Die Übersicht
FIFA prüft eine WM mit 64 Teams.
Aktuelle WM erstmals mit 48 Teilnehmern.
Infantino lobt die Qualität kleinerer Nationen.
Die Fußball-Weltmeisterschaft könnte schon in den kommenden Jahren erneut deutlich wachsen. FIFA-Präsident Gianni Infantino schloss eine Aufstockung des Turniers auf 64 Nationalmannschaften nicht aus und kündigte an, dass dieses Thema nach Abschluss der aktuellen Weltmeisterschaft in den zuständigen FIFA-Gremien beraten werden soll.
"Das ist auf jeden Fall ein Thema, das man nach dieser WM anschauen und in den Gremien diskutieren wird", sagte Infantino dem Schweizer Sender blue Sport.
Für den FIFA-Präsidenten steht dabei vor allem die weltweite Entwicklung des Fußballs im Mittelpunkt. "Die Fußball-Welt besteht nicht nur aus Europa und Südamerika. Jede Nation soll davon träumen dürfen, bei der Weltmeisterschaft dabei zu sein", erklärte der 56-Jährige.
Als Beispiel für die steigende Leistungsfähigkeit kleinerer Fußballnationen nannte Infantino Kap Verde. Mannschaften aus bisher weniger erfolgreichen Fußballregionen hätten eindrucksvoll bewiesen, dass die Qualität weltweit zunehme. "Man sieht, dass die Qualität der Teams extrem hoch ist – und sie wird immer höher, überall auf der Welt."
Die derzeit laufende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada ist die erste Austragung mit 48 Teilnehmern. Zuvor hatten seit 1998 insgesamt 32 Nationalmannschaften an der Endrunde teilgenommen.
Infantino bewertet die Erweiterung bereits jetzt als Erfolg. "Jedes Team hat top gespielt. Von jedem Kontinent haben Mannschaften Tore geschossen und mindestens einen Punkt geholt. Neun von zehn afrikanischen Teams haben die K.o.-Phase erreicht. An der letzten WM waren nur fünf Teams aus Afrika dabei. Das zeigt doch, dass es wichtig ist, alle Mannschaften einzubeziehen."
Die Diskussion über eine weitere Vergrößerung ist allerdings nicht neu. Bereits für die Weltmeisterschaft 2030 liegt ein entsprechender Vorschlag auf dem Tisch. Unterstützt wird dieser unter anderem vom Präsidenten des südamerikanischen Fußballverbandes CONMEBOL, Alejandro Domínguez. Er schlägt vor, das hundertjährige Jubiläum der ersten Fußball-Weltmeisterschaft von 1930 mit einem einmaligen Turnier für 64 Nationen zu feiern.
Die WM 2030 wird überwiegend in Spanien, Portugal und Marokko ausgetragen. Zum Jubiläum finden einzelne Spiele außerdem in Uruguay, Argentinien und Paraguay statt – jenen Ländern, die eng mit der Geschichte der ersten Weltmeisterschaft verbunden sind.
Sollte die FIFA dem Vorschlag zustimmen, wäre dies die größte Reform der Weltmeisterschaft seit ihrer Einführung und würde die Qualifikationschancen vieler kleinerer Fußballnationen erheblich verbessern.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Größer ist nicht automatisch besser
Die FIFA verfolgt konsequent das Ziel, den Fußball weltweit stärker zu öffnen. Mehr Teilnehmer bedeuten zweifellos mehr Chancen für kleinere Nationen und neue Märkte. Gleichzeitig wächst aber auch die Gefahr, dass Spielplan, Belastung der Profis und organisatorischer Aufwand kaum noch beherrschbar werden.
Eine Weltmeisterschaft lebt von ihrer Exklusivität. Wird das Teilnehmerfeld immer weiter vergrößert, könnte genau dieser besondere Charakter verloren gehen. Die FIFA muss deshalb sorgfältig abwägen, ob sportliche Qualität und wirtschaftliche Interessen dauerhaft im Gleichgewicht bleiben.
Historischer Hintergrund
Die erste Fußball-Weltmeisterschaft fand 1930 in Uruguay mit lediglich 13 Mannschaften statt. Seitdem wurde das Teilnehmerfeld mehrfach erweitert: zunächst auf 16, später auf 24 und schließlich auf 32 Nationen. Mit der WM 2026 erfolgte erstmals die Aufstockung auf 48 Teams. Eine Erweiterung auf 64 Teilnehmer wäre die bislang größte Veränderung in der Geschichte des Turniers und würde die globale Ausrichtung der FIFA weiter stärken.
Zukunftsprognose
Die Diskussion über eine 64er-WM dürfte in den kommenden Monaten an Intensität gewinnen. Vor allem Verbände aus Afrika, Asien, Nordamerika und Ozeanien könnten eine weitere Vergrößerung unterstützen. Europäische Spitzenverbände dürften dagegen verstärkt auf sportliche Qualität, Terminplanung und Belastungssteuerung achten. Eine Entscheidung könnte maßgeblich die Zukunft internationaler Fußballturniere prägen.
Gewinnspiel
Frage: Mit wie vielen Mannschaften wird die aktuelle Fußball-Weltmeisterschaft erstmals ausgetragen?
A) 32
B) 40
C) 48
D) 64
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OZD-Analyse
Mögliche Turnierreform
– Die FIFA denkt über eine weitere Vergrößerung der Weltmeisterschaft nach.
Argumente der Befürworter
– a) Mehr Chancen für kleinere Fußballnationen.
– b) Größere weltweite Beteiligung.
– c) Stärkere globale Entwicklung des Fußballs.
Folgen
– Eine WM mit 64 Teams würde Qualifikation, Turnierformat, Spielplan und
wirtschaftliche Bedeutung grundlegend verändern und könnte den
internationalen Fußball dauerhaft neu prägen.
Erklärungen
Wer ist Gianni Infantino?
Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA. Der Schweizer verfolgt das Ziel, den internationalen Fußball stärker zu globalisieren und mehr Nationen an großen Turnieren zu beteiligen.
Was ist die FIFA?
Die FIFA (Fédération Internationale de Football Association) ist der Weltverband des Fußballs mit Sitz in Zürich. Sie organisiert unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaften und koordiniert den internationalen Spielbetrieb ihrer Mitgliedsverbände.
OZD-Extras
Sollte die WM tatsächlich auf 64 Mannschaften erweitert werden, würde sich die Zahl der Teilnehmer gegenüber der Weltmeisterschaft 2022 innerhalb weniger Jahre verdoppeln – eine Entwicklung ohne historisches Vorbild.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.