Huthi-Miliz greift nach eigenen Angaben zwei saudiarabische Öltanker an.
Saudi-Arabien bestätigt Treffer und Brand auf einem Schiff.
Donald Trump droht mit einer "bedeutenden militärischen Bestrafung".
Auch Iran wird von Trump ausdrücklich gewarnt.
Die Lage im Roten Meer verschärft den Iran-Konflikt weiter.
Nach den jüngsten Angriffen auf saudiarabische Öltanker im Roten Meer hat US-Präsident Donald Trump der Huthi-Miliz im Jemen scharfe Konsequenzen angedroht. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, er sei "sehr enttäuscht" über das Verhalten der mit dem Iran verbündeten Rebellen. Sollten weitere Angriffe auf Öltanker erfolgen, werde den Huthis sowie dem Iran eine "bedeutende militärische Bestrafung" auferlegt.
Die Huthi-Miliz hatte wenige Tage nach der Ankündigung einer Seeblockade im Roten Meer erklärt, zwei saudiarabische Öltanker beschossen zu haben. Saudi-Arabien bestätigte am Donnerstag, dass eines der Schiffe getroffen wurde und an Bord ein Feuer ausbrach. Der Vorfall erhöht die Sorge, dass sich der bereits eskalierte Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran auf eine weitere strategisch bedeutende Region ausweitet.
Trump erinnerte daran, dass die USA bereits im vergangenen Jahr militärisch gegen die Huthi-Rebellen vorgegangen seien, nachdem diese wiederholt die internationale Schifffahrt angegriffen hatten. "Seitdem, und während unseres Konflikts mit dem Iran, haben sie sehr verantwortungsvoll gehandelt. Leider fangen sie jetzt wieder an und haben gestern Abend auf zwei saudiarabische Schiffe geschossen", schrieb der US-Präsident.
Die Huthi-Miliz hatte bereits während des Gaza-Krieges zahlreiche Handelsschiffe angegriffen, die sie mit Israel oder dessen Verbündeten in Verbindung brachte. Gemeinsam mit der Hisbollah im Libanon und der Hamas im Gazastreifen zählt sie zur sogenannten "Achse des Widerstands", einem vom Iran unterstützten Bündnis bewaffneter Gruppen. Deren erklärtes Ziel ist die Bekämpfung Israels.
Mit den Angriffen auf die Tanker rückt das Rote Meer erneut in den Mittelpunkt geopolitischer Spannungen. Die wichtige Handelsroute zählt zu den bedeutendsten Seewegen für den weltweiten Öl- und Warenverkehr. Eine weitere Eskalation könnte erhebliche Auswirkungen auf die Energieversorgung und den internationalen Handel haben.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Das Rote Meer wird zum nächsten Krisenherd
Die Drohung Donald Trumps zeigt, wie schnell sich der Konflikt im Nahen Osten weiter ausweiten kann. Sollte es tatsächlich zu US-Militärschlägen gegen die Huthi-Miliz kommen, wäre eine neue Front im ohnehin angespannten Iran-Konflikt eröffnet. Besonders brisant ist dabei die strategische Bedeutung des Roten Meeres für den Welthandel. Jede weitere Eskalation könnte nicht nur militärische Folgen haben, sondern auch Ölpreise, Lieferketten und die Weltwirtschaft erheblich belasten. Diplomatische Lösungen rücken damit immer weiter in den Hintergrund.
Historischer Hintergrund
Die Huthi-Bewegung kontrolliert große Teile des Nordjemens und wird politisch sowie militärisch vom Iran unterstützt. Seit Jahren bekämpft sie die international anerkannte Regierung des Jemen sowie die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition. Das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab gehören zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Ein erheblicher Teil des internationalen Handels sowie der Öltransporte zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten verläuft über diese Strecke.
Zukunftsprognose
Sollten weitere Angriffe auf Handelsschiffe folgen, könnte es zu direkten militärischen Operationen der USA gegen Stellungen der Huthi-Miliz kommen. Gleichzeitig wächst die Gefahr, dass der Iran noch stärker in den Konflikt hineingezogen wird. Eine anhaltende Eskalation dürfte die Energiepreise weltweit erhöhen, Versicherungsprämien für Schiffe steigen lassen und die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten weiter verschärfen.
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Frage: Welche wichtige Schifffahrtsroute steht im Mittelpunkt der aktuellen Spannungen?
A) Nord-Ostsee-Kanal
B) Panamakanal
C) Rotes Meer
D) Ärmelkanal
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OZD-Analyse
Militärische Eskalation
– Die USA drohen nach den Tankerangriffen mit direkten Gegenschlägen.
Geopolitische Risiken
– a) Ausweitung des Iran-Konflikts.
– b) Gefährdung internationaler Handelsrouten.
– c) Steigende Unsicherheit für Energie- und Rohstoffmärkte.
Folgen
– Eine weitere Eskalation könnte den Nahen Osten zusätzlich destabilisieren und erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf Europa und die Weltmärkte haben.
Erklärungen
Was sind die Huthi-Bewegung?
Die Huthi-Bewegung ist eine schiitische Rebellengruppe aus dem Jemen. Sie kontrolliert große Teile des Landes und wird vom Iran unterstützt. Seit Jahren kämpft sie gegen die international anerkannte Regierung sowie gegen die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition.
Was ist das Rote Meer?
Das Rote Meer verbindet über den Suezkanal Europa mit Asien und zählt zu den wichtigsten Handels- und Energierouten der Welt. Millionen Tonnen Waren sowie ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte passieren diese Wasserstraße jedes Jahr.
OZD-ExtrasRund zwölf Prozent des weltweiten Seehandels verlaufen über das Rote Meer und den Suezkanal. Bereits kurze Unterbrechungen dieser Route können Lieferketten verzögern und die Transportkosten weltweit deutlich erhöhen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.