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Wieder zerplatzt der Traum im letzten Anschlag – Preuß scheitert dramatisch

Franziska Preuß kämpft sich in Antholz beeindruckend nach vorne – und scheitert erneut im letzten Schießen. Zwei Strafrunden kosten die Medaille. Jetzt bleibt nur noch der Massenstart.

Franziska Preuß hat sich den Traum von einer olympischen Einzelmedaille erneut nicht erfüllen können. In der Verfolgung von Antholz arbeitete sich die beste deutsche Biathletin von Rang sieben auf Platz sechs nach vorne – doch zwei Strafrunden im letzten Schießen verhinderten den Sprung aufs Podest. Nach 10 Kilometern fehlten 33,7 Sekunden auf Rang drei.

Schon nach dem durchwachsenen Sprint war die erträumte Medaille in weite Ferne gerückt. Für eine Aufholjagd hätte es ein perfektes Rennen gebraucht – und lange lieferte Preuß genau das. Vor den Augen von Fußballstar Joshua Kimmich verkürzte sie ihren Rückstand von einer Minute mit zwei fehlerfreien Liegend-Serien auf nur noch 32 Sekunden. Nach dem dritten perfekten Schießen schloss sie sogar zu Platz drei auf.

Doch dann kam wieder dieser Moment. Wie schon in Mixed-Staffel, Einzel und Sprint unterliefen ihr im letzten Stehendanschlag entscheidende Fehler. Zwei Scheiben blieben stehen – zwei Strafrunden, die alle Hoffnungen zerstörten.

Vorne feierte Lisa Vittozzi dank fehlerfreiem Schießen einen emotionalen Heimsieg. Dahinter komplettierten die Norwegerin Marek Kirkeeide und die Finnin Suvi Minkkinen das Podest. Vanessa Voigt fiel nach drei Fehlern von Rang zwölf auf Platz 19 zurück. Julia Tannheimer und Selina Grotian kamen nicht unter die besten 30. Für die deutschen Frauen bleiben bei den Olympischen Spielen in Italien nur noch zwei Medaillenchancen. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf der Staffel am Mittwoch, in der Janina Hettich-Walz nach Magenproblemen zurückkehren dürfte. Die letzte Gelegenheit auf eine olympische Einzelmedaille bietet sich Preuß im Massenstart. Ob es sogar ihr letztes Karriererennen sein wird, ist noch offen.

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OZD-Kommentar – Das verflixte letzte Schießen

Es ist kein Zufall mehr. Es ist ein Muster. Franziska Preuß läuft stark, sie kämpft sich heran, sie bringt sich in Position – und dann kommt dieser letzte Anschlag. Der Moment maximalen Drucks. Und wieder kippt alles. Olympia ist gnadenlos. Zwei Fehler entscheiden über Ruhm oder Rang sechs. Der Massenstart wird zum mentalen Endspiel. Gelingt ihr endlich der Befreiungsschlag? Oder bleibt das letzte Schießen das Symbol einer verpassten olympischen Einzelkarriere?


Mini-Infobox

Wettbewerb: 10 km Verfolgung

Platzierung Preuß: 6

Rückstand auf Bronze: 33,7 Sekunden

Fehler im letzten Schießen: 2

Letzte Einzelchance: Massenstart




OZD-Analyse

Rennverlauf
a) Starke Aufholjagd nach Sprint –
b) Drei fehlerfreie Serien –
c) Einbruch im finalen Stehendanschlag –

Psychologischer Faktor
a) Wiederholte Fehler im letzten Schießen –
b) Olympia-Druck vor möglichem Karriereende –
c) Hohe Erwartungshaltung an Deutschlands Top-Athletin –

Perspektive
a) Staffel als realistische Medaillenoption –
b) Massenstart als letzte Einzelchance –
c) Offene Entscheidung über Karriereende –


Wer ist Franziska Preuß?

Franziska Preuß zählt seit Jahren zur Weltspitze im deutschen Biathlon. Sie gewann Weltcup-Rennen, WM-Medaillen und Olympia-Bronze mit der Mixed-Staffel. Eine olympische Einzelmedaille fehlt bislang in ihrer Sammlung – ein Ziel, das sie vor ihrem möglichen Karriereende unbedingt erreichen möchte.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.