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Cyberalarm vor Olympia: Italien stoppt russische Angriffe

Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele hat Italien nach eigenen Angaben russische Cyberangriffe auf Olympia-Standorte und Ministerien abgewehrt.

Italien hat nach Angaben der Regierung wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo mehrere russische Cyberangriffe abgewehrt, die sich auch gegen die Sportgroßveranstaltung richteten. Das teilte Außenminister Antonio Tajani am Dienstag laut italienischen Medien während einer Reise nach Washington mit.

"Wir haben eine Reihe von Cyberangriffen auf Büros des Außenministeriums, beginnend in Washington, und auch auf einige Standorte der Olympischen Winterspiele, darunter Hotels in Cortina, vereitelt", sagte Tajani. Nach Einschätzung der italienischen Behörden seien die Attacken "russischen Ursprungs" gewesen.

Die Sicherheit der Olympischen Spiele gilt traditionell als besonders sensibel, sowohl physisch als auch digital. Bereits im Vorfeld der Winterspiele 2026 hatte es intensive Diskussionen über Sicherheitskonzepte gegeben, unter anderem auch wegen möglicher Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE im Umfeld der Spiele.

Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass Olympia zunehmend Ziel von Cyberangriffen ist. Bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris registrierte die französische Sicherheitsbehörde ANSSI insgesamt 141 Cybersicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit der Veranstaltung. Keiner dieser Angriffe beeinträchtigte jedoch den Ablauf der Spiele.

Deutlich gravierender war die Lage bei den Olympischen Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang. Dort kam es während der Eröffnungsfeier zu einem massiven Cyberangriff. Die Organisatoren äußerten sich damals nicht offiziell zur Urheberschaft, erklärten jedoch, die Quelle sei bekannt. Später erhob das US-Justizministerium Anklage gegen sechs Mitglieder des russischen Militärgeheimdienstes, die für den Angriff verantwortlich gemacht wurden. Als Motiv galten Sanktionen des Internationalen Olympischen Komitees gegen Russland wegen des Staatsdopings.

Nach Angaben des britischen Außenministeriums hatte Russland auch die Olympischen Sommerspiele in Tokio 2021 ins Visier genommen. Russland selbst ist als Nation aufgrund des Angriffskrieges gegen die Ukraine von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Allerdings dürfen 13 russische sowie sieben belarussische Athletinnen und Athleten unter neutraler Flagge an den Winterspielen in Norditalien teilnehmen.

Parallel dazu wird im internationalen Sport derzeit darüber diskutiert, ob Russland wieder vollständig zugelassen werden soll. Auch der Fußball-Weltverband FIFA befasst sich mit einer möglichen Rückkehr russischer Teams in den internationalen Wettbewerb.
OZD / ©AFP


OZD-Kommentar – Olympia im Fadenkreuz digitaler Machtspiele:
Dass Olympische Spiele längst nicht mehr nur sportlich, sondern auch digital verteidigt werden müssen, ist eine unbequeme Realität. Cyberangriffe sind zur modernen Form politischer Machtdemonstration geworden – leise, schwer nachweisbar und hochwirksam. Wenn Staaten ihre Konflikte ins Netz verlagern, geraten globale Sportereignisse zwischen die Fronten. Die Abwehr der Angriffe ist ein Erfolg, doch die Warnung bleibt: Solche Attacken werden nicht die letzten gewesen sein, sondern Teil eines Dauerzustands.


Mini-Infobox:
– Cyberangriffe kurz vor Olympia abgewehrt
– Ziele: Ministerium und Olympia-Standorte
– Italien spricht von russischem Ursprung
– Sicherheit digital und physisch im Fokus


OZD-Analyse
Der Vorfall unterstreicht die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit bei Großereignissen.

Zielrichtung der Angriffe
a) Staatliche Institutionen
b) Infrastruktur der Olympischen Spiele
c) Symbolische Orte mit internationaler Aufmerksamkeit

Politischer Kontext
a) Russlands Ausschluss von Olympia
b) Sanktionen nach Staatsdoping
c) Angriffskrieg gegen die Ukraine

Internationale Folgen
– Verschärfte Sicherheitskonzepte
– Zunehmende Militarisierung des digitalen Raums
– Belastungsprobe für internationale Sportorganisationen


Was sind die Olympischen Winterspiele Mailand–Cortina?
Die Olympischen Winterspiele 2026 finden in Norditalien statt, mit zentralen Austragungsorten in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Es handelt sich um eine der größten internationalen Sportveranstaltungen.


Was ist eine Cyberattacke?
Eine Cyberattacke ist ein gezielter digitaler Angriff auf Computersysteme, Netzwerke oder Daten, oft mit dem Ziel der Sabotage, Spionage oder politischen Einflussnahme.


Historischer Hintergrund:
Seit mehr als einem Jahrzehnt sind Olympische Spiele zunehmend Ziel digitaler Angriffe. Besonders seit den Sanktionen gegen Russland wegen Staatsdopings und geopolitischer Konflikte gilt Olympia als Projektionsfläche internationaler Spannungen.


Prognose:
Mit der fortschreitenden Digitalisierung großer Sportevents ist künftig mit weiteren Cyberangriffen zu rechnen. Staaten und Organisatoren werden gezwungen sein, Sicherheit nicht nur in Stadien, sondern auch im virtuellen Raum massiv auszubauen.


Gewinnspiel:
Worauf zielten die abgewehrten Cyberangriffe laut Italien ab?
A) Ticketverkaufssysteme
B) Medienübertragungen
C) Ministerien und Olympia-Standorte
D) Soziale Netzwerke

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen


OZD-Extra
Bei Olympia entscheidet heute nicht nur die Medaillenbilanz über Erfolg – sondern auch, ob Server und Netzwerke stabil bleiben.


Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.