Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de

„Krieg ist die Hölle“: Washington bereitet Bevölkerung auf Verluste vor

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärt, Demokratie im Iran sei kein Kriegsziel. Weitere Verluste seien wahrscheinlich.

Demokratie im Iran ist nach Angaben von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kein Ziel des aktuellen Militäreinsatzes. Es gehe nicht um ein „Experiment zum Demokratie-Aufbau“, sagte Hegseth am Montag bei einer Pressekonferenz im Pentagon. Die USA wollten „keine politisch korrekten Kriege“ mehr wie in der Vergangenheit, betonte der Minister, der sich seit September selbst als „Kriegsminister“ bezeichnet.

Hegseth lehnte es ab, Angaben über das mögliche Ausmaß oder die Dauer des Einsatzes zu machen. „Ich halte es seit Langem für einen dieser Trugschlüsse, dass dieses Ministerium oder Präsidenten oder andere den amerikanischen Bürgern – und übrigens auch unseren Feinden – sagen sollten: Genau das werden wir tun“, sagte er sichtlich erregt. Ein solches Vorgehen sei „Unsinn“.

Zugleich stimmte Hegseth die US-Bevölkerung auf weitere Opfer ein. Wie Präsident Donald Trump gewarnt habe, bringe ein Einsatz dieses Ausmaßes Verluste mit sich. „Krieg ist die Hölle. Und das wird er immer sein“, sagte Hegseth, der selbst als Soldat im Irak und in Afghanistan im Einsatz war.

Auch Generalstabschef Dan Caine erklärte: „Wir rechnen mit weiteren Verlusten.“ Die US-Armee bestätigte bislang den Tod von vier Soldaten im am Samstag begonnenen US-israelischen Krieg gegen den Iran.

Am Wochenende hatten Israel und die USA massive Angriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden nach US-Angaben unter anderem Irans oberster Führer Ali Chamenei sowie weitere iranische Führungsfiguren getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel, Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.

OZD / ©AFP

OZD-Kommentar – Klare Worte, offene Fragen

Pete Hegseth formuliert eine neue Doktrin: kein Nation-Building, kein Demokratie-Export, kein detaillierter Fahrplan. Das klingt nach strategischer Nüchternheit – ist aber auch ein riskantes Signal. Wer keine klaren Ziele definiert, schafft Interpretationsspielräume. Die Absage an „politisch korrekte Kriege“ soll innenpolitisch Stärke zeigen, doch sie ersetzt keine langfristige Strategie. Wenn die Verluste steigen und die Einsatzdauer unklar bleibt, könnte die Unterstützung in der US-Bevölkerung bröckeln. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt erst.

Mini-Infobox

– Demokratie kein offizielles Kriegsziel
– Keine Angaben zu Dauer oder Umfang des Einsatzes
– Vier gefallene US-Soldaten bestätigt
– Weitere Verluste erwartet

OZD-Analyse

Strategiewechsel
a) Abkehr vom klassischen Nation-Building
b) Fokus auf militärische Zielerreichung
c) Betonung strategischer Unberechenbarkeit

Kommunikationslinie
a) Keine Offenlegung konkreter Pläne
b) Signal an Gegner und Verbündete
c) Innenpolitische Absicherung durch Härte-Rhetorik

Risiken
a) Fehlende Exit-Strategie
b) Steigende Opferzahlen
c) Regionale Eskalationsgefahr

Erklärungen / Wissensblock

Wer ist Pete Hegseth?
Pete Hegseth ist US-Verteidigungsminister. Er war zuvor Offizier und diente im Irak sowie in Afghanistan. In seiner Amtszeit betont er eine harte sicherheitspolitische Linie.

Wer ist Ali Chamenei?
Ali Chamenei ist seit 1989 oberster Führer der Islamischen Republik Iran und damit das höchste politische und religiöse Oberhaupt des Landes.

Was bedeutet Nation-Building?
Nation-Building bezeichnet den Versuch, nach militärischen Interventionen politische Systeme, Institutionen und demokratische Strukturen in einem Staat aufzubauen.

Historischer Hintergrund

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 führten die USA langjährige Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan durch. Beide Missionen waren mit umfassenden Nation-Building-Programmen verbunden und dauerten teils über zwei Jahrzehnte. Die Erfahrungen daraus prägen die aktuelle US-Strategie.

Prognose

Sollte Washington an einer rein militärischen Zieldefinition festhalten, könnte der Einsatz kurzfristig fokussierter wirken. Langfristig bleibt jedoch offen, wie politische Stabilität in der Region ohne weitergehende Strategie gesichert werden soll. Steigende Opferzahlen könnten die innenpolitische Debatte verschärfen.

Gewinnspiel

Wie viele gefallene US-Soldaten hat die US-Armee bislang bestätigt?

A) Zwei
B) Vier
C) Acht
D) Zwölf

Jetzt teilnehmen:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

OZD-Extra

Mit der Selbstbezeichnung als „Kriegsminister“ setzt Hegseth bewusst ein politisches Signal – und grenzt sich rhetorisch deutlich von früheren Amtsinhabern ab.


Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild: AFP