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Aufatmen nach Feuer-Hölle: Jahrhundert-Waldbrand in Belgien endlich unter Kontrolle

Nach einer Woche Kampf gegen die Flammen gibt es Entwarnung: Der größte Waldbrand Belgiens seit mehr als 100 Jahren ist unter Kontrolle – die Gefahr bleibt jedoch bestehen.

Fakten im Überblick

Der größte Waldbrand Belgiens seit 1911 ist nach sieben Tagen unter Kontrolle.

Rund 3.000 Hektar Natur im Hohen Venn wurden zerstört.

Deutsche Einsatzkräfte ziehen ab, die Brandüberwachung geht jedoch weiter.


Nach sieben Tagen ununterbrochenen Einsatzes haben die Behörden in Belgien den größten Waldbrand des Landes seit mehr als einem Jahrhundert für "vollumfänglich unter Kontrolle" erklärt. Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutsch-belgischen Grenze werde sich nach derzeitiger Einschätzung nicht weiter ausbreiten, sofern die Wetterbedingungen stabil bleiben.

Damit endet einer der größten grenzüberschreitenden Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre. Die deutschen Feuerwehrkräfte, die Belgien bei der Brandbekämpfung unterstützt hatten, sollen das Einsatzgebiet am Ende des Tages verlassen. Ihre Aufgaben übernehmen anschließend belgische Einsatzkräfte.

Ganz beendet ist der Kampf gegen das Feuer jedoch noch nicht. Vor allem im östlichen Bereich des Brandgebiets nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen dauern die Löscharbeiten an. Nach Angaben der Behörden sind die Bodentemperaturen in unmittelbarer Nähe der verbrannten Flächen weiterhin "extrem hoch". Gerade in den Torfböden des Hohen Venns können Brände noch über Wochen oder sogar Monate unterirdisch weiterschwelen.

Am Donnerstag waren noch rund 350 Einsatzkräfte im Einsatz. Unterstützt wurden sie aus der Luft von zwei deutschen Hubschraubern, zwei norwegischen Hubschraubern, einem Hubschrauber der belgischen Bundespolizei sowie zwei schwedischen Löschflugzeugen.

Nach Sonnenuntergang sollte das Brandgebiet zusätzlich mit Drohnen des belgischen Zivilschutzes überwacht werden. Ziel ist es, mögliche Glutnester oder erneut aufflammende Brandherde frühzeitig zu erkennen.

Das Feuer hatte seit Freitag vergangener Woche rund 3.000 Hektar Vegetation vernichtet und gilt als größter Waldbrand Belgiens seit 1911. Damals war das Hohes Venn während einer ähnlich extremen Trockenperiode bereits von schweren Bränden betroffen.

Auch Deutschland war unmittelbar betroffen. Im nordrhein-westfälischen Monschau mussten zeitweise zwei Straßenzüge mit rund 30 Bewohnern evakuiert werden. Inzwischen konnten alle Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. Nach Angaben der Stadt halfen Regenfälle den Einsatzkräften erheblich dabei, die Flammen einzudämmen und die Rauchentwicklung zu reduzieren.

Belgische Behörden warnen dennoch vor verfrühter Entwarnung. Gerade in Moorlandschaften wie dem Hohen Venn können Feuer tief im Boden weiterglimmen und später erneut ausbrechen.

Belgien zieht aus dem Großeinsatz bereits politische Konsequenzen. Innenminister Bernard Quintin kündigte an, den Aufbau eines nationalen Resilienzplans deutlich zu beschleunigen. Künftig sollen insbesondere Waldbrandgefahren und die Folgen des Klimawandels stärker berücksichtigt werden.

Belgien erlebt – ebenso wie Deutschland, Frankreich, Spanien und andere Teile Europas – einen außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer. Wissenschaftler sehen im menschengemachten Klimawandel einen wesentlichen Grund für längere Dürreperioden und damit für das steigende Waldbrandrisiko.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Europa muss sich auf neue Feuerrealität einstellen

Der Waldbrand im Hohen Venn war kein Einzelfall mehr, sondern ein Warnsignal für ganz Mitteleuropa. Regionen, die jahrzehntelang kaum mit Großbränden rechnen mussten, geraten zunehmend in den Fokus extremer Wetterlagen. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, moderne Löschtechnik und internationale Unterstützung haben Schlimmeres verhindert. Doch künftig wird Prävention wichtiger sein als jede Brandbekämpfung. Ohne konsequenten Natur-, Moor- und Klimaschutz werden solche Einsätze häufiger, länger und teurer werden.

Der historische Hintergrund

Das Hohes Venn ist eines der größten zusammenhängenden Hochmoor- und Naturschutzgebiete Europas. Es erstreckt sich über Ostbelgien und Teile der deutschen Eifel in Nordrhein-Westfalen. Bereits 1911 zerstörten schwere Brände große Teile der Moorlandschaft. Aufgrund der torfhaltigen Böden können Feuer dort besonders tief eindringen und über lange Zeiträume unterirdisch weiterbrennen. Die Region gilt deshalb als besonders empfindlich gegenüber langen Trockenperioden.

Die Zukunftsprognose der OZD

Auch wenn das Feuer nun unter Kontrolle ist, wird die Überwachung des Hohen Venns noch Wochen oder Monate andauern. Gleichzeitig dürfte der Brand europaweit Konsequenzen für den Katastrophenschutz haben. Belgien, Deutschland und weitere EU-Staaten werden ihre Strategien zur Waldbrandbekämpfung weiter ausbauen. Investitionen in Löschflugzeuge, Drohnentechnik, Frühwarnsysteme und internationale Einsatzkoordination dürften deutlich zunehmen. Gleichzeitig wächst der Druck, Maßnahmen zur Klimaanpassung schneller umzusetzen.


Die Erklärungen zum Text

Was ist das Hohes Venn?

Das Hohes Venn ist ein grenzüberschreitendes Hochmoor- und Naturschutzgebiet zwischen Belgien und Nordrhein-Westfalen. Es gehört zu den ökologisch wertvollsten Moorlandschaften Europas und ist wegen seiner Torfböden besonders anfällig für langanhaltende Schwelbrände.

Wer ist Bernard Quintin?

Bernard Quintin ist Innenminister Belgiens. Er ist unter anderem für den Zivilschutz und das nationale Krisenmanagement verantwortlich und kündigte nach dem Waldbrand einen verstärkten Schutz vor Naturkatastrophen an.

Gibt es eine Interpretation?

Der Einsatz zeigt, dass Naturkatastrophen in Europa zunehmend grenzüberschreitend bewältigt werden müssen. Gleichzeitig verdeutlicht der Brand, wie verletzlich Moor- und Waldlandschaften gegenüber extremer Hitze und Trockenheit geworden sind.


Unser Gewinnspiel

Frage: Wie groß ist die durch den Waldbrand zerstörte Fläche im Hohen Venn nach Behördenangaben?

A) Rund 500 Hektar

B) Rund 1.500 Hektar

C) Rund 3.000 Hektar

D) Rund 5.000 Hektar

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.