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1:5-Klatsche gegen die USA - Deutschland hat noch eine Chance

Tempo, Klasse, Kaltschnäuzigkeit – die USA zerlegen das DEB-Team mit 5:1. Draisaitl bleibt ohne Schuss, Deutschland verpasst den direkten Viertelfinal-Einzug und muss nun den Umweg über Frankreich nehmen.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat im Offensivwirbel der USA ihre Grenzen aufgezeigt bekommen und den direkten Einzug ins Olympia-Viertelfinale klar verpasst. Beim 1:5 (0:1, 0:2, 1:2) gegen den Mitfavoriten kamen Kapitän Leon Draisaitl und seine Mitspieler kaum zu eigenen Chancen, stemmten sich aber immerhin tapfer und diszipliniert gegen eine noch höhere Niederlage.

Eine Überraschung war meilenweit entfernt, somit muss Deutschland in die Qualifikation. Dort geht es am Dienstag gegen Frankreich, ein Gegner, der eher zur Kragenweite passt. Der Traum von einer Medaille lebt – trotz einer ernüchternden Vorrunde mit nur einem Sieg aus drei Spielen.

In der Santagiulia Arena sahen zahlreiche deutsche Fans – darunter Boris Becker – eine einseitige Partie. Die Hockeystars der USA taten bisweilen nur das Nötigste, doch selbst das war zu schnell, zu intensiv für die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis. Die NHL-Reihe um Draisaitl kämpfte um jeden Puck, doch das kostete Kraft.

Zach Werenski, Auston Matthews (zweimal), Brock Faber und Tage Thompson trafen für das US-Team, das um den ersten Olympiasieg seit dem „Wunder von Lake Placid“ 1980 spielt. NHL-Profi Tim Stützle erzielte im Schlussdrittel den deutschen Treffer – es war bereits sein vierter im Turnier.

Draisaitl, einer der Superstars der NHL, kam zu keinem einzigen Torschuss. „Die kommen mit so viel Tempo raus“, sagte John-Jason Peterka während der Partie im ZDF. Deutschland fehlte die Leichtigkeit.

Dabei war Platz zwei hinter den USA schon früh gesichert, weil Dänemark gegen Lettland (4:2) Schützenhilfe leistete. Es ging also um den Gruppensieg und den direkten Viertelfinal-Einzug. Doch schnell zeigte sich, wie weit diese DEB-Auswahl – für manche Experten die beste der Geschichte – von der absoluten Weltspitze entfernt ist.

Im Fokus stand Torhüter Maximilian Franzreb von den Adlern Mannheim, der Philipp Grubauer ersetzte. Acht Sekunden vor der ersten Drittelpause fiel das 0:1, das 0:2 folgte früh im zweiten Abschnitt in Unterzahl. Beim dritten US-Treffer sah Franzreb unglücklich aus. Spätestens mit dem vierten und fünften Tor war die Ernüchterung komplett – auf dem Eis und auf den Rängen.

OZD


OZD-Kommentar – Die Illusion von der Weltspitze

Das war kein Ausrutscher. Das war eine Standortbestimmung.

Die USA spielten kontrolliert, abgeklärt, fast lässig – und Deutschland lief hinterher. Kein Torschuss von Draisaitl, kaum Druck im Powerplay, defensiv permanent unter Stress.

Wer von einer Medaille träumt, muss solche Spiele anders gestalten.

Jetzt wartet Frankreich. Dort entscheidet sich, ob diese Niederlage ein Warnsignal oder der Anfang vom Ende war. Der Traum lebt – aber er ist fragiler denn je.



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Frage:
Wann gewann die USA zuletzt olympisches Gold im Männer-Eishockey?

A) 1998 in Nagano
B) 2002 in Salt Lake City
C) 1980 in Lake Placid
D) 2010 in Vancouver

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Mini-Infobox

Ergebnis: Deutschland – USA 1:5

Deutscher Torschütze: Tim Stützle

Torschüsse Draisaitl: 0

Nächster Gegner: Frankreich (Qualifikation)

Direkter Viertelfinal-Einzug: verpasst

OZD-Analyse

Klassenunterschied
a) US-Tempo in allen Reihen –
b) Kaum deutsche Offensivaktionen –
c) Physische Dominanz der Amerikaner –

Schlüsselprobleme
a) Draisaitl ohne Einfluss –
b) Defensiv häufig überfordert –
c) Fehlende Leichtigkeit im Umschaltspiel –

Perspektive
a) Frankreich als machbare Hürde –
b) Viertelfinale weiterhin erreichbar –
c) Für Edelmetall braucht es ein Leistungsplus –

Wer ist Leon Draisaitl?

Leon Draisaitl ist einer der erfolgreichsten deutschen Eishockeyspieler aller Zeiten und Superstar der NHL bei den Edmonton Oilers. Er gewann unter anderem die Hart Memorial Trophy als wertvollster Spieler der Liga und gilt als Gesicht des deutschen Eishockeys auf internationaler Bühne.

OZD-Extras

Die USA warten seit dem legendären „Miracle on Ice“ von Lake Placid 1980 auf olympisches Gold im Eishockey der Männer.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.