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Spielort: Atlanta, USA
Endstand: Argentinien – England 2:1
Messi mit zwei Vorlagen
Finale: Argentinien gegen Spanien
England spielt um Platz drei gegen Frankreich
Atlanta erlebte eine dieser Fußballnächte, die noch lange nachhallen werden. Lionel Messi sank nach dem Abpfiff auf die Knie, schrie seine ganze Erleichterung und Freude heraus, während auf der anderen Seite Harry Kane regungslos auf die Tribünen blickte. Thomas Tuchel stand fassungslos an der Seitenlinie: Sein Traum vom ersten großen Titel mit England war in wenigen Minuten zerbrochen.
Argentinien besiegte England im WM-Halbfinale mit 2:1 (0:0) und zog damit erneut ins Endspiel ein. Der Weltmeister trifft nun am Sonntag vor den Toren von New York auf Europameister Spanien. Die Entscheidung fiel in einer dramatischen Schlussphase, in der Messi seine ganze Klasse zeigte.
England hatte lange wie der mögliche Sieger ausgesehen. Anthony Gordon brachte die Three Lions in der 55. Minute mit dem ersten wirklich gelungenen Angriff der zweiten Halbzeit in Führung. Die Mannschaft von Tuchel verteidigte leidenschaftlich, stand tief und lauerte auf Konter. Doch dann kam die 85. Minute: Messi setzte Enzo Fernández mit einem präzisen Pass in Szene, der zum Ausgleich traf. Nur sieben Minuten später wiederholte sich das Szenario. Erneut bereitete Messi vor, diesmal vollendete Lautaro Martínez in der Nachspielzeit zum 2:1.
Für England war es die nächste bittere Enttäuschung in einer langen Reihe verpasster Titelchancen. Seit dem WM-Triumph von 1966 wartet das Mutterland des Fußballs auf einen weiteren großen internationalen Erfolg. Auch der deutsche Trainer Thomas Tuchel konnte diese Leidenszeit nicht beenden. Statt um den Titel spielt England nun am Samstag in Miami gegen Frankreich nur noch um Platz drei.
Von Beginn an war die Partie von enormer Intensität geprägt. Schon nach zwei Minuten gerieten Spieler beider Teams nach einem Foul an Elliot Anderson aneinander. Spielfluss kam kaum auf, stattdessen dominierten harte Zweikämpfe und emotionale Duelle. England wirkte zunächst gefährlicher, vor allem über die linke Seite mit Djed Spence und Gordon. Harry Kane und Jude Bellingham blieben jedoch lange ohne Wirkung.
Vor dem Spiel war viel über die historische Rivalität zwischen beiden Nationen gesprochen worden. Argentinien lief in dunkelblauen Trikots auf – eine Anspielung auf das legendäre WM-Viertelfinale von 1986, als Diego Maradona mit der „Hand Gottes“ und einem Jahrhunderttor England besiegte. Vierzig Jahre später ruhte die Hoffnung erneut auf einem Ausnahmekönner: Lionel Messi.
Der 39-Jährige fand zunächst kaum Räume. Elliot Anderson wich ihm fast über den gesamten Platz nicht von der Seite. Erst in der 37. Minute setzte Messi zu einem seiner typischen Sololäufe an und wurde nur durch ein Foul gestoppt, das Anderson die Gelbe Karte einbrachte. Kurz darauf verfehlte ein Distanzschuss von Enzo Fernández knapp das Tor.
Die Statistik zur Pause war ungewöhnlich: kein einziger Schuss aufs Tor, aber bereits 19 Fouls. Mit Wiederbeginn änderte sich das Bild schlagartig. Julián Álvarez prüfte Jordan Pickford, anschließend behauptete sich Bellingham in einem direkten Duell gegen Messi. Wenig später traf Gordon zur englischen Führung.
Argentinien erhöhte nun den Druck. Nicolás González scheiterte per Kopf an Pickford, Alexis Mac Allister traf den Pfosten. Messi ließ sich immer häufiger tief ins Mittelfeld fallen, um das Spiel anzukurbeln. England geriet zunehmend unter Druck. Als Fernández schließlich ausglich, kippte die Stimmung im Stadion komplett. In der Nachspielzeit vollendete Lautaro Martínez nach Messis zweiter Vorlage die Wende.
Der Weltmeister hat damit erneut seine bemerkenswerte Fähigkeit bewiesen, selbst in aussichtslos scheinenden Situationen zurückzukommen. Nun wartet mit Spanien die wohl größte Herausforderung des Turniers. Der Europameister hatte am Vortag Topfavorit Frankreich ausgeschaltet und präsentiert sich ebenfalls in überragender Form.
Für Messi bietet sich die Chance auf den nächsten historischen Triumph. Für England bleibt nach einer weiteren dramatischen Niederlage nur die Erkenntnis, dem ganz großen Ziel wieder einmal quälend nahe gewesen zu sein.
OZD/SID
OZD-Kommentar – Englands ewiger Albtraum heißt Messi
Wieder ein Turnier. Wieder eine große Hoffnung. Wieder ein bitteres Ende für England. Thomas Tuchel hat seine Mannschaft defensiv stabilisiert und mental gestärkt, doch gegen einen Spieler wie Lionel Messi reicht selbst das oft nicht aus.
Die eigentliche Tragik liegt darin, dass England dieses Halbfinale lange kontrollierte. Doch in den entscheidenden Minuten fehlte die letzte Konsequenz. Argentinien hingegen besitzt etwas, das sich nicht trainieren lässt: die Fähigkeit, in Drucksituationen plötzlich zu explodieren.
Messi hat mit zwei Vorlagen in sieben Minuten gezeigt, warum er auch mit 39 Jahren noch Spiele auf höchstem Niveau entscheidet. England dagegen muss sich erneut fragen, warum der Traum vom zweiten WM-Titel seit 1966 immer wieder kurz vor dem Ziel zerbricht.
Historischer Hintergrund
Argentinien und England verbindet eine der emotionalsten Rivalitäten im Weltfußball. Besonders das WM-Viertelfinale 1986 in Mexiko mit Diego Maradonas „Hand Gottes“ prägte das Verhältnis der beiden Nationen nachhaltig.
Mit dem Halbfinale von Atlanta bekam dieses Duell ein neues Kapitel. Messi, der oft als Maradonas Nachfolger gesehen wird, führte Argentinien erneut in ein WM-Finale und hielt damit die Tradition großer argentinischer Fußballmomente gegen England aufrecht.
Zukunftsprognose
Das WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien verspricht ein Duell zweier völlig unterschiedlicher Fußballphilosophien. Spanien setzt auf Ballkontrolle und kollektive Dominanz, Argentinien auf Leidenschaft, Intensität und die Genialität von Messi.
Für England wird die Zukunft von Thomas Tuchel zum großen Thema werden. Trotz des Halbfinaleinzugs dürfte die Frage aufkommen, ob die Generation um Kane und Bellingham noch einmal eine ähnlich große Chance auf den WM-Titel erhalten wird.
Gewinnspiel
Wer erzielte den Siegtreffer für Argentinien gegen England?
A) Enzo Fernández
B) Julián Álvarez
C) Lautaro Martínez
D) Alexis Mac Allister
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OZD-AnalyseMessis Einfluss
– Zwei Vorlagen in der Schlussphase entschieden das Spiel.
Englands Probleme
a) Zu passive Schlussphase
b) Fehlende Entlastung nach der Führung
c) Zu wenig Kontrolle im Mittelfeld
Folgen
– Argentinien greift nach dem nächsten WM-Titel, England bleibt weiter auf der Suche nach der Erlösung.
ErklärungenWer ist Lionel Messi?
Der argentinische Superstar gewann mit Argentinien die WM 2022 und gilt als einer der größten Fußballer der Geschichte.
Wer ist Thomas Tuchel?
Der deutsche Trainer übernahm England mit dem Ziel, den ersten großen Titel seit 1966 zu gewinnen.
OZD-Extras
Mit seinen WM-Treffern Nummer 17 und 18 gegen Österreich hatte Messi bereits den Rekord von Miroslav Klose gebrochen. Gegen England wurde er nun auch zum entscheidenden Vorlagengeber des Turniers.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild: SID