Der Weltsport erlebt einen historischen Moment: Erstmals seit der Gründung des Internationalen Olympischen Komitees vor 132 Jahren werden Olympiateilnehmer direkt an den Einnahmen des olympischen Systems beteiligt. Die Entscheidung des IOC wurde von Athletenvertretern in Deutschland ausdrücklich begrüßt und als wichtiger Schritt in Richtung größerer Fairness gewertet.
Jede Athletin und jeder Athlet, die oder der an Olympischen Spielen teilgenommen hat, kann künftig eine Auszahlung in Höhe von 10.000 US-Dollar beantragen. Die Regelung gilt rückwirkend sogar für die Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo im Februar dieses Jahres.
Damit reagiert das IOC auf eine Forderung, die viele Sportlerinnen und Sportler seit Jahren erhoben hatten. Während die Olympischen Spiele Milliardenumsätze generieren, profitierten die Athleten bislang nur indirekt von den wirtschaftlichen Erfolgen der größten Sportveranstaltung der Welt.
Der Verein Athleten Deutschland sprach von einem historischen Signal für den internationalen Spitzensport. Präsidiumsmitglied Leo Köpp bezeichnete die Einführung des Fonds als "einen historischen, wenn auch längst überfälligen Schritt".
Besonders positiv bewertet Athleten Deutschland, dass das IOC damit erstmals ein Prinzip übernimmt, das in vielen professionellen Sportligen längst selbstverständlich ist: Diejenigen, die durch ihre Leistungen die wirtschaftliche Grundlage des Sports schaffen, sollen an den erzielten Einnahmen beteiligt werden.
Das Gesamtvolumen des Fonds beträgt nach Angaben des IOC rund 140 Millionen US-Dollar pro olympischem Zyklus. Nach Einschätzung von Athleten Deutschland entspricht dies allerdings weniger als zwei Prozent der Gesamteinnahmen des IOC im selben Zeitraum.
"Bis zu einer fairen Beteiligung ist noch erheblich Luft nach oben", erklärte Leo Köpp.
Gleichzeitig verbinden die Athletenvertreter mit der Entscheidung die Hoffnung auf weitere Reformen. So soll die neue Regelung künftig auch auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Paralympischen Spiele ausgeweitet werden. Darüber hinaus könnten die World Games und die Deaflympics von ähnlichen Modellen profitieren.
Athleten Deutschland sieht die Einführung der Olympiaprämie deshalb nicht als Endpunkt, sondern als Beginn einer grundlegenden Entwicklung hin zu mehr finanzieller Teilhabe und Anerkennung für Spitzensportler.
Auch auf nationaler Ebene bleiben aus Sicht der Interessenvertretung Verbesserungen notwendig. Der Verein fordert weiterhin eine deutliche Anhebung der direkten Förderung für deutsche Bundeskaderathletinnen und Bundeskaderathleten auf monatlich 1800 Euro.
Neben der finanziellen Unterstützung sieht Athleten Deutschland weiterhin Handlungsbedarf bei sozialen Absicherungen, arbeitsrechtlichen Fragen und den Möglichkeiten zur individuellen Vermarktung von Sportlerinnen und Sportlern.
Dennoch überwiegt derzeit die positive Signalwirkung der Entscheidung. Viele Beobachter sprechen bereits von einem Wendepunkt in der Geschichte der Olympischen Bewegung.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Endlich kommt Bewegung in ein überholtes System
Die Entscheidung des IOC markiert einen historischen Kurswechsel. Jahrzehntelang profitierten Verbände, Sponsoren und Medienunternehmen von den Milliardenumsätzen der Olympischen Spiele, während viele Athletinnen und Athleten trotz Spitzenleistungen finanzielle Sorgen hatten.
Die Einführung der direkten Beteiligung ist deshalb nicht nur eine finanzielle Maßnahme, sondern vor allem eine Anerkennung der Menschen, ohne die die Olympischen Spiele überhaupt nicht existieren würden.
Natürlich bleibt die Summe im Verhältnis zu den Gesamteinnahmen überschaubar. Dennoch zählt vor allem die Richtung der Entwicklung. Was heute mit 10.000 Dollar beginnt, könnte in Zukunft zu einem völlig neuen Modell der Athletenbeteiligung führen.
Der olympische Sport wird moderner, gerechter und näher an den Standards anderer professioneller Sportarten. Das ist eine gute Nachricht für den gesamten Weltsport.
Historischer Hintergrund
Seit der Gründung des IOC im Jahr 1894 galt der olympische Gedanke lange Zeit als Gegenmodell zum professionellen Sport. Direkte finanzielle Beteiligungen für Athletinnen und Athleten spielten deshalb kaum eine Rolle.
Mit der zunehmenden Kommerzialisierung der Olympischen Spiele stiegen jedoch die Einnahmen aus Fernsehrechten, Sponsoring und Vermarktung auf Milliardenbeträge an.
In vielen professionellen Ligen wie der NBA, der NFL oder der Formel 1 gehören Beteiligungen der Athleten an den Einnahmen seit Jahren zum Standard. Die Entscheidung des IOC stellt daher eine historische Annäherung an moderne Strukturen des Spitzensports dar.
Zukunftsprognose
Die Einführung des Fonds dürfte erst der Anfang einer umfassenderen Entwicklung sein. Experten rechnen damit, dass die Beteiligungsmodelle in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.
Besonders wahrscheinlich erscheint eine Einbeziehung paralympischer Athletinnen und Athleten sowie weiterer internationaler Großveranstaltungen.
Auch die Diskussion über höhere Förderungen, bessere soziale Absicherung und größere Vermarktungsmöglichkeiten wird weiter an Bedeutung gewinnen. Die Position der Athleten innerhalb des internationalen Sportsystems dürfte dadurch langfristig gestärkt werden.
Gewinnspiel
Frage: Wie hoch ist die Auszahlung, die Olympiateilnehmer künftig beantragen können?
A) 5.000 US-Dollar
B) 7.500 US-Dollar
C) 10.000 US-Dollar
D) 25.000 US-Dollar
Zum Gewinnspiel:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Mini-Infobox
Erstmalige IOC-Auszahlung an Olympiateilnehmer
10.000 US-Dollar pro Athlet
Gilt rückwirkend für Mailand/Cortina 2026
Fondsvolumen beträgt 140 Millionen US-Dollar
Athleten Deutschland fordert weitere Schritte
OZD-Analyse
Historische Reform
– Das IOC beteiligt erstmals Athleten direkt an den Einnahmen des olympischen Systems.
Positive Auswirkungen
– a) Größere finanzielle Anerkennung
– b) Stärkung der Athletenrechte
– c) Annäherung an professionelle Sportligen
Folgen
– Die Entscheidung könnte langfristig die wirtschaftliche Stellung von Sportlerinnen und Sportlern weltweit verbessern.
Erklärungen
Wer ist Leo Köpp?
Leo Köpp ist deutscher Leichtathlet und Mitglied des Präsidiums von Athleten Deutschland. Er engagiert sich für bessere Rahmenbedingungen und eine stärkere Mitsprache von Spitzensportlern.
Was ist Athleten Deutschland?
Athleten Deutschland vertritt die Interessen deutscher Leistungssportler gegenüber Politik, Verbänden und Sportorganisationen.
OZD-Extras
Die Olympischen Spiele zählen zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Sportveranstaltungen der Welt. Allein die Fernsehrechte und Sponsorenverträge generieren Einnahmen in Milliardenhöhe.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.