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Sammer warnt eindringlich: "Die Zukunft unseres Fußballs steht auf dem Spiel"

Matthias Sammer fordert nach dem nächsten WM-Rückschlag einen radikalen Kurswechsel – und sieht Jürgen Klopp als Hoffnungsträger.

Überblick

Matthias Sammer sieht den deutschen Fußball an einem Wendepunkt.

Er fordert mehr Kampfgeist und eine Rückkehr zu den "deutschen Tugenden".

Jürgen Klopp hält er für den idealen Bundestrainer.

Sammer bietet dem DFB erneut seine Unterstützung an.

Nachwuchsarbeit und klare Führung stehen im Mittelpunkt seiner Forderungen.


Matthias Sammer hat nach dem erneuten Scheitern der deutschen Nationalmannschaft bei einer Fußball-Weltmeisterschaft eindringlich vor einer tiefen Krise des deutschen Fußballs gewarnt. "Die Zukunft unseres Fußballs steht auf dem Spiel", sagte der Europameister von 1996 in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit.

Für den früheren Nationalspieler und ehemaligen DFB-Sportdirektor ist die wichtigste Voraussetzung für eine Trendwende eine Rückbesinnung auf die traditionellen Stärken des deutschen Fußballs. Der Kampf müsse wieder wichtiger werden als "die B-Note für die Schönheit des Spiels". Es brauche den unbedingten Willen, Spiele auch mit Einsatz, Leidenschaft und Konsequenz zu gewinnen. "Das wird zwar beschissen aussehen, aber den Gegner muss ich erst mal wegfegen. Punkt."

Sammer verwies darauf, dass der DFB bereits zwischen 2006 und 2012 unter seiner sportlichen Leitung ein umfassendes Konzept entwickelt habe. Dieses habe den Grundstein für den Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 gelegt. Auch heute sei er bereit, erneut Verantwortung zu übernehmen. Er habe den beiden wichtigsten Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes signalisiert, dass er inhaltlich helfen wolle. Entscheidend seien jedoch nicht einzelne Personen, sondern klare sportliche Konzepte.

Große Hoffnungen setzt Sammer auf den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. Er sei "genau der Richtige für diese Position". Klopp stehe für körperbetonten Fußball, hohes Tempo, eine klare Spielidee und verfüge über die notwendige Autorität sowie Ausstrahlung. Ebenso wichtig sei seine Fähigkeit, junge Spieler weiterzuentwickeln.

Auch die Nachwuchsarbeit bewertet Sammer positiv. Die von DFB-Direktor Hannes Wolf eingeführten neuen Spielformen, die stärker an den Straßenfußball erinnern sollen, bezeichnete er als "überragend". Gleichzeitig forderte er innerhalb des Verbandes wieder mehr Führung und klare Verantwortlichkeiten statt flacher Hierarchien.

Mit deutlichen Worten kritisierte Sammer außerdem die Entwicklung der Nationalmannschaft. Deutschland habe sich seiner traditionellen Stärken beraubt. "Wir haben uns selbst verleugnet", sagte er. Die Nationalelf sei zudem ein Spiegelbild der Gesellschaft. Häufig gebe es mehr Schein als Sein, während Konflikte und Widerstände vermieden würden. Genau diese Mentalität habe sich beim frühen WM-Aus deutlich gezeigt. Dort habe die DFB-Auswahl den Begriff der Hilflosigkeit neu definiert.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Die unbequeme Wahrheit

Matthias Sammer spricht aus, was viele Fans seit Jahren empfinden. Deutschland verfügt weiterhin über hervorragende Fußballer, doch Mentalität, Konsequenz und Führungsstärke scheinen verloren gegangen zu sein. Seine Analyse mag unbequem sein, trifft aber einen wunden Punkt. Mit Jürgen Klopp beginnt nun ein Neuanfang. Ob der DFB allerdings bereit ist, tiefgreifende Veränderungen tatsächlich umzusetzen, wird entscheidend dafür sein, ob Deutschland wieder zur Weltspitze zurückkehrt oder dauerhaft den Anschluss verliert.


Historischer Hintergrund

Deutschland zählt mit vier Weltmeistertiteln und drei Europameisterschaften zu den erfolgreichsten Fußballnationen der Welt. Nach dem WM-Titel 2014 folgten jedoch mehrere enttäuschende Turniere. Das erneute frühe Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft 2026 verstärkte die Diskussion über Nachwuchsförderung, Führungsstrukturen und die sportliche Ausrichtung des Deutschen Fußball-Bundes erheblich. Mit Jürgen Klopp beginnt nun eine neue Phase des Umbruchs.

Zukunftsprognose

Unter Jürgen Klopp dürfte sich die deutsche Nationalmannschaft wieder stärker auf Intensität, Pressing, Teamgeist und klare Rollenverteilungen konzentrieren. Sollte es gelingen, die Nachwuchsarbeit konsequent mit dieser Spielphilosophie zu verbinden, könnte Deutschland bereits bei den kommenden Turnieren wieder konkurrenzfähig sein. Der Reformdruck auf den DFB bleibt jedoch hoch.

Gewinnspiel

Frage: Welchen Weltmeistertitel nennt Matthias Sammer als Ergebnis des damaligen DFB-Konzepts?

A) 2002

B) 2006

C) 2010

D) 2014

Gewinnspiel:

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OZD-Analyse

Sammers Kernforderung

– Mehr Mentalität, Kampfgeist und klare Führung im deutschen Fußball.

Reformschwerpunkte

– a) Stärkere Nachwuchsförderung.

– b) Rückbesinnung auf traditionelle Stärken.

– c) Klare Verantwortlichkeiten innerhalb des DFB.

Folgen

– Gelingt der sportliche und strukturelle Neustart unter Jürgen Klopp, könnte Deutschland mittelfristig wieder zur Weltspitze aufschließen. Bleiben Reformen aus, droht eine weitere sportliche Abwärtsspirale.


Erklärungen

Wer ist Matthias Sammer?

Matthias Sammer wurde 1996 mit Deutschland Europameister und gewann 1996 den Ballon d'Or als Europas Fußballer des Jahres. Später war er unter anderem DFB-Sportdirektor und Sportvorstand beim FC Bayern München. Heute zählt er zu den einflussreichsten Fußball-Experten Deutschlands.

Was ist der Deutscher Fußball-Bund?

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist der nationale Fußballverband Deutschlands. Er organisiert die Nationalmannschaften, den Amateurfußball sowie zahlreiche Wettbewerbe und gehört zu den größten Sportverbänden der Welt.


OZD-Extras

Matthias Sammer war zwischen 2006 und 2012 maßgeblich an der Reform der deutschen Nachwuchsarbeit beteiligt. Viele Spieler der Weltmeistermannschaft von 2014 profitierten direkt von den damals eingeführten Förderstrukturen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.