Der Traum des Deutschen Fußball-Bundes von Jürgen Klopp als künftigem Bundestrainer lebt. DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hat die Chancen auf eine Verpflichtung seines langjährigen Weggefährten zwar als gut bezeichnet, gleichzeitig aber deutlich gemacht, dass noch keine Entscheidung gefallen ist. Vor den entscheidenden Gesprächen in New York mahnte Watzke zur Vorsicht.
"Das ist definitiv noch nicht abgehakt, das muss man alleine schon vor dem Hintergrund des RB-Engagements so sehen", sagte der DFL-Aufsichtsratschef dem ZDF. Klopp steht derzeit noch bis 2029 bei Red Bull als "Head of Global Soccer" unter Vertrag und ist parallel für MagentaTV als Experte bei der Fußball-Weltmeisterschaft tätig.
Dennoch blickt Watzke optimistisch auf die bevorstehenden Gespräche. Die Wahrscheinlichkeit, dass Klopp Nachfolger von Julian Nagelsmann wird, sei "größer als 50 Prozent". Gleichzeitig machte der DFB-Vizepräsident deutlich, wie wichtig die Personalie für den Verband ist: "Wir wollen unseren Masterplan A versuchen durchzusetzen."
Noch in dieser Woche wollen Watzke und DFB-Präsident Bernd Neuendorf nach New York reisen, um mit Klopp über dessen mögliche Zukunft beim Deutschen Fußball-Bund zu sprechen. Dabei dürfte es nicht nur um sportliche Perspektiven, sondern auch um bestehende Vertragsbindungen bei Red Bull gehen.
Finanzielle Probleme erwartet Watzke dagegen nicht. "Wir haben natürlich unsere Schmerzgrenze", sagte er mit einem Augenzwinkern und ergänzte, er hoffe auf einen "leichten Patriotismusabschlag" von Klopp. Auch bei dessen zahlreichen Werbeverträgen sieht Watzke Lösungen, da Klopp bereit sei, diese auf ihre Vereinbarkeit mit den Regularien des DFB zu überprüfen.
Sportlich traut Watzke Klopp zu, der Nationalmannschaft ein neues Gesicht zu geben. "Jürgen macht Spieler besser, definitiv." Außerdem erwartet er ein körperbetonteres, intensiveres und mutigeres Auftreten der DFB-Auswahl. Gerade in engen Spielen solle die Mannschaft auch in der Schlussphase den Eindruck vermitteln, jederzeit zurückkommen zu können.
Wie stark Klopp darüber hinaus Einfluss auf strukturelle Themen wie Nachwuchsförderung oder die sportliche Ausrichtung des Verbandes nehmen würde, ist noch offen. Watzke machte jedoch deutlich, dass es fahrlässig wäre, auf die Expertise eines Trainers dieses Formats nicht umfassend zurückzugreifen.
OZD
OZD-Kommentar – Der DFB setzt alles auf Klopp
Mit Jürgen Klopp verbindet der DFB weit mehr als nur die Hoffnung auf sportlichen Erfolg. Nach Jahren wechselnder Konzepte und enttäuschender Turniere soll der charismatische Erfolgstrainer zur Symbolfigur eines Neuanfangs werden. Genau darin liegt aber auch das Risiko. Wenn nahezu der gesamte Verband seine Zukunft auf einen einzigen Kandidaten ausrichtet, entsteht enorme Abhängigkeit. Sollte Klopp absagen, stünde der DFB erneut vor einer schwierigen Trainersuche. Kommt er jedoch tatsächlich, könnte dies der größte personelle Befreiungsschlag des deutschen Fußballs seit vielen Jahren werden.
Historischer Hintergrund
Der Deutsche Fußball-Bund zählt zu den erfolgreichsten Fußballverbänden der Welt, kämpft jedoch seit dem WM-Triumph 2014 mit sportlichen Rückschlägen. Nach frühen WM-Aus und wechselhaften Europameisterschaften geriet die Nachwuchsförderung ebenso in die Kritik wie die sportliche Ausrichtung. Jürgen Klopp gilt aufgrund seiner Erfolge mit Borussia Dortmund und dem FC Liverpool seit Jahren als Wunschkandidat vieler Fans und Funktionäre.
Zukunftsprognose
Die Gespräche in New York könnten richtungsweisend für die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft werden. Sollte der DFB eine Einigung mit Klopp erzielen und gleichzeitig eine Lösung mit Red Bull finden, dürfte eine neue sportliche Ära beginnen. Scheitern die Verhandlungen, müsste der Verband kurzfristig auf alternative Kandidaten ausweichen. Die Entscheidung könnte den deutschen Fußball über Jahre prägen und auch international große Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Gewinnspiel
Frage: Mit welchem Unternehmen steht Jürgen Klopp derzeit noch bis 2029 unter Vertrag?
A) Adidas
B) Borussia Dortmund
C) Red Bull
D) DFB
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Mini-Infobox
Klopp steht bis 2029 bei Red Bull unter Vertrag.
Gespräche sollen in New York stattfinden.
Watzke sieht die Chancen bei über 50 Prozent.
DFB bezeichnet Klopp als "Masterplan A".
Finanzielle Hürden gelten offenbar als lösbar.
OZD-Analyse
Der Wunschkandidat
– Der DFB konzentriert seine Bemühungen vollständig auf Jürgen Klopp.
Die größten Hürden
– a) Vertrag mit Red Bull bis 2029
– b) Einigung über Aufgaben und Kompetenzen
– c) Verbandskonforme Regelung bestehender Werbeverträge
Mögliche Folgen
– Mit Klopp könnte der DFB sportlich und strukturell einen umfassenden Neustart einleiten und international wieder an Ansehen gewinnen.
Erklärungen
Wer ist Jürgen Klopp?
Jürgen Klopp gehört zu den erfolgreichsten Fußballtrainern Deutschlands. Mit Borussia Dortmund gewann er zweimal die Bundesliga und führte den Verein ins Champions-League-Finale. Beim FC Liverpool gewann er unter anderem die Champions League sowie die englische Meisterschaft und gilt weltweit als einer der renommiertesten Trainer des modernen Fußballs.
OZD-Extras
Sollte Klopp tatsächlich Bundestrainer werden, wäre dies seine erste Station als Nationaltrainer. Bislang arbeitete der Erfolgscoach ausschließlich im Vereinsfußball und entwickelte dort mehrere Mannschaften zu internationalen Spitzenklubs.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.