Die EZB gibt am Donnerstag ihre neue Leitzinsentscheidung bekannt.
Die Bekanntgabe erfolgt um 14.15 Uhr in Frankfurt am Main.
Analysten erwarten mehrheitlich unveränderte Leitzinsen.
Der Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit bei Inflation und Energiepreisen.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde erläutert die Entscheidung anschließend.
Die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet am Donnerstag über ihren weiteren geldpolitischen Kurs. Um 14.15 Uhr wird der EZB-Rat seine neue Leitzinsentscheidung veröffentlichen, ehe Präsidentin Christine Lagarde die Hintergründe auf einer Pressekonferenz ab 14.45 Uhr erläutert. Nach Einschätzung der meisten Analysten dürfte die Notenbank ihre Leitzinsen trotz der angespannten geopolitischen Lage zunächst unverändert lassen.
Vor einer schwierigen Abwägung stehen die Währungshüter insbesondere wegen der erneuten Eskalation des Iran-Krieges. Höhere Energiepreise könnten den Inflationsdruck im Euroraum erneut verstärken und die Rückkehr zum Inflationsziel erschweren. Gleichzeitig würde eine weitere Zinserhöhung die ohnehin schwächelnde Wirtschaft zusätzlich belasten.
Erst bei ihrer Sitzung im Juni hatte die EZB die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die Zentralbank begründete diesen Schritt mit den gestiegenen Inflationsrisiken infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Seit dem 17. Juni liegt der Einlagensatz bei 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent.
Zwar hat sich die Inflation zuletzt leicht abgeschwächt, sie liegt aber weiterhin über dem mittelfristigen Zielwert der EZB von zwei Prozent. Entsprechend dürfte die Notenbank ihren datenabhängigen Kurs fortsetzen und sich alle Optionen für die kommenden Monate offenhalten.
Besonders aufmerksam werden Anleger, Unternehmen und Kreditnehmer auf mögliche Hinweise von EZB-Präsidentin Christine Lagarde achten. Ihre Aussagen zum weiteren Zinspfad gelten als wichtiger Gradmesser für die Finanzmärkte im Euroraum.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Die Gratwanderung der EZB
Die EZB befindet sich in einem geldpolitischen Dilemma. Einerseits sprechen steigende Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten für eine weiterhin straffe Geldpolitik. Andererseits leidet Europas Wirtschaft bereits unter hohen Finanzierungskosten. Eine Zinspause wäre daher nachvollziehbar, löst aber das Grundproblem nicht: Solange geopolitische Krisen die Energiepreise treiben, bleibt die Inflation ein permanenter Unsicherheitsfaktor. Die EZB kann diese Ursachen nicht beseitigen – sie kann lediglich auf ihre Folgen reagieren.
Historischer Hintergrund
Die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main steuert seit 1998 die Geldpolitik der Eurozone. Nach Jahren niedriger Zinsen erhöhte sie ihre Leitzinsen infolge der weltweiten Inflationswelle deutlich. Ziel der EZB ist eine Inflationsrate von zwei Prozent, um Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten.
Zukunftsprognose
Sollten die Energiepreise infolge der geopolitischen Spannungen weiter steigen, könnte die EZB ihren restriktiven Kurs länger beibehalten oder erneut über Zinserhöhungen nachdenken. Beruhigen sich hingegen Inflation und Rohstoffmärkte, könnten spätere Zinssenkungen wieder auf die Agenda rücken. Die Entwicklung bleibt eng an den Verlauf der geopolitischen Krisen gekoppelt.
Gewinnspiel
Frage: Wo hat die Europäische Zentralbank ihren Hauptsitz?
A) Paris
B) Frankfurt am Main
C) Brüssel
D) Luxemburg
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OZD-Analyse
Geldpolitik
– Die EZB muss Inflation und Wirtschaftswachstum gleichzeitig im Blick behalten.
Einflussfaktoren
– a) Entwicklung der Energiepreise.
– b) Inflation im Euroraum.
– c) Geopolitische Risiken durch den Iran-Krieg.
Folgen
– Die Zinsentscheidung beeinflusst Kredite, Sparzinsen, Investitionen und die wirtschaftliche Entwicklung im gesamten Euroraum.
Erklärungen
Was ist die Europäische Zentralbank?
Die Europäische Zentralbank steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr wichtigstes Ziel ist die Preisstabilität mit einer Inflationsrate von mittelfristig zwei Prozent.
Wer ist Christine Lagarde?
Christine Lagarde ist Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Sie verantwortet die Geldpolitik der Eurozone und erläutert die Beschlüsse des EZB-Rats regelmäßig auf Pressekonferenzen.
OZD-ExtrasDie Entscheidungen der EZB wirken sich nicht nur auf Kreditzinsen und Sparguthaben aus. Sie beeinflussen auch Immobilienfinanzierungen, Unternehmensinvestitionen sowie die Wechselkurse des Euro gegenüber anderen Währungen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.