Die erste große Bewährungsprobe ist bestanden: Thomas Tuchel hat mit England einen überzeugenden Start in die Weltmeisterschaft hingelegt. Die Three Lions besiegten Kroatien in einem packenden Spiel mit 4:2 (2:2) und setzten damit ein deutliches Signal an die Konkurrenz. Im Mittelpunkt stand einmal mehr Harry Kane, der mit zwei Treffern zum Matchwinner wurde und gleichzeitig englische WM-Geschichte schrieb.
Nach dem Schlusspfiff war die Erleichterung bei Tuchel deutlich zu erkennen. Der deutsche Trainer nahm seinen Kapitän Harry Kane fest in die Arme, ehe die englischen Nationalspieler gemeinsam mit ihren Fans den gelungenen Auftakt feierten. Der Druck auf Tuchel war vor dem Turnier enorm gewesen. Die Nicht-Nominierung von Jungstars wie Cole Palmer und Phil Foden hatte auf der Insel für hitzige Debatten gesorgt. Nun verschaffte ihm der Auftaktsieg zunächst Luft.
Kane brachte England früh in Führung. Nach einem Foul von Kroatiens Routinier Luka Modric erhielt England einen Elfmeter. Zwar scheiterte der Bayern-Stürmer zunächst an Dominik Livakovic, doch weil sich der Torhüter zu früh von der Linie bewegt hatte, wurde der Strafstoß wiederholt. Im zweiten Versuch verwandelte Kane sicher zum 1:0.
Doch Kroatien zeigte Moral. Martin Baturina glich in der 36. Minute aus und kurz vor der Pause traf Petar Musa zum 2:2. Zwischen den beiden kroatischen Toren hatte Kane jedoch erneut zugeschlagen. Nach einer Ecke setzte sich der Angreifer im Strafraum durch und köpfte zur zwischenzeitlichen Führung ein. Mit seinem zehnten WM-Tor zog Kane mit Englands bisherigem Rekordschützen Gary Lineker gleich.
"Vorne haben sie eine Riesenqualität, und sie haben unsere Fehler ausgenutzt", sagte Kroatiens Bayern-Profi Josip Stanisic nach der Partie. Besonders beim zweiten Treffer habe Kane es schlicht "überragend" gemacht.
Nach dem Seitenwechsel übernahm mit Jude Bellingham ein weiterer Superstar die Verantwortung. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid schloss einen starken Sololauf mit dem Treffer zum 3:2 ab und leitete damit Englands beste Phase ein. Die Three Lions erspielten sich Chancen im Minutentakt und hätten die Begegnung frühzeitig entscheiden können.
Kroatien öffnete in der Schlussphase die Defensive, um noch zum Ausgleich zu kommen. Das nutzte England eiskalt aus. Marcus Rashford sorgte in der 85. Minute mit dem Treffer zum 4:2 für die endgültige Entscheidung und einen perfekten WM-Abend für Tuchel und seine Mannschaft.
Der Traum vom ersten WM-Titel seit 1966 lebt auf der Insel damit mehr denn je weiter.
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OZD-Kommentar – Kane trägt England, aber reicht das für den Titel?
Der Auftaktsieg ist beeindruckend, doch er zeigt auch die zwei Gesichter dieser englischen Mannschaft. Offensiv verfügt England über Weltklasse. Harry Kane, Jude Bellingham und Marcus Rashford können Spiele im Alleingang entscheiden. Genau diese individuelle Qualität macht die Three Lions zu einem der größten Titelfavoriten.
Gleichzeitig offenbarte die Defensive Schwächen, die gegen Top-Gegner gefährlich werden können. Kroatien kam trotz klarer englischer Überlegenheit immer wieder zu Chancen und bestrafte Fehler konsequent. Gegen Mannschaften wie Frankreich, Spanien oder Argentinien könnten solche Nachlässigkeiten das Turnier kosten.
Für Thomas Tuchel war dieser Sieg enorm wichtig. Die Kritik vor dem Turnier verstummt vorerst. Doch in England zählt am Ende nur eines: der Titel. Alles andere wird als Enttäuschung gewertet.
Historischer Hintergrund
England gewann seine bislang einzige Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1966 im eigenen Land. Seitdem wartet die Fußballnation auf den zweiten Stern. Mehrfach standen die Engländer kurz vor dem großen Triumph, scheiterten jedoch regelmäßig in entscheidenden K.o.-Spielen.
Kroatien entwickelte sich seit den 1990er-Jahren zu einer festen Größe im Weltfußball. Der größte Erfolg war der Einzug ins WM-Finale 2018 in Russland. Das Duell England gegen Kroatien besitzt daher besondere Brisanz und erinnert an das WM-Halbfinale von 2018, das die Kroaten gewannen.
Zukunftsprognose
Der erfolgreiche Auftakt dürfte England zusätzlichen Rückenwind verleihen. Mit Spielern wie Kane, Bellingham, Rice und Rashford verfügt Tuchel über einen der stärksten Kader des Turniers. Die Mannschaft wird nun mit wachsendem Selbstvertrauen in die kommenden Gruppenspiele gehen.
Entscheidend wird jedoch sein, ob die Defensive stabilisiert werden kann. Gelingt dies, könnten die Three Lions tatsächlich ihre jahrzehntelange Titelflaute beenden. Für Kroatien steigt dagegen bereits früh der Druck, um das Weiterkommen nicht zu gefährden.
Gewinnspiel
Frage: Mit welchem englischen Rekordschützen zog Harry Kane durch seinen Doppelpack gleich?
A) Wayne Rooney
B) David Beckham
C) Gary Lineker
D) Alan Shearer
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Mini-Infobox
England besiegte Kroatien mit 4:2.
Harry Kane erzielte zwei Tore.
Kane steht nun bei zehn WM-Treffern.
Jude Bellingham traf zum 3:2.
Marcus Rashford machte den Sieg perfekt.
OZD-Analyse
Kane als Unterschiedsspieler
– Der Bayern-Stürmer entschied die Partie mit seiner Kaltschnäuzigkeit.
Tuchels Handschrift wird sichtbar
– a) Offensiv mutig und dominant.
– b) Hohe Intensität nach Ballverlusten.
– c) Noch Schwächen im Defensivverhalten.
Titelkandidat mit Potenzial
– England verfügt über enorme individuelle Qualität.
– Die Konkurrenz wurde früh gewarnt.
– Der Weg zum WM-Titel bleibt dennoch lang.
Erklärungen
Wer ist Harry Kane?
Harry Kane zählt zu den erfolgreichsten Torjägern seiner Generation. Der Kapitän Englands gewann mit dem FC Bayern nationale Titel und führt die Three Lions als Schlüsselspieler durch die WM.
Wer ist Thomas Tuchel?
Thomas Tuchel gehört zu den erfolgreichsten deutschen Trainern der Gegenwart. Er gewann unter anderem die Champions League und soll England zum ersten WM-Titel seit 1966 führen.
Wer ist Jude Bellingham?
Jude Bellingham gilt als eines der größten Fußballtalente der Welt und zählt bereits zu den Führungsspielern der englischen Nationalmannschaft.
OZD-Extras
Harry Kane benötigte nur wenige WM-Turniere, um mit Gary Lineker gleichzuziehen. Der ehemalige englische Torjäger hatte seine zehn WM-Treffer zwischen 1986 und 1990 erzielt und galt jahrzehntelang als alleiniger Rekordhalter.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.