Fakten im Überblick
DFB übernimmt viele WM-Regelauslegungen.
Video-Assistent soll seltener eingreifen.
Strengere Linie gegen Unsportlichkeiten.
Neue Regeln bei Einwürfen, Auswechslungen und Gelb-Rot.
Ziel ist mehr Netto-Spielzeit.
Die Schiedsrichter der Fußball-Bundesliga werden in der neuen Saison zahlreiche Regelauslegungen übernehmen, die bereits bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika angewendet wurden. Gleichzeitig setzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in mehreren Bereichen bewusst eigene Schwerpunkte – insbesondere beim Umgang mit Unsportlichkeiten auf dem Platz.
Bei einer Medienschulung auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main erläuterten die Verantwortlichen die wichtigsten Änderungen. Marco Fritz, Leiter Evaluation, Beobachtungen und Regelauslegung der DFB Schiri GmbH, machte deutlich, dass die Bundesliga zwar dem internationalen Trend folgt, aber nicht jede WM-Auslegung übernimmt.
"Wir werden die Regeländerungen zum Großteil so übernehmen, wie sie dort ausgelegt wurden. Ein paar Sachen werden wir aber nicht umsetzen", erklärte Fritz. "Der Umgang mit Unsportlichkeiten war bei der WM sicher nicht beispielgebend für die Bundesliga. Da waren wir schon weiter bei Themen wie 'Mobbing the Referee', dem Kapitänsdialog und der Verhinderung einer schnellen Spielfortsetzung."
Auch beim Video-Assistenten soll sich die Bundesliga künftig stärker zurückhalten. Der VAR soll nur noch bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen eingreifen. Ziel ist es, längere Unterbrechungen und häufige Bildschirmkontrollen deutlich zu reduzieren.
Videochef Jochen Drees bestätigte diese Linie. Bundesliga-Sportdirektor Benjamin Schmedes ergänzte: "Für den Eingriff des Video-Assistenten soll es eine höhere Schwelle geben. Es soll um klare und offensichtliche Fehlentscheidungen gehen. Wir wollen die Zeit am Bildschirm minimieren." Gleichzeitig räumte er ein: "Trotz allem werden wir Diskussionen nicht vollends vermeiden können."
Auf die Schiedsrichter kommen außerdem mehrere neue Regeln zu. Künftig gilt ein Fünf-Sekunden-Countdown bei Einwürfen und Abstößen. Auswechslungen müssen innerhalb von zehn Sekunden erfolgen. Spieler, die nach einer Verletzungsbehandlung auf dem Platz versorgt werden, müssen das Spielfeld anschließend für eine Minute verlassen.
Neu ist außerdem die Möglichkeit des Video-Assistenten, künftig auch Gelb-Rote Karten nach einer zweiten Gelben Karte zu überprüfen.
Einige der bei der Weltmeisterschaft getesteten Regeln werden dagegen in Deutschland bewusst nicht eingeführt. So überprüft der VAR künftig keine Eckstöße. Auch optionale Regeländerungen des International Football Association Board (IFAB), etwa eine Rote Karte für das demonstrative Zuhalten des Mundes oder für das Verlassen des Spielfelds aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung, werden in der Bundesliga nicht angewendet.
FIFA-Schiedsrichter Daniel Siebert formulierte die Zielsetzung klar: "Wir wollen ein sauberes Spiel und weg von schmutzigen Fouls. Zudem wollen wir die Netto-Spielzeit erhöhen."
Insgesamt werden in der neuen Saison 22 Bundesliga-Schiedsrichter eingesetzt – zwei weniger als in der vergangenen Spielzeit.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Weniger VAR kann dem Fußball guttun
Die Bundesliga reagiert auf eine der größten Kritikpunkte der vergangenen Jahre. Zu viele VAR-Eingriffe, lange Unterbrechungen und mangelnde Akzeptanz hatten den Spielfluss häufig gestört. Die höhere Eingriffsschwelle könnte das Vertrauen in die Entscheidungen auf dem Platz stärken. Entscheidend wird jedoch sein, dass die neue Linie konsequent und einheitlich umgesetzt wird. Unterschiedliche Maßstäbe zwischen Bundesliga, UEFA und FIFA würden erneut für Verwirrung sorgen.
Historischer Hintergrund
Der Video-Assistent wurde 2017 in der Bundesliga eingeführt und hat den Profifußball nachhaltig verändert. Während viele klare Fehlentscheidungen korrigiert wurden, sorgten zahlreiche lange Überprüfungen und unterschiedliche Auslegungen immer wieder für Diskussionen. Nach den Erfahrungen der Weltmeisterschaft und den Vorgaben der UEFA wird nun eine zurückhaltendere Eingriffspolitik angestrebt.
Zukunftsprognose
Sollte die höhere Eingriffsschwelle erfolgreich sein, könnten Spielunterbrechungen deutlich kürzer werden und die Akzeptanz des VAR steigen. Gleichzeitig dürften Schiedsrichter wieder stärker eigenverantwortlich entscheiden. Die Entwicklung könnte Vorbild für weitere europäische Ligen werden.
Gewinnspiel
Frage: Wann soll der Video-Assistent künftig eingreifen?
A) Bei jeder strittigen Szene
B) Bei allen Zweikämpfen im Strafraum
C) Nur bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen
D) Ausschließlich bei Toren
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Mini-Infobox
Weniger VAR-Eingriffe geplant.
Höhere Eingriffsschwelle
.Neue Zeitregeln bei Einwürfen und Wechseln.
VAR prüft künftig Gelb-Rot.
Ziel: mehr Spielfluss.
OZD-Analyse
Neue Regelauslegung
– Der DFB orientiert sich an den WM-Erfahrungen, setzt aber eigene Schwerpunkte.
Wichtigste Änderungen
– a) Weniger Videoüberprüfungen.
– b) Strengere Ahndung von Unsportlichkeiten.
– c) Mehr Netto-Spielzeit durch neue Zeitvorgaben.
Folgen
– Schiedsrichter erhalten mehr Verantwortung auf dem Spielfeld. Gleichzeitig soll der Fußball flüssiger und für Zuschauer attraktiver werden.
Erklärungen
Was ist der VAR?
Der Video Assistant Referee (VAR) unterstützt den Schiedsrichter bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen. Er überprüft unter anderem Tore, Strafstöße, Rote Karten und Spielerverwechslungen.
Was bedeutet Netto-Spielzeit?
Die Netto-Spielzeit beschreibt die tatsächliche Zeit, in der der Ball im Spiel ist. Durch kürzere Unterbrechungen und schnellere Spielfortsetzungen soll dieser Wert erhöht werden.
OZD-Extras
Die Bundesliga gehört weiterhin zu den Vorreitern bei der technischen Unterstützung von Schiedsrichtern. Gleichzeitig wächst europaweit der Wunsch, den Videobeweis wieder stärker auf eindeutige Fehlentscheidungen zu beschränken.
Auswirkungen auf die Börsen:
Direkte wirtschaftliche Auswirkungen sind nicht zu erwarten. Ein flüssigeres Spiel und eine höhere Akzeptanz von Schiedsrichterentscheidungen könnten jedoch langfristig die Attraktivität der Bundesliga für Zuschauer, TV-Partner und Sponsoren stärken.
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.