Die Königsklasse des Motorsports teilte am späten Samstagabend mit, dass der Grand Prix von Bahrain am 12. April sowie das Rennen in Saudi-Arabien am 19. April nicht stattfinden werden. Grund seien große Sicherheitsbedenken infolge der aktuellen militärischen Entwicklungen in der Region.
Nach Angaben der Formel 1 sei man „nach sorgfältiger Prüfung und aufgrund der anhaltenden Lage im Nahen Osten“ zu der Entscheidung gekommen, die beiden Veranstaltungen abzusagen. Damit wird der WM-Kalender von ursprünglich 24 auf 22 Rennen reduziert.
Nach dem dritten Saisonlauf am 29. März in Japan entsteht dadurch eine ungewöhnlich lange Pause im Rennkalender. Erst am 3. Mai wird die Saison mit dem Grand Prix von Miami fortgesetzt.
Formel-1-Chef Stefano Domenicali sprach von einer „schwierigen“ Entscheidung. Angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten sei sie jedoch „zum jetzigen Zeitpunkt leider die richtige“. Auch Mohammed bin Sulayem, Präsident des Automobil-Weltverbands FIA, betonte, dass „die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Community und unserer Kollegen stets an erste Stelle stehen“.
Die Absagen markieren die ersten Rennstreichungen seit drei Jahren. In der Saison 2023 musste der Große Preis der Emilia-Romagna in Imola wegen schwerer Regenfälle abgesagt werden.
Dabei galt Bahrain noch vor wenigen Wochen als sicherer Austragungsort. Erst im Februar hatte die Formel 1 dort ihre traditionellen Testfahrten auf dem Bahrain International Circuit durchgeführt.
Politische Spannungen in der Region hatten jedoch bereits in der Vergangenheit Einfluss auf die Formel 1. So wurde das Rennen in Bahrain 2011 wegen schwerer politischer Unruhen abgesagt. 2022 hatten Huthi-Rebellen eine Raffinerie in der Nähe der Rennstrecke im saudi-arabischen Dschidda beschossen, dennoch wurde das Rennwochenende damals fortgesetzt.
Die aktuelle Eskalation im Nahen Osten hat jedoch eine neue Dimension erreicht. Nachdem die USA und Israel Ende Februar Luftangriffe auf Ziele im Iran durchgeführt hatten, reagierte Teheran mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Betroffen waren auch Saudi-Arabien sowie die bahrainische Hauptstadt Manama.
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OZD-Kommentar – Wenn Geopolitik den Rennkalender stoppt
Die Formel 1 präsentiert sich gern als globaler Zirkus, der überall fahren kann – doch geopolitische Realität setzt klare Grenzen. Die Absage der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien zeigt, wie eng Sport, Politik und Sicherheit inzwischen miteinander verwoben sind. Gerade die Formel 1 hat in den vergangenen Jahren stark auf Rennen im Nahen Osten gesetzt. Diese Strategie bringt enorme Einnahmen, macht den Sport aber auch anfällig für politische Krisen. Die aktuelle Entscheidung ist deshalb richtig – auch wenn sie für Veranstalter und Teams teuer wird. Sicherheit muss über kommerziellen Interessen stehen. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie fragil der globale Rennkalender geworden ist, wenn Konflikte ganze Regionen destabilisieren.
Historischer Hintergrund
Die Formel 1 hat in der Vergangenheit mehrfach auf politische Krisen reagieren müssen. Besonders bekannt ist die Absage des Bahrain-Grand-Prix 2011 während der Proteste des Arabischen Frühlings. Auch in anderen Regionen kam es immer wieder zu Veränderungen im Rennkalender, wenn Sicherheitslagen oder Naturkatastrophen Veranstaltungen unmöglich machten.
Zukunftsprognose
Ob die abgesagten Rennen in dieser Saison noch ersetzt werden, ist derzeit offen. Wahrscheinlich ist jedoch, dass der Kalender bei 22 Rennen bleibt. Gleichzeitig könnte die aktuelle Krise langfristige Auswirkungen auf die Strategie der Formel 1 haben – insbesondere auf die starke Konzentration von Rennen im Nahen Osten.

Gewinnspiel
Frage: Welche beiden Formel-1-Rennen wurden wegen der Sicherheitslage im Nahen Osten abgesagt?
A) Bahrain und Saudi-Arabien
B) Miami und Las Vegas
C) Monaco und Barcelona
D) Japan und Australien
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Mini-Infobox
Abgesagte Rennen: Bahrain und Saudi-Arabien
Termine: 12. April und 19. April
Grund: Sicherheitsbedenken wegen Iran-Konflikt
Neuer Rennstart nach Pause: 3. Mai in Miami
Saisonrennen: 22 statt 24
OZD-Analyse
Sicherheitslage zwingt die Formel 1 zum Handeln.
– Militärische Eskalationen in der Golfregion erhöhen die Risiken für Teams und Zuschauer.
– Veranstalter und FIA reagieren mit präventiven Absagen.
Der Rennkalender wird deutlich verändert.
– a) Zwei Grand Prix fallen komplett aus.
– b) Die Saison umfasst nun 22 statt 24 Rennen.
– c) Zwischen Japan und Miami entsteht eine fünfwöchige Pause.
Die Formel 1 wird politisch verwundbarer.
– a) Viele Rennen finden in geopolitisch sensiblen Regionen statt.
– b) Konflikte können den Rennkalender schnell beeinflussen.
– c) Die langfristige Standortstrategie könnte neu bewertet werden.

Erklärungen
Was ist die Formel 1?
Die Formel 1 ist die höchste Rennklasse im internationalen Motorsport. In einer Weltmeisterschaft treten Teams und Fahrer in Grand Prix auf verschiedenen Rennstrecken rund um den Globus gegeneinander an.
Was ist die FIA?
Die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) ist der internationale Dachverband des Automobilsports. Die Organisation regelt unter anderem die technischen und sportlichen Vorschriften der Formel-1-Weltmeisterschaft.
OZD-Extras
Die Formel 1 hatte noch im Februar ihre offiziellen Wintertests auf dem Bahrain International Circuit durchgeführt – nur wenige Wochen vor der nun erfolgten Absage des Rennens.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.