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Kriegssituation verschärft sich: Israel meldet gezielte Bodenoperation gegen Hisbollah

Israels Armee hat einen begrenzten Bodeneinsatz im Südlibanon begonnen. Ziel sind Stellungen der Hisbollah-Miliz nach anhaltenden Angriffen.

Die israelische Armee hat einen „begrenzten und gezielten Bodeneinsatz“ gegen die Hisbollah-Miliz im Südlibanon begonnen. Das teilten die israelischen Streitkräfte am Montag mit.

„In den vergangenen Tagen haben Truppen der israelischen Streitkräfte (IDF) der 91. Division einen begrenzten und gezielten Bodeneinsatz gegen wichtige Stellungen der Hisbollah im Südlibanon eingeleitet, um den Vorwärtsverteidigungsbereich zu stärken“, erklärte das Militär.

Das Vorgehen sei Teil „umfassender Verteidigungsbemühungen zum Aufbau und zur Stärkung einer vorwärtsgerichteten Verteidigungsposition“, hieß es weiter.

Dazu gehöre „auch die Zerschlagung terroristischer Infrastruktureinrichtungen und die Ausschaltung der in diesem Gebiet operierenden Terroristen“, um „Bedrohungen zu beseitigen und den Bewohnern Nordisraels zusätzliche Sicherheit zu bieten“.

Vor dem Beginn der Bodenoperation hatten die israelische Luftwaffe und Artillerie nach Angaben des Militärs „Angriffe gegen zahlreiche terroristische Ziele“ ausgeführt, um „die Bedrohungen im Einsatzgebiet zu verringern“.

Die Spannungen an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon haben sich seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar deutlich verschärft. Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz beschoss in dieser Zeit wiederholt den Norden Israels.

Die israelische Armee reagierte darauf mit Angriffen auf Ziele im Libanon. Besonders betroffen waren Regionen, die als Hochburgen der Hisbollah gelten, darunter der Süden des Landes, südliche Vororte der Hauptstadt Beirut sowie die ostlibanesische Bekaa-Ebene.

Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen bislang insgesamt rund 850 Menschen getötet und mehr als 2100 weitere verletzt.

Bereits während des Gaza-Kriegs nach dem Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte die Hisbollah den Norden Israels beschossen.

Daraufhin verließen rund 60.000 Menschen nach einer Evakuierungsaufforderung der Behörden ihre Häuser. Israel erklärte nun, solche großflächigen Evakuierungen diesmal möglichst verhindern zu wollen.

OZD / ©AFP

OZD-Kommentar

Der israelische Bodeneinsatz im Südlibanon markiert eine neue Phase der Eskalation im ohnehin angespannten Nahen Osten. Auch wenn die Armee von einem „begrenzten und gezielten“ Einsatz spricht, zeigt die Operation, wie schnell regionale Konflikte ineinandergreifen können. Die Hisbollah gilt als eine der militärisch stärksten Milizen der Region und verfügt über ein großes Raketenarsenal. Sollte sich der Konflikt weiter ausweiten, droht eine zweite große Front für Israel neben dem Gaza-Krieg. Für den Libanon, der bereits in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise steckt, könnte eine größere militärische Auseinandersetzung verheerende Folgen haben.

Mini-Infobox

Fakten zur aktuellen Eskalation

– Israel meldet „begrenzten Bodeneinsatz“ im Südlibanon
– Ziel sind Stellungen der Hisbollah-Miliz
– Luftangriffe und Artillerieangriffe gingen voraus
– Laut Libanon mehr als 850 Tote bei Angriffen
– Über 2100 Menschen wurden verletzt

OZD-Analyse

Die israelische Bodenoperation im Südlibanon hat mehrere militärische und politische Hintergründe.

Militärische Ziele Israels
a) Schwächung der Hisbollah-Stellungen nahe der Grenze
b) Zerstörung militärischer Infrastruktur
c) Schutz der nordisraelischen Grenzregion

– Israel versucht, potenzielle Angriffe frühzeitig zu unterbinden.

Rolle der Hisbollah
a) enge Verbindung zum Iran
b) großes Raketen- und Drohnenarsenal
c) militärische Präsenz im Südlibanon

– die Miliz gilt als eine der stärksten nichtstaatlichen Streitkräfte der Region.

Regionale Eskalationsgefahr
a) Spannungen seit Beginn des Iran-Kriegs
b) mögliche Ausweitung auf weitere Regionen
c) zusätzliche Belastung für den ohnehin instabilen Libanon

– internationale Beobachter warnen vor einer neuen großen Front im Nahen Osten.

Erklärungen / Wissensblock

Was ist die Hisbollah?

Die Hisbollah ist eine schiitische Miliz und politische Organisation im Libanon. Sie wurde in den 1980er Jahren gegründet und wird politisch und militärisch vom Iran unterstützt. Neben ihrer Rolle als bewaffnete Gruppe ist sie auch Teil des politischen Systems im Libanon und verfügt über eine eigene Parteistruktur.

Historischer Hintergrund

Die Grenze zwischen Israel und dem Libanon ist seit Jahrzehnten ein Spannungsgebiet. Besonders nach dem Libanonkrieg 2006 zwischen Israel und der Hisbollah blieb die Lage instabil. Immer wieder kommt es zu Raketenangriffen, Luftschlägen und militärischen Spannungen entlang der Grenze. Seit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 und den darauffolgenden regionalen Konflikten hat sich die Lage erneut verschärft.

Prognose

Sollte die israelische Bodenoperation ausgeweitet werden, könnte der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah zu einem offenen Krieg eskalieren. Dies würde nicht nur den Libanon, sondern möglicherweise auch weitere Länder der Region in den Konflikt hineinziehen. Internationale Vermittlungsversuche dürften daher in den kommenden Wochen deutlich zunehmen.

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Frage: Gegen welche Organisation richtet sich der israelische Bodeneinsatz im Südlibanon?

A) Hamas
B) Hisbollah
C) Islamischer Staat
D) Al-Qaida

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OZD-Extra

Die Hisbollah verfügt Schätzungen zufolge über zehntausende Raketen und gilt militärisch als deutlich stärker als viele andere Milizen im Nahen Osten.

Alle Angaben ohne Gewähr. 

Titelbild: AFP