„Unsere eigene Sicherheit ist womöglich konkreter in Gefahr als sie es in den letzten 75 Jahren je war“, sagte Wadephul in Berlin. Eine Aussage, die zeigt, wie ernst die Lage eingeschätzt wird.
Denn die Herausforderungen nehmen gleichzeitig zu.
Auf der einen Seite steht ein aggressiv auftretendes Russland mit dem Krieg in der Ukraine. Auf der anderen Seite eskaliert die Lage im Nahen Osten. Zwei Konflikte – direkt vor Europas Haustür.
Doch damit nicht genug.
Auch das Verhältnis zu den USA, jahrzehntelang der wichtigste Verbündete Deutschlands, befindet sich laut Wadephul im Wandel. „Unser transatlantisches Verhältnis befindet sich in einem tiefgehenden Wandel“, erklärte er – ein diplomatisch formulierter, aber klarer Hinweis auf wachsende Spannungen.
Die internationale Ordnung, wie sie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestand, steht damit auf dem Prüfstand.
„Einige versuchen, sie zu zerstören“, warnte der Außenminister. In dieser Lage sei Diplomatie wichtiger denn je – gleichzeitig aber auch schwieriger.
Wadephul mahnte deshalb zu Geschlossenheit in Europa.
Nur gemeinsam könne der Kontinent mit den neuen geopolitischen Realitäten umgehen. Gleichzeitig warnte er davor, die USA trotz aller Differenzen abzuschreiben – und erinnerte an deren historische Rolle bei der Befreiung Deutschlands und der Wiedervereinigung.
Die Rede zum Jubiläum des Auswärtigen Amts wird damit zu mehr als einem historischen Rückblick – sie ist ein eindringlicher Appell für die Zukunft.
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OZD-Kommentar – Deutschland steht vor einer Zeitenwende, die viele unterschätzen
Wadephuls Worte sind kein politisches Ritual – sie sind eine Warnung. Zwei Kriege, ein bröckelndes Bündnissystem und eine instabile Weltordnung: Das ist keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern Realität. Deutschland hat sich zu lange auf Sicherheit verlassen, die andere garantiert haben. Diese Zeit ist vorbei. Jetzt entscheidet sich, ob Europa handlungsfähig bleibt – oder zwischen den Machtblöcken zerrieben wird.
Historischer Hintergrund
Das Auswärtige Amt wurde 1951 neu gegründet und spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau der außenpolitischen Beziehungen der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg.
Zukunftsprognose
Deutschland und Europa werden ihre Sicherheits- und Außenpolitik stärker eigenständig gestalten müssen. Gleichzeitig bleibt die Partnerschaft mit den USA entscheidend.

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Mini-Infobox
Minister: Johann Wadephul
Anlass: 75 Jahre Auswärtiges Amt
Thema: Sicherheit Deutschlands
Konflikte: Ukraine & Nahost
Fokus: internationale Ordnung
OZD-Analyse
Sicherheitslage verschärft sich deutlich.
– zwei parallele Konflikte nahe Europa.
– steigender geopolitischer Druck.
Verhältnis zu den USA im Wandel.
– a) Unsicherheiten in der Partnerschaft.
– b) strategische Neuausrichtung nötig.
– c) historische Bindung bleibt wichtig.
Europa muss enger zusammenrücken.
– a) gemeinsame Außenpolitik entscheidend.
– b) stärkere Eigenverantwortung.
– c) Rolle als globaler Akteur wächst.
Wer ist Johann Wadephul?
Johann Wadephul ist ein deutscher Politiker der CDU und seit 2026 Bundesaußenminister. Er steht für eine stärkere außen- und sicherheitspolitische Rolle Deutschlands.
Was ist das Auswärtige Amt?
Das Auswärtige Amt ist das deutsche Außenministerium und verantwortlich für die Außenpolitik sowie diplomatische Beziehungen Deutschlands.
OZD-Extras
Konrad Adenauer war der erste Außenminister der Bundesrepublik – und gleichzeitig Bundeskanzler.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.