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Trump unter Druck: Kongress rebelliert gegen Iran-Krieg – Waffenruhe im Libanon wackelt weiter

Der US-Kongress stellt sich gegen Donald Trump – während im Nahen Osten neue Hoffnungen auf Frieden und neue Eskalationen zugleich entstehen.

Im Streit um den umstrittenen Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump eine empfindliche innenpolitische Niederlage hinnehmen müssen. Das Repräsentantenhaus in Washington verabschiedete eine sogenannte „War Powers Resolution“, die den Handlungsspielraum des Präsidenten bei militärischen Einsätzen einschränken soll. Besonders brisant: Auch vier republikanische Abgeordnete stellten sich gegen Trump und unterstützten gemeinsam mit den Demokraten den Vorstoß zur Begrenzung seiner Kriegsbefugnisse.

Die Resolution besitzt zwar zunächst vor allem symbolischen Charakter, doch politisch ist die Botschaft eindeutig: Der Widerstand gegen Trumps militärischen Kurs wächst – selbst innerhalb seiner eigenen Partei. Hintergrund ist die Entscheidung des Präsidenten, den Militäreinsatz gegen den Iran Ende Februar ohne ausdrückliche Zustimmung des Kongresses begonnen zu haben. Genau darin sehen viele Parlamentarier einen Verstoß gegen die amerikanische Verfassung, welche die Befugnis zur Kriegserklärung ausdrücklich dem Kongress zuschreibt.

Kurz vor der Abstimmung hatte Trump versucht, Zuversicht zu verbreiten. Die Gespräche mit dem Iran liefen „sehr gut“, erklärte er vor Journalisten. Eine mögliche Einigung könne „vielleicht schon am Wochenende“ erreicht werden. Gleichzeitig blieb der Präsident jedoch vage und räumte ein, dass die Verhandlungen ebenso scheitern könnten.

Damit widersprach Trump allerdings den Aussagen aus Teheran. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte nahezu zeitgleich, es gebe „keine greifbaren Fortschritte“. Der Iran knüpft weitere Gespräche weiterhin an Bedingungen – insbesondere an ein Ende israelischer Angriffe gegen die Hisbollah im Libanon. Trump wiederum machte deutlich, dass er die Konflikte im Iran und im Libanon lieber getrennt behandeln wolle.

Parallel dazu liefen in Washington direkte Gespräche zwischen Vertretern Israels und des Libanons. Nach zweitägigen Verhandlungen verkündeten beide Seiten eine Einigung zur „Umsetzung einer Waffenruhe“. Geplant sind sogenannte Pilotzonen im Südlibanon, die unter ausschließlicher Kontrolle der libanesischen Armee stehen sollen. Weitere Gespräche sollen noch im Laufe des Monats folgen und langfristig sogar den Weg zu einem umfassenderen Friedensabkommen ebnen.

Doch die Realität vor Ort bleibt hochgefährlich. Sowohl Israel als auch die pro-iranische Hisbollah griffen sich trotz offizieller Waffenruhe erneut gegenseitig an. Die Hisbollah lehnt die Gespräche in Washington ab und kritisiert, dass sie an den Verhandlungen nicht beteiligt wurde. Gleichzeitig fordert Israel weiterhin den vollständigen Rückzug der Miliz aus dem Südlibanon.

Auch rund um den Iran bleibt die Lage explosiv. Zwar gilt offiziell weiterhin eine Waffenruhe zwischen Teheran, Israel und den USA, doch immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. Besonders brisant war ein Angriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait, bei dem ein Mensch ums Leben kam und dutzende weitere verletzt wurden.

Kuwait macht den Iran für den Angriff verantwortlich und erklärte, 13 ballistische Raketen sowie 17 Drohnen seien auf das Emirat abgefeuert worden. Die iranischen Revolutionsgarden bestritten dagegen jede Verantwortung für den Treffer auf das Passagierterminal. Stattdessen erklärten sie, ausschließlich den US-Luftwaffenstützpunkt Ali al Salem attackiert zu haben. Die Schäden am Flughafen seien angeblich durch ein Versagen amerikanischer Patriot-Abwehrsysteme entstanden.

Der Konflikt entwickelt sich damit immer stärker zu einem geopolitischen Machtkampf mit unkalkulierbaren Risiken für die gesamte Region. Während diplomatische Gespräche laufen, drohen neue Raketenangriffe, gegenseitige Schuldzuweisungen und militärische Eskalationen jederzeit die fragile Waffenruhe zu zerstören.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Trump verliert Kontrolle über sein eigenes Machtspiel

Donald Trump wollte im Nahen Osten Stärke demonstrieren – doch inzwischen gerät ihm die Lage sichtbar außer Kontrolle. Der US-Kongress sendet ein historisches Warnsignal: Selbst Republikaner zweifeln offen an seinem Kurs. Das ist bemerkenswert, denn in Sicherheitsfragen standen Präsidenten in den USA traditionell meist nahezu unangreifbar da.

Gleichzeitig zeigt sich das eigentliche Problem der amerikanischen Nahostpolitik: Waffenruhen werden verkündet, während parallel weiter Raketen fliegen. Israel, Iran, Hisbollah, USA – jede Seite verfolgt ihre eigene Agenda. Frieden existiert momentan nur auf dem Papier.

Besonders gefährlich ist die Mischung aus militärischer Eskalation und politischer Unsicherheit. Trump versucht Härte und Verhandlungen gleichzeitig zu verkaufen. Genau das könnte am Ende scheitern. Sollte die Waffenruhe kollabieren, droht ein Flächenbrand weit über den Libanon und den Iran hinaus – mit dramatischen Folgen für Energiepreise, Weltwirtschaft und internationale Sicherheit.

Historischer Hintergrund

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran reicht bis zur Islamischen Revolution von 1979 zurück. Seitdem prägen gegenseitige Sanktionen, Drohungen und militärische Konfrontationen das Verhältnis beider Staaten. Besonders die Unterstützung Teherans für Gruppen wie die Hisbollah im Libanon sorgt regelmäßig für Spannungen mit Israel und den Vereinigten Staaten.

Der Libanon gilt seit Jahrzehnten als geopolitischer Brennpunkt im Nahen Osten. Die Hisbollah entwickelte sich dort mit iranischer Unterstützung zu einer militärisch und politisch mächtigen Organisation. Israel betrachtet die Miliz als direkte Bedrohung seiner Sicherheit.

Auch Kuwait sowie die Straße von Hormus spielen eine strategische Schlüsselrolle. Über die Region läuft ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels. Jede Eskalation dort hat unmittelbare Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.

Zukunftsprognose

Die kommenden Wochen dürften entscheidend werden. Sollte es Washington und Teheran gelingen, zumindest eine begrenzte Vereinbarung zu erzielen, könnte sich die Lage kurzfristig stabilisieren. Gleichzeitig bleibt die Gefahr hoch, dass einzelne Angriffe oder Fehlkalkulationen eine neue militärische Eskalation auslösen.

Besonders kritisch bleibt die Rolle der Hisbollah im Libanon. Ohne eine dauerhafte Lösung für den Südlibanon dürfte jede Waffenruhe fragil bleiben. Zudem wächst der innenpolitische Druck auf Trump. Sollte der Kongress seine Kompetenzen stärker durchsetzen, könnte das die amerikanische Außenpolitik nachhaltig verändern.

Für Europa und Deutschland hätte eine weitere Eskalation erhebliche Folgen – insbesondere bei Energieversorgung, Ölpreisen und Sicherheitsfragen im Mittelmeerraum.

Gewinnspiel

Wie heißt die Resolution, mit der das US-Repräsentantenhaus Trumps Kriegsbefugnisse einschränken will?

A) Freedom Resolution
B) Peace Act
C) War Powers Resolution
D) Liberty Protection Bill

Zum Gewinnspiel:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Mini-Infobox

US-Kongress stimmt gegen Trumps Iran-Kurs

Vier Republikaner unterstützen Demokraten

Israel und Libanon vereinbaren Waffenruhe-Zonen

Angriff auf Flughafen Kuwait fordert Tote und Verletzte

Iran und USA liefern sich weiter gegenseitige Vorwürfe

OZD-Analyse

Machtverlust für Trump
– Die Abstimmung im Repräsentantenhaus zeigt wachsenden Widerstand gegen Trumps Militärpolitik.

Nahost bleibt extrem instabil
– a) Waffenruhe zwischen Israel und Libanon bleibt brüchig
– b) Iran und USA widersprechen sich bei Verhandlungen massiv
– c) Raketen- und Drohnenangriffe gefährden regionale Sicherheit

Globale Folgen drohen
– Neue Eskalationen könnten Ölpreise explodieren lassen und internationale Handelswege destabilisieren.

Erklärungen

Was ist die „War Powers Resolution“?
Die War Powers Resolution ist ein Gesetz in den USA, das die Macht des Präsidenten bei militärischen Einsätzen begrenzen soll. Der Kongress soll dadurch stärker über Kriegseinsätze entscheiden können.

Wer ist Abbas Araghtschi?
Abbas Araghtschi ist iranischer Außenminister und einer der wichtigsten Diplomaten Teherans in den Gesprächen mit den USA.

OZD-Extras

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Rund ein Fünftel des globalen Ölhandels wird über diese Meerenge zwischen Iran und Oman transportiert. Jede militärische Eskalation dort sorgt weltweit für Nervosität an den Finanz- und Energiemärkten.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.