen und Deutschland zurück aufs olympische Podest geführt. Doch die offene Zukunftsfrage ist kein Zufall. Paarlauf ist Hochleistungssport am Limit – körperlich wie mental. Drei Jahre Zusammenarbeit, sofort Medaille bei Olympia: Das ist außergewöhnlich. Aber genau darin liegt auch die Herausforderung. Bleiben Motivation, Vertrauen und Hunger groß genug für den nächsten Zyklus? Der Weg zu Gold führt über absolute Perfektion – und über die Bereitschaft, noch einmal alles unterzuordnen. Wenn Hase/Volodin weitermachen, dann nur mit dem klaren Ziel ganz oben. Halbherzig wird dieses Projekt nicht funktionieren.
Historischer HintergrundDer letzte deutsche Olympiasieg im Paarlauf gelang 2018 in Pyeongchang durch Savchenko/Massot. Seitdem wartete der deutsche Eiskunstlauf auf einen erneuten großen Coup. Hase/Volodin sind erst seit drei Jahren ein Paar – ihr Aufstieg verlief rasant.
ZukunftsprognoseDie Entscheidung dürfte nach der WM in Prag fallen. Setzt das Duo seine Entwicklung fort, ist bei der nächsten Großmeisterschaft Gold realistisch. Ein Rückzug oder eine Pause würden dagegen eine neue Lücke im deutschen Paarlauf reißen.
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Olympia 2026: Bronze für Hase/Volodin
Punktezahl: 219,09
Nächster Höhepunkt: WM in Prag
Zusammenarbeit: seit drei Jahren
OZD-AnalyseSportliche Bewertung
– a) Starkes Kurzprogramm als Basis
– b) Kleine Fehler in der Kür kosten Gold
– c) Konstanz auf Weltklasse-Niveau erreicht
Psychologische Komponente
– Erster Olympia-Auftritt gemeinsam
– Druck nach Führung im Kurzprogramm
– Reife Reaktion trotz verpasster Goldchance
Strategische Perspektive
– WM als Gradmesser für Fortsetzung
– Physische Belastung im Paarlauf extrem
– Motivation entscheidend für nächsten Zyklus

Wer ist Minerva-Fabienne Hase?
Minerva-Fabienne Hase ist deutsche Eiskunstläuferin und startet im Paarlauf. Nach früheren Partnerwechseln bildet sie seit drei Jahren ein Duo mit Nikita Volodin. Sie gehört zu den erfolgreichsten deutschen Paarläuferinnen der Gegenwart.
Wer ist Nikita Volodin?Nikita Volodin ist Paarläufer und seit drei Jahren Partner von Hase. Das Duo entwickelte sich rasch zur internationalen Spitze und gewann bei den Olympischen Spielen in Mailand Bronze.
OZD-ExtrasIm modernen Paarlauf entscheiden oft wenige Punkte über Gold oder Bronze – Bewertungsdetails wie Synchronität in der Schrittfolge oder minimale Landungsunsicherheiten können ganze Medaillen verschieben.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.