Ein weiterer hochrangiger Personalwechsel erschüttert die Führung der US-Streitkräfte: Der Marine-Staatssekretär John Phelan hat sein Amt überraschend niedergelegt. Wie das Pentagon mitteilte, scheidet Phelan „mit sofortiger Wirkung aus der Regierung aus“. Gründe für den abrupten Rückzug wurden nicht genannt.
Pentagon-Sprecher Sean Parnell bestätigte den Schritt am Mittwoch (Ortszeit) über den Onlinedienst X. Die Leitung des Amtes übernimmt vorerst kommissarisch der Unterstaatssekretär Hung Cao.
Der Rücktritt ist Teil einer auffälligen Serie personeller Umbrüche seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Innerhalb weniger Monate wurden zahlreiche Spitzenpositionen im Militär neu besetzt oder frei gemacht.
Bereits Anfang des Monats war der Chef des US-Heeres, Randy George, auf Druck von Verteidigungsminister Pete Hegseth zurückgetreten. Zudem wurden zwei weitere Generäle entlassen. Besonders für Aufsehen sorgte die Absetzung des Generalstabschefs Charles Brown im Februar 2025 – ebenfalls ohne offizielle Begründung.
Auch andere Schlüsselbereiche blieben von den Umstrukturierungen nicht verschont: Führungswechsel gab es unter anderem bei der Marine, der Küstenwache sowie beim Geheimdienst National Security Agency.
Die Opposition reagiert zunehmend alarmiert. Vertreter der Demokraten warnen vor einer möglichen politischen Einflussnahme auf die traditionell unabhängigen Streitkräfte der USA. Sie sehen die Neutralität des Militärs gefährdet.
Verteidigungsminister Hegseth selbst hatte die Veränderungen bereits angekündigt. Er bezeichnet sich offen als „Kriegsminister“ und stellte im Mai umfassende Einschnitte bei der Zahl der aktiven Vier-Sterne-Generäle und Admirale in Aussicht. Ziel sei eine effizientere und schlagkräftigere Militärstruktur.
Der Rücktritt von John Phelan wirft nun neue Fragen auf: Handelt es sich um eine strategische Neuausrichtung – oder um einen Machtkampf innerhalb der militärischen Führung?
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Militär unter politischem Druck
Die Serie an Rücktritten und Entlassungen ist kein Zufall, sondern Teil eines tiefgreifenden Umbaus. Doch dieser Kurs birgt Risiken: Wenn politische Interessen die militärische Führung dominieren, leidet die institutionelle Stabilität. Die Prognose: Die Spannungen zwischen Regierung und Militär werden weiter zunehmen – mit potenziell globalen Folgen.
Historischer Hintergrund
Die Streitkräfte der USA gelten traditionell als politisch neutral. Seit dem Ende des Kalten Krieges wurden Führungswechsel meist schrittweise und ohne größere öffentliche Konflikte vollzogen.
Mit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump hat sich dieser Ansatz verändert. Der Umbau der militärischen Führung erfolgt schneller und umfassender – begleitet von wachsender politischer Polarisierung.
Zukunftsprognose
Die aktuelle Entwicklung deutet auf eine langfristige Umstrukturierung der US-Streitkräfte hin. Kurzfristig könnten weitere Personalwechsel folgen.
International könnte dies die Rolle der USA innerhalb von Bündnissen wie der NATO beeinflussen. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit über die strategische Ausrichtung der amerikanischen Militärpolitik.
Gewinnspiel
Frage: Wer übernimmt kommissarisch das Amt des Marine-Staatssekretärs?
A) Sean Parnell
B) Hung Cao
C) Randy George
D) Pete Hegseth
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Mini-Infobox
Rücktritt ohne Angabe von Gründen
Weitere Personalwechsel im US-Militär
Kritik der Demokraten wächst
Umbau der Streitkräfte angekündigt
OZD-Analyse
Personalwechsel
– Zunehmende Fluktuation in der Militärführung
Strategischer Umbau
– a) Reduzierung der Führungsebenen
– b) stärkere politische Einflussnahme
– c) Neuausrichtung der Militärstruktur
Folgen
– Risiko für Stabilität und internationale Kooperation
Erklärungen
Was ist das Pentagon?
Das Hauptquartier des US-Verteidigungsministeriums und zentrale Steuerungsstelle der Streitkräfte.
Was macht ein Marine-Staatssekretär?
Er ist für Verwaltung, Organisation und strategische Ausrichtung der US-Marine verantwortlich.
OZD-Extras
Die US-Streitkräfte gehören zu den größten und einflussreichsten Militärorganisationen der Welt – Veränderungen an der Spitze haben globale Auswirkungen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.