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Kim zündet die nächste Stufe und treibt Interkontinentalraketen voran

Ein neuer Raketentest aus Nordkorea sorgt international für Besorgnis: Im Beisein von Machthaber Kim Jong Un hat das Land laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA einen leistungsstarken Feststoffraketenantrieb getestet.

Der Test sei Teil eines langfristigen militärischen Entwicklungsplans im Rahmen eines neuen Fünfjahresprogramms, berichteten die Staatsmedien. Details zu Ort und Zeitpunkt wurden nicht genannt.

Nach offiziellen Angaben übertraf die Schubkraft des neuen Antriebs deutlich die Ergebnisse eines Tests aus dem September. Experten gehen davon aus, dass Pjöngjang gezielt an der Weiterentwicklung von Interkontinentalraketen arbeitet, die potenziell Ziele weltweit erreichen können.

Analysten sehen darin eine klare strategische Botschaft.

Der Nordkorea-Experte Hong Min erklärte, dass das Regime Raketen entwickeln wolle, die nicht nur größere Reichweiten haben, sondern auch moderne Luftabwehrsysteme überwinden können. Auch die Frage nach Mehrfachsprengköpfen rückt stärker in den Fokus. Laut der Analystin Lee Ho Ryung könnte Nordkorea bereits in der Lage sein, das US-Festland zu erreichen – entscheidend sei nun, ob mehrere Sprengköpfe gleichzeitig transportiert werden können.

Das würde die militärische Bedrohung erheblich erhöhen.

Denn solche Systeme ermöglichen es, mehrere Ziele gleichzeitig anzugreifen und bestehende Abwehrsysteme zu umgehen. Dafür ist jedoch eine deutlich höhere Schubkraft notwendig – genau daran scheint Nordkorea nun intensiv zu arbeiten.

Das international isolierte Land steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms seit Jahren unter Sanktionen. Dennoch treibt die Führung in Pjöngjang ihre militärischen Fähigkeiten weiter voran – mit potenziell globalen Folgen.

OZD


OZD-Kommentar – Das Wettrüsten nimmt Fahrt auf

Nordkorea sendet mit diesem Test ein klares Signal: Das Regime in Pjöngjang denkt längst global. Während die internationale Gemeinschaft auf Sanktionen setzt, baut Kim Jong Un systematisch an einer militärischen Abschreckung, die weit über Ostasien hinausreicht. Die Gefahr besteht nicht nur in der Reichweite der Raketen, sondern in ihrer Fähigkeit, bestehende Abwehrsysteme zu überwinden. Die Welt reagiert – aber vermutlich zu langsam.

Historischer Hintergrund

Nordkorea hat seit den 1990er-Jahren sein Raketenprogramm kontinuierlich ausgebaut und dabei insbesondere auf Tests von Interkontinentalraketen gesetzt, die theoretisch Ziele in den United States erreichen könnten. Besonders seit den Spannungen mit den USA und Südkorea intensivierte das Regime seine Tests, um seine militärische Abschreckung zu stärken.

Zukunftsprognose

Sollte Nordkorea erfolgreich Raketen mit Mehrfachsprengköpfen entwickeln, könnte dies das militärische Gleichgewicht in Ostasien und darüber hinaus massiv verändern. Die United States sowie ihre Verbündeten in der Region müssten ihre Abwehrsysteme weiter ausbauen, während gleichzeitig das Risiko eines neuen globalen Wettrüstens steigt.



Gewinnspiel

Frage: Was wurde in Nordkorea getestet?

A) Atomreaktor
B) Raketenantrieb
C) U-Boot
D) Satellit

Richtige Antwort: B) Raketenantrieb

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Mini-Infobox

Land: Nordkorea

Führung: Kim Jong Un

Test: Feststoffraketenantrieb

Ziel: Interkontinentalraketen

Risiko: globale Eskalation

OZD-Analyse

Militärische Entwicklung beschleunigt.
– deutliche Steigerung der Schubkraft.
– Fokus auf Langstreckenraketen.

Strategische Ziele klar.
– a) globale Reichweite.
– b) Überwindung von Abwehrsystemen.
– c) mögliche Mehrfachsprengköpfe.

Globale Auswirkungen.
– a) Spannungen mit USA.
– b) Wettrüsten.
– c) steigende Sicherheitsrisiken.



Was ist ein Feststoffraketenantrieb?

Ein Feststoffraketenantrieb ist ein Antriebssystem, bei dem der Treibstoff in fester Form vorliegt und beim Zünden sofort Schub erzeugt. Solche Antriebe sind besonders schnell einsatzbereit, schwerer zu entdecken und eignen sich daher ideal für militärische Raketen wie Interkontinentalraketen.

Wer ist Kim Jong Un?

Kim Jong Un ist seit 2011 Machthaber Nordkoreas und treibt insbesondere das Atom- und Raketenprogramm des Landes voran, um die militärische Stärke seines Regimes zu sichern.

OZD-Extras

Feststoffraketen gelten als deutlich gefährlicher als Flüssigraketen, da sie schneller gestartet werden können und kaum Vorwarnzeit lassen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.