Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada hat in der deutschen Nacht erneut für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Während Belgien und Uruguay nur knapp Blamagen verhinderten, setzte der Iran trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein weiteres Ausrufezeichen. Gleichzeitig wächst die Zuversicht bei mehreren arabischen Teams, die bisher stärker auftreten als viele Experten erwartet hatten.
Für einen der emotionalsten Momente sorgte Romelu Lukaku. Der belgische Torjäger blickt auf eine von Verletzungen geprägte Saison bei der SSC Neapel zurück. Gerade einmal sieben Einsätze und nur 64 Spielminuten standen für den 33-Jährigen zu Buche. Dennoch vertraute Trainer Rudi Garcia seinem erfahrenen Stürmer.
Dieses Vertrauen wurde belohnt. Im WM-Spiel gegen Ägypten wurde Lukaku eingewechselt und benötigte lediglich 23 Sekunden, um entscheidend einzugreifen. Sein Druck auf Mohamed Hany führte zum Eigentor und sicherte Belgien in Seattle ein 1:1.
Auch Uruguay stand dicht vor einer peinlichen Auftaktniederlage. Gegen Saudi-Arabien lagen die Südamerikaner lange zurück. Nach dem Führungstreffer von Abdulelah Al-Amri drohte in Miami eine große Überraschung. Erst in der Schlussphase erlöste Maxi Araujo die favorisierten Uruguayer mit dem Ausgleich.
Kapitän Federico Valverde zeigte sich nach der Partie erleichtert. „Manchmal muss man etwas mehr Geduld haben und sein Spiel durchziehen“, erklärte er.
Auch die Auswahl des Iran sorgte erneut für Schlagzeilen. Nach einer von politischen Spannungen und organisatorischen Problemen begleiteten Vorbereitung erreichte Team Melli gegen Neuseeland ein 2:2. Elijah Just brachte die Neuseeländer zweimal in Führung, doch Ramin Rezaeian und Mohammad Mohebi glichen jeweils aus. Zehntausende iranische Fans verwandelten das Stadion in Los Angeles in eine lautstarke Heimkulisse.
Die WM schreibt aber auch persönliche Geschichten. Für Ralf Rangnick beginnt nun ein besonderes Kapitel. Der österreichische Teamchef erlebt erstmals eine Weltmeisterschaft als Trainer und fiebert dem Auftakt gegen Jordanien entgegen. Österreich nimmt erstmals seit 28 Jahren wieder an einer WM-Endrunde teil.
Währenddessen wächst bei den arabischen Nationen das Selbstvertrauen. Jordaniens Trainer Jamal Sellami verwies auf die bisherigen starken Leistungen arabischer Teams. Die Achtungserfolge von Katar, Marokko, Ägypten und Saudi-Arabien seien eine zusätzliche Motivation.
Noch ehrgeiziger äußerte sich Graham Arnold, der den Irak betreut. Vor dem WM-Auftakt gegen Norwegen kündigte er an, die Fußballwelt überraschen zu wollen. Für den Irak ist es die erste WM-Teilnahme seit 40 Jahren.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Die Außenseiter verlieren ihre AngstDiese Weltmeisterschaft entwickelt sich immer mehr zum Turnier der Mutigen. Die vermeintlich kleinen Nationen verstecken sich nicht mehr, sondern fordern die Favoriten offen heraus. Saudi-Arabien bringt Uruguay an den Rand einer Niederlage, Ägypten schockt Belgien und der Iran trotzt allen äußeren Problemen.
Die großen Fußballnationen sollten gewarnt sein. Namen, Marktwerte und Tradition gewinnen keine Spiele. Wer die Außenseiter unterschätzt, wird bei dieser WM schnell bestraft. Genau das macht dieses Turnier bislang so faszinierend.
Historischer HintergrundDie Fußball-Weltmeisterschaft gilt traditionell als Bühne für Überraschungen. Bereits bei früheren Turnieren sorgten Außenseiter wie Marokko, Südkorea oder Kroatien für Sensationen. Die aktuelle WM in Nordamerika zeigt erneut, dass die Leistungsunterschiede zwischen den Nationen immer kleiner werden.
ZukunftsprognoseDie ersten Spieltage deuten auf eine äußerst ausgeglichene Weltmeisterschaft hin. Viele Favoriten tun sich schwer, während Außenseiter mutig auftreten. Besonders die arabischen Teams könnten in der Gruppenphase noch für weitere Überraschungen sorgen. Gleichzeitig stehen Belgien und Uruguay bereits unter Druck, ihre Leistungen deutlich zu steigern.
GewinnspielFrage:
Wie viele Sekunden benötigte Romelu Lukaku nach seiner Einwechslung, um entscheidend am belgischen Ausgleich beteiligt zu sein?
A) 12 Sekunden
B) 23 Sekunden
C) 45 Sekunden
D) 60 Sekunden
Teilnahme:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Belgien rettet 1:1 gegen Ägypten
Uruguay gleicht spät gegen Saudi-Arabien aus
Iran spielt 2:2 gegen Neuseeland
Österreich kehrt nach 28 Jahren zur WM zurück
Irak erstmals seit 40 Jahren wieder dabei
OZD-AnalyseAußenseiter setzen Akzente
– Mehrere Favoriten geraten bereits früh unter Druck.
Auffällige Entwicklungen
– a) Arabische Teams treten selbstbewusst auf
– b) Favoriten zeigen Schwächen
– c) Späte Tore prägen das Turnier
Folgen
– Die Gruppenphase bleibt offen und verspricht weitere Überraschungen.
ErklärungenWer ist Romelu Lukaku?
Der belgische Nationalstürmer zählt zu den erfolgreichsten Torjägern seines Landes und gehört seit Jahren zu den bekanntesten Angreifern Europas.
Wer ist Ralf Rangnick?
Der deutsche Trainer führt die österreichische Nationalmannschaft und gilt als einer der einflussreichsten Fußballstrategen Europas.
Was ist Team Melli?
„Team Melli“ ist die gebräuchliche Bezeichnung für die iranische Fußball-Nationalmannschaft.
OZD-ExtrasMit vier Unentschieden in vier Spielen war der fünfte WM-Spieltag einer der ausgeglichensten Turniertage der bisherigen Weltmeisterschaft.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.