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Kimmich bremst WM-Euphorie: „Nicht über den Titel nachdenken“

Joshua Kimmich mahnt vor der WM zur Ruhe: Der DFB-Kapitän will keinen Titel-Druck, sondern Fokus auf Spielidee und Entwicklung.

Joshua Kimmich macht die Bewertung der bevorstehenden Fußball-WM nicht alleine von einem Einzug ins Finale abhängig. „Die EURO war gefühlt ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben nicht den Titel gewonnen, trotzdem wurde es als Erfolg gewertet“, sagte der DFB-Kapitän am Freitag in Herzogenaurach. Trotz des unglücklichen Ausscheidens im Viertelfinale der Heim-EM vor zwei Jahren gegen den späteren Titelträger Spanien sei das Turnier „positiv wahrgenommen“ worden, „weil die Menschen auch die Art und Weise bewerten, wie wir auftreten.“

Das Auftreten der Nationalmannschaft soll auch beim XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) im Mittelpunkt stehen. „Du kannst den Turniererfolg nicht immer zu einhundert Prozent beeinflussen. Wenn die Art und Weise stimmen, ist die Wahrscheinlichkeit aber hoch, erfolgreich zu sein“, betonte Kimmich, der das letzte Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0) als „Maßstab“ bezeichnete, „den wir in jedem Spiel bringen müssen.“

Kimmich warnte zudem davor, irgendeinen Gegner zu unterschätzen und mit der falschen Einstellung in das Turnier zu starten: „Wir sollten nicht über das Finale oder den Titel nachdenken. Das ist ein Traum, den jeder im Kopf hat. Das bringt uns am Anfang des Turniers aber nicht vorwärts. Wir sollten über die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, nachdenken.“

Der 31-Jährige hat bisher an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen und scheiterte mit der DFB-Auswahl jeweils enttäuschend in der Vorrunde. Als besondere Motivation sieht Kimmich das aber nicht an. „Ums Ausmerzen geht es überhaupt nicht. Das hat mit diesem Turnier nichts zu tun. Das ist eine neue Chance, eine neue Möglichkeit. Das ist ein neues Turnier mit neuen Voraussetzungen“, sagte der Münchner.

Um eine erfolgreiche WM zu spielen, soll das Selbstvertrauen durch Siege in den Länderspielen am Sonntag in Mainz gegen Finnland und am 6. Juni in Chicago gegen die USA weiter wachsen. „Es ist eine Chance, einen gewissen Rhythmus aufzubauen“, sagte Kimmich. Man wolle „die Testspiele nutzen, um Automatismen zu erarbeiten und Vertrauen zu entwickeln. Wir wollen durch Siege das Selbstvertrauen steigern.“ Zuletzt gewann der viermalige Weltmeister sieben Spiele in Serie.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Realismus statt Titel-Rhetorik
Kimmichs Worte sind kein Rückzug, sondern eine bewusste Kurskorrektur. Der DFB-Kapitän versucht, den Druck aus einer Mannschaft zu nehmen, die in den vergangenen Turnieren oft an den eigenen Erwartungen zerbrochen ist.
Doch genau dieser Pragmatismus ist auch ein Risiko: Wer zu früh den Blick vom Titel nimmt, läuft Gefahr, die eigene Ambition zu verwässern. Zwischen gesunder Demut und mentaler Begrenzung liegt im Turnierfußball ein schmaler Grat.
Entscheidend wird sein, ob diese Haltung Stabilität erzeugt – oder ob sie im entscheidenden Moment die letzte Siegermentalität kostet.


Historischer Hintergrund
Die Deutsche Fußballnationalmannschaft gehört zu den erfolgreichsten Nationalteams der Welt und gewann bisher vier Weltmeistertitel.
Joshua Kimmich ist seit Jahren eine zentrale Figur im Mittelfeld des DFB-Teams und fungiert als Kapitän und taktischer Führungsspieler.


Zukunftsprognose
Die WM-Vorbereitung wird für den DFB stark auf Stabilität und Automatismen ausgerichtet sein. Kimmichs Ansatz deutet auf eine Mannschaft hin, die weniger über Emotion, sondern stärker über Struktur funktionieren soll.
Ob dieser Ansatz im Turnier trägt, hängt maßgeblich davon ab, ob das Team frühzeitig in einen stabilen Rhythmus findet und gegen stärkere Gegner bestehen kann.


Gewinnspiel
Frage: In welchem Land findet die WM 2026 unter anderem statt?
A) Brasilien
B) Deutschland
C) USA
D) Argentinien
Teilnahme-Link: https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen


Mini-Infobox

Kimmich warnt vor Titel-Druck

Fokus auf Spielidee statt Ergebnis

WM in USA, Mexiko und Kanada

DFB mit sieben Siegen in Serie

Testspiele gegen Finnland und USA


OZD-Analyse
Hauptpunkt: DFB-Strategie vor der WM
– Beschreibung: Fokus auf Entwicklung statt Ergebnisfixierung

Spielphilosophie
– a) Struktur vor Risiko
– b) Fokus auf Automatismen
– c) Entwicklung statt Ergebnisdenken

Teamdynamik
– Kimmich als Führungsspieler
– Aufbau von Selbstvertrauen
– Vorbereitung durch Testspiele

Folgen
– mögliche mentale Entlastung
– Risiko fehlender Siegermentalität
– entscheidende Phase in der Vorbereitung


Erklärungen
Wer ist Joshua Kimmich?
Joshua Kimmich ist Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und Leistungsträger im Mittelfeld.

Was ist der DFB?
DFB ist der nationale Fußballverband Deutschlands.

OZD-Extras
Kimmichs Führungsstil gilt als analytisch und taktisch geprägt – er wird intern oft als verlängerter Trainer auf dem Platz beschrieben.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.