Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de

Berlin–Paris wieder mit dem European-Sleeper über Nacht verbunden

Bahn statt Flug: European Sleeper startet neue Verbindung zwischen Metropolen

Eine Reise wie aus einer anderen Zeit erlebt ihr Comeback: In Berlin einschlafen und in Paris aufwachen – genau das ist jetzt wieder möglich. Das Start-up European Sleeper hat eine neue Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Paris in Betrieb genommen – und damit eine Lücke geschlossen, an der zuvor selbst große Bahnkonzerne gescheitert waren.

Mit Applaus und neugierigen Blicken verabschiedeten Schaulustige den ersten Zug aus Paris. Es ist ein symbolischer Moment: Während klassische Nachtzugverbindungen in den vergangenen Jahren immer wieder eingestellt wurden, wagt nun ein junges Unternehmen den Neustart.

Der Zug fährt zunächst dreimal pro Woche. Von Berlin geht es montags, mittwochs und freitags in die französische Hauptstadt, zurück entsprechend an den anderen Tagen. Damit entsteht wieder eine direkte Verbindung zwischen zwei der wichtigsten Metropolen Europas – über Nacht, ohne Umsteigen.

Zuvor war ein ähnliches Prestigeprojekt gescheitert: Die Verbindung der Österreichische Bundesbahnen unter der Marke Nightjet wurde nach nur zwei Jahren eingestellt. Auch die Deutsche Bahn hatte sich bereits 2016 aus dem Nachtzuggeschäft zurückgezogen.

European Sleeper setzt nun auf einen neuen Ansatz.

Statt klassischer Großraumabteile gibt es modernisierte Waggons mit mehr Komfort: private Kabinen, teilweise mit Dusche, Mini-Schlafplätze und sichere Gepäckfächer. Der Nachtzug wird damit nicht nur als Transportmittel, sondern zunehmend als Erlebnis positioniert.

Doch ein Problem bleibt: der Preis.

Oft sind Flüge günstiger und schneller. Deshalb richtet sich das Angebot vor allem an Reisende, die bewusst nachhaltiger unterwegs sein wollen – oder die Reise selbst als Teil des Erlebnisses sehen.

Für viele ist das dennoch ein starkes Signal.

Denn der neue Nachtzug steht für mehr als nur eine Verbindung – er steht für die Rückkehr einer Idee: Europa wieder entschleunigt, klimafreundlich und direkt zu verbinden.

OZD


OZD-Kommentar – Romantik trifft Realität

Die Rückkehr des Nachtzugs ist ein starkes Symbol – aber noch kein Durchbruch. Solange Flüge günstiger bleiben, wird es schwer, die breite Masse zu überzeugen. European Sleeper setzt auf Emotion und Nachhaltigkeit. Ob das reicht, entscheidet nicht die Idee, sondern der Preis. Der Nachtzug ist zurück – aber sein Erfolg ist noch längst nicht garantiert.

Historischer Hintergrund

Nachtzüge waren jahrzehntelang ein fester Bestandteil des europäischen Bahnverkehrs, wurden jedoch in den 2010er-Jahren zunehmend eingestellt.

Zukunftsprognose

Steigende Klimadebatten könnten Nachtzüge wieder attraktiver machen – entscheidend wird jedoch die Preisentwicklung bleiben.



Gewinnspiel

Frage: Welche Städte verbindet der neue Nachtzug?

A) Berlin und Rom
B) Berlin und Paris
C) Hamburg und Madrid
D) München und Wien

Zum Mitmachen:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen


Mini-Infobox

Strecke: Berlin – Paris

Betreiber: European Sleeper

Start: 2026

Frequenz: 3x pro Woche

Besonderheit: Nachtverbindung


OZD-Analyse

Rückkehr der Nachtzüge.
– neue Anbieter statt Staatsbahnen.
– wachsendes Interesse.

Wettbewerb mit Flugverkehr.
– a) Preisnachteil Bahn.
– b) Zeitfaktor entscheidend.
– c) Nachhaltigkeit als Argument.

Zukunft des Konzepts.
– a) Trend zu klimafreundlichem Reisen.
– b) Nischenmarkt aktuell.
– c) Skalierung möglich.



Was ist European Sleeper?

European Sleeper ist ein junges Bahnunternehmen, das sich auf Nachtzugverbindungen in Europa spezialisiert hat.

Was ist die Deutsche Bahn?

Deutsche Bahn ist der größte Eisenbahnkonzern Deutschlands und betreibt den Großteil des Schienenverkehrs.

OZD-Extras

Die neue Verbindung knüpft an eine lange Tradition an – erstmals seit Jahren gibt es wieder eine direkte Nachtzuglinie zwischen Berlin und Paris.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.