Großer Triumph für Regisseur Paul Thomas Anderson: Sein Film „One Battle After Another“ ist bei den 98. Academy Awards als bester Film ausgezeichnet worden. Der satirische Action-Thriller setzte sich überraschend gegen den zuvor favorisierten Vampir-Horrorfilm „Blood & Sinners“ durch.
Insgesamt gewann „One Battle After Another“ sechs Oscars. Für Anderson war es der erste Academy Award seiner Karriere – nach insgesamt 14 Nominierungen. „Für so etwas lasst Ihr einen Mann ganz schön hart arbeiten“, sagte der 55-Jährige bei seiner Dankesrede.
Der Film mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle erzählt die Geschichte eines ehemaligen Aktivisten, der einst mit einer Widerstandsgruppe gegen die US-Einwanderungspolizei kämpfte und nun seine Tochter vor einem Extremisten retten muss.
Auch Sean Penn wurde ausgezeichnet. Der Schauspieler erhielt für seine Rolle als radikaler Colonel Steven Lockjaw den Oscar als bester Nebendarsteller – seinen dritten insgesamt. Penn war allerdings nicht persönlich bei der Gala in Hollywood anwesend. Laut US-Medien hielt er sich in Europa auf, um eine Reise in die Ukraine vorzubereiten.
Der ursprünglich als Favorit gehandelte Film „Blood & Sinners“ erhielt vier Oscars. Michael B. Jordan wurde für seine Doppelrolle als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Regisseur Ryan Coogler gewann außerdem den Preis für das beste Originaldrehbuch.
Der Film erzählt die Geschichte von Zwillingsbrüdern, die im Amerika der 1930er Jahre während der Rassentrennung gegen übernatürliche Kräfte und rassistische Gewalt kämpfen. Mit 16 Nominierungen stellte „Blood & Sinners“ einen neuen Rekord bei den Oscars auf.
Der Oscar für die beste Hauptdarstellerin ging an die irische Schauspielerin Jessie Buckley. Sie wurde für ihre Rolle in der Tragödie „Hamnet“ ausgezeichnet, in der sie Agnes spielt – die Ehefrau von William Shakespeare, die den gemeinsamen Sohn an die Pest verliert.
Ein deutscher Film war diesmal nicht für den Auslands-Oscar nominiert. Dennoch gab es deutsche Beteiligung bei den Gewinnern. Das Familiendrama „Sentimental Value“ des dänisch-norwegischen Regisseurs Joachim Trier gewann den Oscar für den besten internationalen Film. Produziert wurde der Film unter anderem von den deutschen Produzenten Maren Ade, Janine Jackowski und Jonas Dornbach.
Auch der Dokumentarfilm „Mr. Nobody Against Putin“, eine deutsch-amerikanische Koproduktion, wurde ausgezeichnet. Der Film erzählt die Geschichte eines russischen Lehrers, der sich nach Beginn des Ukraine-Krieges gegen staatliche Propaganda stellt.
Moderiert wurde die Oscar-Verleihung vom ehemaligen Late-Night-Moderator Conan O'Brien. Während der Show gab es mehrfach indirekte politische Kommentare – unter anderem mit Seitenhieben auf US-Präsident Donald Trump.
Auch politische Botschaften von Künstlern prägten den Abend. Schauspieler Javier Bardem rief in einer Rede „Nein zum Krieg“ im Nahen Osten und „befreit Palästina“.
OZD

OZD-Kommentar – Hollywood bleibt politisch
Die Oscars sind längst mehr als nur eine Preisverleihung für Filme. Sie sind auch eine Bühne für politische Botschaften. Ob Kritik an Präsidenten, Stellungnahmen zu Kriegen oder Kommentare zu gesellschaftlichen Konflikten – Hollywood nutzt seine Reichweite, um Debatten anzustoßen. Das sorgt immer wieder für Kontroversen, zeigt aber auch die kulturelle Macht des Kinos. Gleichzeitig bleibt der Kern der Veranstaltung das Erzählen von Geschichten. Dass ein satirischer Thriller über politische Radikalisierung den wichtigsten Preis gewinnt, passt deshalb durchaus zur aktuellen Zeit.
Historischer Hintergrund
Die Academy Awards wurden erstmals 1929 verliehen und gelten bis heute als die wichtigsten Filmpreise der Welt. Jährlich zeichnet die Academy of Motion Picture Arts and Sciences herausragende Leistungen im internationalen Kino aus.
Zukunftsprognose
Der Erfolg von „One Battle After Another“ könnte die Karriere von Regisseur Paul Thomas Anderson weiter beflügeln. Gleichzeitig zeigt die diesjährige Oscar-Saison, dass politisch geprägte Filme und gesellschaftliche Themen weiterhin eine große Rolle in Hollywood spielen.
Gewinnspiel
Frage: Welcher Film gewann den Oscar als bester Film?
A) Blood & Sinners
B) Hamnet
C) One Battle After Another
D) Sentimental Value
Zum Mitmachen:
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Mini-Infobox
Veranstaltung: 98. Oscar-Verleihung
Bester Film: „One Battle After Another“
Regisseur: Paul Thomas Anderson
Oscars für „Blood & Sinners“: 4
Moderation: Conan O’Brien
OZD-Analyse
Ein politischer Film gewinnt den wichtigsten Preis.
– „One Battle After Another“ greift aktuelle gesellschaftliche Konflikte auf.
– Der Film verbindet Action mit politischer Satire.
„Blood & Sinners“ bleibt trotz Favoritenrolle hinter Erwartungen.
– a) Der Film war in 16 Kategorien nominiert.
– b) Vier Oscars sind dennoch ein großer Erfolg.
– c) Michael B. Jordan gewinnt als bester Hauptdarsteller.
Politik prägt die Oscar-Nacht.
– a) Mehrere Künstler äußerten sich zu internationalen Konflikten.
– b) Kritik an politischen Entwicklungen in den USA wurde laut.
– c) Die Gala spiegelte damit auch globale Debatten wider.
Was sind die Oscars?
Die Academy Awards, meist einfach Oscars genannt, sind die bedeutendsten Filmpreise der Welt. Sie werden jährlich von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Hollywood verliehen.
Wer ist Paul Thomas Anderson?
Paul Thomas Anderson ist ein US-amerikanischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Er gilt als einer der einflussreichsten Filmemacher seiner Generation und wurde für Werke wie „There Will Be Blood“, „Boogie Nights“ und „Phantom Thread“ international bekannt.
OZD-Extras
Mit seinem ersten Oscar beendet Paul Thomas Anderson eine lange Serie von Nominierungen ohne Sieg – insgesamt war er zuvor bereits 14 Mal für den Filmpreis nominiert gewesen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
