Mit Musikstars, Opernklängen und einer historischen doppelten Flammenzündung sind die Olympischen Winterspiele Mailand–Cortina eröffnet worden. Italien feiert sich – und die olympische Idee.
Mit einer spektakulären und farbenfrohen Feier sind die Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina eröffnet worden. Italiens Staatschef Sergio Mattarella erklärte die Winterspiele am Freitagabend im San-Siro-Stadion in Mailand vor zehntausenden Zuschauern für eröffnet. Das Olympische Feuer wurde parallel an den beiden Hauptveranstaltungsorten von drei italienischen Skistars entzündet: in Mailand von Alberto Tomba und Deborah Compagnoni, in Cortina d'Ampezzo von Sofia Goggia.
Bei der Eröffnungszeremonie traten unter anderem US-Pop-Diva Mariah Carey, der italienische Popstar Laura Pausini und der italienische Star-Tenor Andrea Bocelli auf. Carey sang dabei den italienischen Klassiker "Nel blu, dipinto di blu (Volare)" und den Song "Nothing is Impossible". Pausini sang in Mailand die italienische Nationalhymne und wurde dabei zeitgleich von einem Chor in Cortina begleitet.
Opernsänger Bocelli trug die berühmte Arie "Nessun dorma" aus der Oper Turandot von Giacomo Puccini vor - wie vor 20 Jahren bei der Eröffnung der Olympischen Spielen in Turin der legendäre Luciano Pavarotti, der ein Jahr später verstarb. Eine weitere weltbekannte italienische Opernsängerin, Cecilia Bartoli, sang die olympische Hymne, begleitet wurde sie vom chinesischen Star-Pianisten Lang Lang.
Ohnehin wurden bei der Feier im San-Siro-Stadion italienischer Stil und italienische Kultur gewürdigt. So trugen Darsteller übergroße Masken der Opern-Komponisten Puccini, Giuseppe Verdi und Gioachino Rossini. Gewürdigt wurde auch der im vergangenen Jahr verstorbene Modedesigner Giorgio Armani.
Begonnen hatte die Feier mit Hommagen an die bildende Kunst Italiens, insbesondere an die Skulptur Amor und Psyche von Bildhauer Antonio Canova. Die bunten Kostüme der Tänzer würdigten italienische Design-Ikonen wie die Moka-Espressokocher.
Die Eröffnungsfeier fand zeitgleich an den vier Standorten Mailand, Cortina d'Ampezzo, Predazzo und Livigno statt. Die insgesamt 2900 Athleten aus 92 Teilnehmernationen marschierten dabei jeweils in den Veranstaltungsorten ein, die ihren Wettkampfstätten am nächsten liegen. So sollten die Reisewege so kurz wie möglich gehalten werden.
Die Fahne für Deutschland trug in Mailand Eishockey-Star Leon Draisaitl. In Predazzo führte Skispringerin Katharina Schmid die deutsche Mannschaft an. Für besondere Akzente sorgten die kleine jamaikanische Delegation mit einer Tanzeinlage in den Straßen des verschneiten Cortina. Die tschechischen Athleten traten in einem besonders gewagten und farbenfrohen Outfit auf. Mit lautem Applaus wurden die Sportler aus der Ukraine begrüßt.
Das olympische Feuer wurde erstmals an zwei Orten gleichzeitig gezündet: am Mailänder Friedensbogen von den italienischen Ski-Legenden Tomba und Deborah Compagnoni und im Zentrum von Cortina d'Ampezzo von der italienischen Ski-Olympiasiegerin Goggia.
Die Winterspiele finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die insgesamt 2900 angereisten Athletinnen und Athleten werden von 6000 Polizisten und 2000 Militärangehörigen bewacht. Die Sicherheitsgesetze in Italien waren kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele nochmals verschärft worden. Die Olympischen Spiele enden am 22. Februar.
Begleitet wurde die Eröffnung der Winterspiele von Protesten in Mailand gegen die Anwesenheit von Einsatzkräften der US-Einwanderungspolizei ICE. In Mailand protestierten mehrere hundert Studenten vor der technischen Universität, nahe dem San-Siro-Stadion fand eine Demonstration gegen die Ausrichtung der Olympischen Spiele statt.
Die ICE-Mitarbeiter gehören zu den Einheiten, die die Sicherheit der US-Athleten gewährleisten sollen. ICE geht derzeit in den USA mit Abschiebe-Razzien massiv gegen Migranten ohne gültigen Aufenthaltstitel vor.
Bei Protesten gegen die Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump wurden in den vergangenen Wochen in der Stadt Minneapolis zwei US-Bürger erschossen. An der Eröffnungsfeier in Mailand nahm auch US-Vizepräsident JD Vance teil - ein eiserner Verteidiger von Trumps Politik.
Als Vance und seine Ehefrau auf den Großbildschirmen im San-Siro-Stadion während des Einlaufens der US-Athleten gezeigt wurden, ertönten zahlreiche Pfiffe unter den Zuschauern.
Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni, die ebenfalls an der Eröffnungsfeier teilnahm, hatte Vance zuvor empfangen. Sport und Religion seien "Werte, die Italien und die USA, Europa und die USA, die westliche Zivilisation zusammenbringen".
OZD-Kommentar – Glanz, Geschichte und Gegenwart
Italien hat geliefert: Diese Eröffnungsfeier war ein selbstbewusstes Schaufenster nationaler Identität und olympischer Tradition. Zwei Flammen, große Namen und ein kultureller Rundumschlag zeigen, wie sehr das Land diese Spiele als Prestigeprojekt begreift. Doch zwischen Opernpathos und Popmusik drängte sich auch die Gegenwart auf – mit Protesten, Sicherheitsgesetzen und politischen Spannungen. Genau darin liegt die Wahrheit dieser Spiele: Olympia ist nie unpolitisch, aber es kann Momente schaffen, in denen die Welt zumindest kurz gemeinsam hinsieht.
Historischer HintergrundItalien richtet zum dritten Mal Olympische Winterspiele aus. Nach Cortina d’Ampezzo 1956 und Turin 2006 markieren die Spiele von Mailand–Cortina einen neuen Ansatz mit mehreren dezentralen Austragungsorten. Erstmals in der Geschichte wurde das Olympische Feuer gleichzeitig an zwei Orten entzündet.
ZukunftsprognoseGelingt Italien eine sichere und reibungslose Durchführung, könnten diese Spiele zum Vorbild für zukünftige, stärker regional verteilte Olympische Konzepte werden. Gleichzeitig dürfte die politische Begleitmusik ein ständiger Faktor bleiben – besonders bei globalen Großereignissen in unruhigen Zeiten.
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Frage:
Welche Besonderheit gab es bei der Entzündung des Olympischen Feuers in Mailand–Cortina?
A) Das Feuer wurde von Kindern entzündet
B) Es brannte nur im Stadion
C) Es wurde gleichzeitig an zwei Orten entzündet
D) Es kam direkt per Hubschrauber
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Mini-Infobox
– Gastgeber: Italien
– Austragungsorte: Mailand, Cortina, Predazzo, Livigno
– Nationen: 92
– Athleten: ca. 2900
– Ende der Spiele: 22. Februar
Symbolik der Eröffnung
a) Doppelte Flamme als Novum
b) Nationale Ikonen im Mittelpunkt
c) Verbindung von Kultur und Sport
Politischer Kontext
a) Proteste gegen ICE-Präsenz
b) Hohe Sicherheitsvorkehrungen
c) Internationale Spannungen sichtbar
Bedeutung für Olympia
a) Neues Gastgebermodell
b) Hoher medialer Effekt
c) Maßstab für künftige Spiele
Was ist die ICE?
Die US-Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement ist für
Abschiebungen und die Durchsetzung des Aufenthaltsrechts in den USA
zuständig. Ihr Einsatz bei den Winterspielen sorgt wegen der
umstrittenen Abschiebepolitik der US-Regierung international für Kritik.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-ExtrasHistorisch: Noch nie zuvor wurde das Olympische Feuer bei Winterspielen gleichzeitig an zwei Orten entzündet.
Text und Titelbild AFP
Alle Angaben ohne Gewähr.

