Die geplante deutsche Olympiabewerbung erhält starken Rückenwind aus der Bevölkerung: In zahlreichen Städten in Nordrhein-Westfalen sowie in Kiel haben sich die Bürgerinnen und Bürger in Abstimmungen mehrheitlich für das Vorhaben ausgesprochen.
In 16 von 17 Städten in NRW fiel das Votum positiv aus. Besonders deutlich war die Zustimmung in Aachen mit über 76 Prozent, während Köln mit rund 57 Prozent das Schlusslicht bildete. Nur in Herten scheiterte der Bürgerentscheid trotz Mehrheit an der erforderlichen Mindestbeteiligung.
Auch in Kiel war die Zustimmung klar: Rund 63,5 Prozent votierten für eine Bewerbung. Die Stadt ist als Austragungsort für Segelwettbewerbe bei allen deutschen Konzepten vorgesehen.
Der Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) arbeitet derzeit an einer Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Neben der NRW-Initiative „Köln.Rhein.Ruhr“ sind auch Berlin, München und Hamburg im Rennen.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sprach von einem „klaren Ja“ der Bevölkerung. Eine breite Zustimmung sei entscheidend für eine erfolgreiche Bewerbung: „Moderne, nachhaltige Spiele kann es nur mit den Menschen geben, nicht gegen sie.“
Im Herbst will der DOSB entscheiden, mit welchem Konzept Deutschland in den internationalen Auswahlprozess geht. Frühestmöglicher Termin für Olympische Spiele in Deutschland wäre 2036.
Doch trotz der positiven Signale bleibt die Bewerbung umstritten. Kritiker verweisen auf hohe Kosten, Umweltfragen und die zunehmende Kommerzialisierung des Sports. Zudem gilt das Jahr 2036 als sensibel – genau 100 Jahre nach den Olympischen Spielen im nationalsozialistischen Deutschland.
Historisch ist Deutschland mit Olympiabewerbungen nicht immer erfolgreich gewesen: In der Vergangenheit scheiterten mehrere Projekte an Bürgerentscheiden, etwa in München oder Hamburg.
Die aktuellen Ergebnisse zeigen jedoch: Die Bereitschaft, Olympia nach Deutschland zu holen, ist wieder deutlich gestiegen – zumindest in großen Teilen der Bevölkerung.
OZD / ©AFP
OZD-Kommentar – Zustimmung ist ein gutes Zeichen, aber kein Selbstläufer:
Die klaren Mehrheiten sind ein wichtiges Signal, doch sie lösen nicht
die grundlegenden Probleme einer Olympiabewerbung. Kosten,
Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz bleiben kritische
Faktoren. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, ein glaubwürdiges,
transparentes Konzept vorzulegen. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie
schnell Zustimmung kippen kann. Die Prognose: Deutschland hat eine
realistische Chance – aber nur, wenn die Verantwortlichen die Fehler
früherer Bewerbungen vermeiden.
Lesermeinung:
"Endlich wieder Mut für große Projekte – aber bitte nicht auf Kosten der Steuerzahler." G.R.
OZD-Analyse:
Breite Zustimmung in der Bevölkerung
a) Mehrheit in NRW und Kiel
Hohe Zustimmungswerte in vielen Städten
Nur wenige Ausnahmen
Wettbewerb der Bewerberstädte
a) Mehrere deutsche Konzepte
NRW, Berlin, München, Hamburg
Entscheidung durch den DOSB im Herbst
Herausforderungen der Bewerbung
a) Kritikpunkte bleiben bestehen
Kosten und Nachhaltigkeit
Politische Symbolik (1936)
b) Lehren aus der Vergangenheit
Frühere Bewerbungen gescheitert
Bürgerbeteiligung als Schlüssel
Was ist der DOSB?
Der Deutsche Olympische Sportbund ist die Dachorganisation des deutschen
Sports und koordiniert unter anderem Olympiabewerbungen.
Warum ist 2036 besonders?
Das Jahr 2036 markiert den 100. Jahrestag der Olympischen Spiele von
1936 in Berlin, die während der NS-Zeit stattfanden und politisch
instrumentalisiert wurden.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
Gewinnspiel:
In wie vielen Städten in Nordrhein-Westfalen stimmten die Bürger für die Olympia-Bewerbung?
A) 14
B) 15
C) 16
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