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Trump droht mit Übernahme Kubas – Präsident kündigt „unerschütterlichen Widerstand“ an

Nach Trumps Übernahme-Drohung reagiert Kubas Präsident mit klarer Kampfansage. Die Spannungen zwischen beiden Ländern nehmen weiter zu.

Die Spannungen zwischen den USA und Kuba haben sich weiter verschärft. Nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump, die Karibikinsel „zu übernehmen“, kündigte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel entschlossenen Widerstand an. "Jeder äußere Aggressor wird auf unerschütterlichen Widerstand stoßen", erklärte Díaz-Canel am Dienstag im Onlinedienst X.

Zuvor hatte Trump seine Haltung gegenüber Kuba in ungewöhnlich deutlicher Form bekräftigt. Vor Journalisten im Weißen Haus sagte er, er werde das Land "übernehmen". Weiter erklärte er: "Mein ganzes Leben lang höre ich schon von den Vereinigten Staaten und Kuba. Wann werden die Vereinigten Staaten es tun?" und fügte hinzu: "Ich glaube wirklich, dass ich die Ehre haben werde, Kuba zu übernehmen." Ob er es "befreie" oder es "übernehme": Er könne mit dem Inselstaat "alles machen, was ich will".

Die Aussagen gehören zu den schärfsten Drohungen Trumps gegenüber der kommunistisch regierten Insel. Sie fallen in eine Phase wachsender wirtschaftlicher und politischer Spannungen. Die USA haben zuletzt den Druck auf Kuba deutlich erhöht, unter anderem durch Maßnahmen gegen Öl-Lieferungen, die die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen. 

US-Außenminister Marco Rubio wies unterdessen Berichte zurück, wonach Washington aktiv auf eine Absetzung Díaz-Canels hinarbeite. Ein entsprechender Bericht sei "falsch" und stütze sich auf "Scharlatane und Lügner, die vorgeben, Bescheid zu wissen".

Zuvor hatte die "New York Times" berichtet, die US-Regierung habe kubanischen Vertretern signalisiert, dass sie einen Machtwechsel anstrebe, während die kommunistische Struktur grundsätzlich bestehen bleiben könne. Parallel dazu leidet Kuba unter einer schweren Energiekrise. Nach Angaben der Behörden konnte ein landesweiter Stromausfall erst nach mehr als 24 Stunden behoben werden. 

Die wirtschaftliche Lage des Landes ist angespannt. Das veraltete Stromnetz sowie fehlende Energieimporte führen regelmäßig zu großflächigen Ausfällen. Experten sehen die Krise auch im Zusammenhang mit verschärften US-Sanktionen und geopolitischen Entwicklungen in der Region.

OZD / ©AFP

OZD-Kommentar

Trumps Worte sind mehr als bloße Provokation – sie sind eine offene Machtdemonstration. Die Drohung, ein souveränes Land „zu übernehmen“, stellt eine neue Eskalationsstufe dar und erinnert an längst überwunden geglaubte Zeiten geopolitischer Dominanzpolitik. Für Kuba bedeutet das: maximale Alarmbereitschaft. Für die Welt: ein weiteres Krisenfeld mit explosivem Potenzial. Sollte der Ton weiter so scharf bleiben, droht eine gefährliche Zuspitzung – politisch, wirtschaftlich und möglicherweise sogar militärisch.

Mini-Infobox

– Trump droht mit „Übernahme“ Kubas
– Díaz-Canel kündigt Widerstand an
– USA erhöhen wirtschaftlichen Druck
– Stromkrise verschärft Lage in Kuba
– Spannungen zwischen beiden Staaten wachsen

OZD-Analyse

Politische Eskalation
a) Ungewöhnlich direkte Drohungen aus Washington
b) Scharfe Gegenreaktion aus Havanna
c) Zunehmende Rhetorik der Konfrontation

Wirtschaftliche Faktoren
a) Energiekrise durch fehlende Ölimporte
b) Verschärfte Sanktionen der USA
c) Instabile Infrastruktur in Kuba

Geopolitische Auswirkungen
a) Rückkehr klassischer Machtkonflikte
b) Einfluss auf Lateinamerika
c) Risiko internationaler Spannungen

– Konflikt weitet sich über wirtschaftliche Ebene hinaus aus
– Politische Sprache wird zunehmend aggressiv
– Region bleibt hochgradig instabil

Erklärungen / Wissensblock

Wer ist Miguel Díaz-Canel?
Der Präsident Kubas und Nachfolger der Castro-Ära, der die sozialistische Regierung des Landes führt.

Was ist das US-Embargo gegen Kuba?
Ein seit den 1960er Jahren bestehendes Wirtschafts- und Handelsembargo der USA gegen Kuba, das die wirtschaftliche Entwicklung des Landes stark beeinflusst.

Wer ist Marco Rubio?
Der US-Außenminister und Sohn kubanischer Einwanderer, der eine harte Linie gegenüber der Regierung in Havanna vertritt.

Historischer Hintergrund

Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind seit der kubanischen Revolution 1959 angespannt. Jahrzehntelange Sanktionen, politische Isolation und wiederkehrende Krisen prägen das Verhältnis. Immer wieder kam es zu Phasen der Annäherung, die jedoch häufig durch neue Konflikte unterbrochen wurden.

Prognose

Die Lage dürfte sich weiter zuspitzen. Sollte der wirtschaftliche Druck anhalten und die politische Rhetorik weiter eskalieren, könnte es zu einer gefährlichen Konfrontation kommen. Gleichzeitig bleibt offen, ob diplomatische Gespräche eine Entspannung ermöglichen – oder ob beide Seiten weiter auf Konfrontationskurs bleiben.

Gewinnspiel (Pflichtbestandteil)

Frage: Was kündigte Kubas Präsident als Reaktion auf Trumps Drohung an?

A) Verhandlungen ohne Bedingungen
B) Rücktritt
C) „Unerschütterlichen Widerstand“
D) Militärbündnis mit Europa

Richtige Antwort: C

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

OZD-Extra

Kuba leidet aktuell unter massiven Stromausfällen – ein direkter Effekt fehlender Ölimporte und veralteter Infrastruktur.


Alle Angaben ohne Gewähr. 

Titelbild: AFP