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Deutschland jagt den EM-Rugby-Titel

Deutschlands 7er-Rugby-Nationalmannschaft namens "Wolfpack" startet mit großen Titelchancen in das EM-Finale in Split. Nach dem Sieg in Hamburg ist das Selbstvertrauen riesig.

Überblick

Deutschland kämpft in Split um den Gesamtsieg der Rugby-7-EM.

Das "Wolfpack" gewann bereits das erste Turnier in Hamburg.

Ein zweiter Europameistertitel nach 2019 ist möglich.

Frankreich gilt als größter Konkurrent.

Die Vorrunde beginnt mit Polen und Großbritannien.


Nach dem überzeugenden Heimsieg beim ersten EM-Turnier in Hamburg reist die deutsche 7er-Rugby-Nationalmannschaft mit viel Rückenwind nach Split. Dort fällt ab Freitag die Entscheidung um den Gesamtsieg der Rugby-7-Europameisterschaft. Das sogenannte "Wolfpack" zählt nach den starken Leistungen der vergangenen Wochen zu den Favoriten auf den zweiten EM-Titel nach 2019.

Für Rugby Deutschland ist die Entwicklung der Mannschaft ein deutliches Zeichen, dass der eingeschlagene Weg stimmt. "Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht", sagte Sportdirektor Felix Lammers im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). "In Hamburg haben wir gesehen, dass dieses Team im letzten Jahr noch auf einem anderen Niveau gespielt hat."

Auch Bundestrainer Pablo Feijóo reist mit berechtigten Hoffnungen nach Kroatien. Dennoch mahnt das deutsche Team zur Vorsicht. "Ich will die Erwartungshaltung aber nicht zu hoch hängen", erklärte Lammers. Trotz zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle gewann Deutschland Anfang des Monats das Auftaktturnier in Hamburg und setzte sich im Finale sogar gegen Rugby-Großmacht Frankreich durch.

Damit verschaffte sich das Wolfpack eine hervorragende Ausgangsposition für das zweite und entscheidende EM-Turnier. Frankreich, Olympiasieger und Titelverteidiger, dürfte erneut der stärkste Konkurrent im Kampf um den Gesamtsieg sein. Der Europameister wird über die Gesamtwertung beider Turniere ermittelt.

Zum Auftakt trifft Deutschland am Freitag zunächst auf Polen und Großbritannien. Am Samstag wartet mit Spanien ein weiterer starker Gegner, bevor am Sonntag die Platzierungs- und Finalspiele ausgetragen werden.

Lammers blickt optimistisch auf die bevorstehenden Aufgaben. "Wir schauen, was am Ende dabei rausspringt", sagte er. Die Mannschaft habe unabhängig vom Ausgang bereits eine außergewöhnlich starke Saison gespielt. Gleichzeitig stellte er klar: "Aber wenn wir nach dem Sieg in Hamburg nicht mit Ambitionen nach Split reisen würden, würden wir unseren Job nicht richtig machen." Sein Vertrauen in die Mannschaft sei groß, betonte Lammers: "Dass sie ihre Leistung nochmal abrufen können."

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Deutschlands Rugby wächst heran

Der Erfolg des Wolfpacks kommt nicht überraschend. Seit Jahren entwickelt sich das deutsche 7er-Rugby kontinuierlich weiter und nähert sich den europäischen Spitzenmannschaften an. Der Sieg gegen Frankreich in Hamburg war ein deutliches Ausrufezeichen. Gelingt nun auch der Gesamtsieg in Split, könnte dies dem Rugbysport in Deutschland einen weiteren wichtigen Popularitätsschub verschaffen.


Historischer Hintergrund

Rugby Sevens ist seit den Olympischen Spielen 2016 olympische Disziplin und gewinnt weltweit stetig an Bedeutung. Deutschland feierte 2019 seinen bislang größten Erfolg mit dem Gewinn der Europameisterschaft. In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Nationalmannschaft kontinuierlich weiter und etablierte sich zunehmend im internationalen Spitzenfeld.


Zukunftsprognose

Mit dem aktuellen Kader besitzt Deutschland gute Chancen, sich dauerhaft unter den besten europäischen Nationen zu etablieren. Ein weiterer EM-Titel würde die Entwicklung des deutschen Rugbyverbandes bestätigen und die Voraussetzungen für erfolgreiche internationale Turniere in den kommenden Jahren verbessern.


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A) Hamburg

B) Paris

C) Split

D) London

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OZD-Analyse

Ausgangslage

– Deutschland reist als Sieger des ersten EM-Turniers nach Split.

Erfolgsfaktoren

– a) Eingespielte Mannschaft.

– b) Verbesserte internationale Leistungen.

– c) Großes Selbstvertrauen nach dem Sieg gegen Frankreich.

Folgen

– Ein weiterer Europameistertitel könnte die Bedeutung des Rugbysports in Deutschland nachhaltig stärken und zusätzliche Aufmerksamkeit für die Sportart schaffen.


Erklärungen

Was ist Rugby Sevens?

Rugby Sevens ist eine schnelle Variante des Rugbysports. Statt 15 stehen nur sieben Spieler pro Mannschaft auf dem Feld, die Spielzeit ist deutlich kürzer und das Tempo entsprechend höher. Seit 2016 gehört Rugby Sevens zum olympischen Programm.

Wer ist Pablo Feijóo?

Pablo Feijóo ist Bundestrainer der deutschen 7er-Rugby-Nationalmannschaft. Unter seiner Leitung entwickelte sich das deutsche Team zu einer der stärksten Mannschaften Europas.

OZD-Extras

Der Spitzname "Wolfpack" steht inzwischen für die deutsche 7er-Rugby-Nationalmannschaft und symbolisiert Teamgeist, Einsatzbereitschaft und Zusammenhalt – Eigenschaften, die maßgeblich zum aktuellen sportlichen Erfolg beigetragen haben.


Die Rugby-Regeln

Rugby (in der Regel Rugby Union, die verbreitetste Variante) ist ein dynamischer, körperbetonter, aber sehr fairer Mannschaftssport. Das Ziel des Spiels ist es, mehr Punkte als der Gegner zu erzielen, indem man den eiförmigen Ball hinter die gegnerische Goallinie bringt oder durch das „H-förmige“ Tor kickt.

Hier sind die wichtigsten Regeln und Grundlagen auf einen Blick:


1. Das Spielfeld und die Teams

Spieler: Es spielen 15 Spieler pro Mannschaft gegeneinander (8 Stürmer, 7 Hintermannschaftsspieler).

Spielfeld: Ähnlich wie beim Fußball, jedoch mit zwei großen H-förmigen Toren an den Enden und zwei „Endzonen“ (In-Goal-Bereiche).

Spieldauer: 2 Halbzeiten à 40 Minuten (Nettozeit, die Uhr wird bei Unterbrechungen gestoppt).


2. Wie Punkte erzielt werden

Versuch (Try) – 5 Punkte: Der Ball wird von einem Spieler in der gegnerischen Endzone mit der Hand am Boden abgelegt.

Erhöhung (Conversion) – 2 Punkte: Nach einem Versuch darf das Team versuchen, den Ball aus der Distanz durch die oberen Stangen des H-Tors zu kicken.

Straftritt (Penalty Goal) – 3 Punkte: Bei einem schweren Foul des Gegners kann man direkt auf das Tor kicken.

Dropgoal – 3 Punkte: Aus dem laufenden Spiel heraus wird der Ball auf den Boden gedroppt und direkt im Sprung durch das Tor gekickt.


3. Die goldenen Ballregeln (Das Herzstück)

Die wichtigste Regel: Der Ball darf niemals nach vorne geworfen oder geklopft werden!

Pässe: Pässe dürfen ausschließlich nach hinten oder zur Seite erfolgen.

Kicken: Der Ball darf jederzeit nach vorne gekickt werden. Allerdings gilt: Nur Spieler, die beim Kick hinter dem Kicker standen, dürfen dem Ball nachlaufen (Abseitsregel).

Tackeln (Tackling):

Nur der Spieler, der aktuell den Ball hält, darf getackelt (umgerissen) werden.

Tackles dürfen nur unterhalb der Schultern erfolgen (kein Würgen, kein Fassen am Kopf).

Wer getackelt wurde und am Boden liegt, muss den Ball sofort loslassen. Auch der Tackler muss den getackelten Spieler sofort freigeben.


4. Offenes Spiel & Kontaktsituationen (Ruck & Maul)

Wenn ein Spieler getackelt wird, stoppt das Spiel meist nicht, sondern geht fließend weiter:

Ruck: Der Ballträger liegt am Boden und lässt den Ball los. Spieler beider Teams kämpfen auf den Füßen über dem Ball stehend um die Ballbesitz-Zone. Der Ball darf hierbei nur mit den Füßen nach hinten geschoben werden, bis er frei liegt.

Maul: Der Ballträger wird auf den Füßen gehalten und von Mitspielern sowie Gegnern umringt. Die Gruppe schiebt dynamisch in eine Richtung.


5. Standardsituationen (Standard-Spielzüge)Das Gedränge (Scrum)

Wird meist nach kleineren Regelverstößen wie einem „Vorwärtswurf“ (Forward Pass) oder „Vorwärtsklopfen“ (Knock-on) gepfiffen.

Die jeweils 8 Stürmer beider Teams verhaken sich geordnet ineinander und schieben gegeneinander. Der Ball wird in die Mitte gerollt, und die Teams versuchen, ihn mit den Füßen nach hinten zu erkämpfen.

Der Gasse-Einwurf (Line-out)

Wenn der Ball im Seitenaus landet.

Die Stürmer beider Teams stellen sich in zwei parallelen Reihen auf. Der Ball wird gerade dazwischen geworfen. Spieler springen hoch (oft von Mitspielern hochgehoben), um den Ball in der Luft zu fangen.


6. Fairness und Disziplin

Rugby hat einen extrem hohen Verhaltenskodex:

Nur der Kapitän darf respektvoll mit dem Schiedsrichter sprechen.

Gelbe Karte: Der Spieler muss für 10 Minuten auf die Strafbank (Sin Bin).

Rote Karte: Dauerhafter Platzverweis für den Rest des Spiels.



Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.