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Ein Tango-Traum in Mailand: Hase und Volodin greifen nach Gold

Mit einem leidenschaftlichen Tango setzen Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin in Mailand ein Ausrufezeichen. Persönliche Bestleistung, Platz eins – und plötzlich ist olympisches Gold zum Greifen nah.

Was für ein Auftritt, was für ein Statement auf der ganz großen Bühne. Minerva-Fabienne Hase pustete tief durch, warf Handküsse ins Rund der Milano Ice Skating Arena, Nikita Volodin winkte erleichtert ins Publikum. Nach einem herausragenden Kurzprogramm greifen die besten deutschen Paarläufer bei den Olympischen Winterspielen in Mailand nach der Goldmedaille.

Das Duo zeigte am Sonntagabend eine Weltklasse-Leistung und geht mit einigem Vorsprung als Führende in die Kür am Montag (ab 20.00 Uhr/ARD und Eurosport). Die Vize-Weltmeister kamen mit ihrem eigens für Olympia einstudierten Tango auf die persönliche Bestleistung von 80,01 Punkten. Gleichzeitig patzte die Konkurrenz – ein perfekter Abend aus deutscher Sicht.

Im Kampf um die Medaillen folgen Anastassia Metelkina/Luka Berulawa aus Georgien (75,46) sowie Lia Pereira/Trennt Michaud aus Kanada (74,60) auf den Plätzen zwei und drei. Die japanischen Weltmeister Riku Miura/Ryuichi Kihara, im Teamwettbewerb noch herausragend, liegen nur auf Rang fünf, direkt vor den chinesischen Olympiasiegern von Peking, Sui Wenjing/Han Cong. Für die italienischen Lokalmatadoren Sara Conti/Niccolò Macii reichte es vor eigenem Publikum lediglich zu Platz acht, die kanadischen Weltmeister von 2024, Deanna Stellato-Dudek/Maxime Deschamps, sind gar nur 14.

„Wir sind aufs Eis gegangen und wollten gerne, dass es sich wie ein Training anfühlt. Wir wollten Olympia und den ganzen Stress ausblenden“, sagte Hase. „Wir haben unseren Job gemacht, von daher sind wir natürlich sehr glücklich über den ersten Part. Aber die großen Emotionen sparen wir uns noch auf.“

Die Europameister von 2025 hatten sich in einem fünftägigen Trainingslager in der Schweiz den letzten Feinschliff geholt. Als letztes von 19 Paaren gingen sie aufs Eis – und lieferten. Der Dreifach-Salchow saß, der Wurf-Rittberger gelang ohne Wackler, Ausdruck und Körpersprache passten. Das Publikum reagierte mit großem Applaus, die Jury mit der Bestmarke ihrer Karriere.

Das zweite deutsche Paar, Annika Hocke/Robert Kunkel, zeigte ein fehlerfreies Kurzprogramm zu Lady Gagas „Hold My Hand“, blieb mit 67,52 Punkten aber knapp unter der Saisonbestleistung und liegt auf Rang elf. In die Medaillenentscheidung wird das Berliner Duo nicht eingreifen können. Die Enttäuschung war spürbar. „Wir haben schon in den letzten Tagen gesehen, dass es hier ein paar zu hinterfragende Entscheidungen gab. Dem schließen wir uns leider an“, sagte Kunkel. „Es ist eben ein sehr subjektiver Sport.“ Hocke ergänzte: „Wir schauen auf das Positive. Wir haben gezeigt, was wir zeigen konnten.“

Für Hase und Volodin dagegen ist nun alles möglich. Gold ist greifbar. Doch im Paarlauf entscheidet sich Olympia erst in der Kür. OZD / ©AFP



OZD-Kommentar – Tango zwischen Triumph und Zittern

Dieser Auftritt war kein Zufall, sondern die Ansage zweier Athleten, die gelernt haben, mit Druck umzugehen. Hase und Volodin wirkten reif, fokussiert, fast kühl – und genau das macht Hoffnung. Doch gerade im Paarlauf kann ein kleiner Fehler alles zerstören.
– Die Konkurrenz lauert nur wenige Punkte dahinter.
– Die Kür ist länger, riskanter, nervenaufreibender.
– Olympia verzeiht keine Unsicherheiten.

Wenn sie die Nerven behalten, schreiben sie Geschichte. Wenn nicht, bleibt ein wunderschöner Tango – ohne Gold.

Historischer Hintergrund

Der deutsche Paarlauf hat eine große Tradition – von Katarina Witt im Einzellauf bis zu Savchenko/Massot im Paarlauf-Gold von 2018. Seitdem wartet Deutschland wieder auf einen ganz großen olympischen Triumph im Paarlauf. Hase/Volodin könnten diese Lücke schließen.

Zukunftsprognose

Mit dem Vorsprung im Kurzprogramm haben sie sich eine exzellente Ausgangslage verschafft. Doch die Medaillen liegen eng beieinander. Eine saubere Kür könnte Gold bedeuten. Ein Sturz – und alles ist offen. Die Entscheidung wird zur Nervenprobe.



OZD-Gewinnspiel – Eiskunstlauf-Quiz

Frage:
Wann gewann Deutschland zuletzt olympisches Gold im Paarlauf?

A) 1994 in Lillehammer
B) 2002 in Salt Lake City
C) 2018 in Pyeongchang
D) 2022 in Peking

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Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.