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Festnahme am Filmset sorgt für Aufsehen: Verdächtiger soll an Nord-Stream-Sabotage beteiligt gewesen sein

Neue Wendung im Fall Nord Stream: Ein kroatisches Gericht ordnet Untersuchungshaft für einen ukrainischen Taucher an – Deutschland fordert seine Auslieferung.

Fakten im Überblick

Kroatisches Gericht ordnet Untersuchungshaft gegen Vladimir Z. an.

Deutschland wirft ihm Beteiligung an der Nord-Stream-Sabotage vor.

Die Auslieferung nach Deutschland wird nun vorbereitet.


Ein Gericht im kroatischen Pula hat nach der Festnahme des ukrainischen Tauchers Vladimir Z. Untersuchungshaft angeordnet. Nach Angaben des Gerichts erfolgte die Entscheidung "mit Blick auf seine Auslieferung" nach Deutschland. Eine Richterin begründete die Untersuchungshaft mit "Fluchtgefahr".

Vladimir Z. war am Mittwoch auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls in einem Hotel in Pula von der kroatischen Polizei festgenommen worden. Zuvor war er von einem Staatsanwalt vernommen worden. Die kroatischen Behörden veröffentlichten zunächst keine weiteren Einzelheiten zu dem Einsatz.

Für besonderes Aufsehen sorgt der Ort der Festnahme. Medienberichten zufolge wurde Vladimir Z. am Rande der Dreharbeiten zum Hollywood-Film "Snake Island" festgenommen. Das Projekt des US-Regisseurs Doug Lima soll von den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines inspiriert worden sein. Nach Informationen der "Legal Tribune Online" spielen unter anderem Adrien Brody und Sean Penn mit. Der "Spiegel" berichtete, Vladimir Z. habe das Filmteam beraten. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben lag zunächst nicht vor.

Die Bundesanwaltschaft wirft Vladimir Z. vor, vor vier Jahren gemeinsam mit weiteren Tauchern die Sprengsätze an den Nord-Stream-Gasleitungen angebracht zu haben. Gegen ihn besteht der dringende Verdacht des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken.

Bereits vor einem Jahr war Vladimir Z. in Polen festgenommen worden. Damals verweigerte ein polnisches Gericht jedoch die Auslieferung nach Deutschland, woraufhin er wieder freikam.

Die deutschen Ermittlungen laufen inzwischen auf Hochtouren. Bereits in Untersuchungshaft befindet sich der mutmaßliche Hauptbeschuldigte Serhii K., ein ehemaliger ukrainischer Offizier. Die Bundesanwaltschaft hatte Ende Juni Anklage gegen ihn erhoben. Nach ihren bisherigen Erkenntnissen sollen die Anschlagspläne im Auftrag staatlicher Stellen der Ukraine entwickelt worden sein. Ziel der Sabotage sei gewesen, russische Gaseinnahmen dauerhaft zu unterbinden und damit die Finanzierung des Angriffskriegs gegen die Ukraine zu erschweren.

Die Nord-Stream-Pipelines wurden im September 2022 bei Explosionen schwer beschädigt. Zu diesem Zeitpunkt floss bereits kein russisches Gas mehr durch Nord Stream 1. Nord Stream 2 war nie in Betrieb gegangen.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Die Wahrheit kommt Stück für Stück ans Licht

Die Festnahme von Vladimir Z. markiert einen weiteren bedeutenden Schritt bei der Aufklärung eines der spektakulärsten Sabotageakte Europas. Sollte sich der Tatverdacht bestätigen, hätte dies weitreichende politische Folgen weit über Deutschland hinaus. Der Fall zeigt zugleich, wie komplex internationale Ermittlungen werden, wenn mehrere Staaten, Geheimdienste und geopolitische Interessen aufeinandertreffen. Die Justiz muss nun unabhängig klären, welche Verantwortlichkeiten tatsächlich bestehen. Gerade bei einem Fall mit enormer politischer Tragweite sind rechtsstaatliche Verfahren und belastbare Beweise entscheidend.

Der historische Hintergrund

Die Nord-Stream-Pipelines verbinden Russland über die Ostsee mit Deutschland. Nord Stream 1 nahm 2011 den Betrieb auf, Nord Stream 2 wurde zwar fertiggestellt, erhielt jedoch nie eine Betriebsgenehmigung. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen dramatisch. Am 26. September 2022 beschädigten mehrere Explosionen die Pipelines in der Ostsee nahe der dänischen Insel Bornholm schwer. Die Sabotage zählt zu den größten Angriffen auf kritische Energieinfrastruktur in Europa.

Die Zukunftsprognose der OZD

Mit der möglichen Auslieferung von Vladimir Z. könnten die deutschen Ermittlungen deutlich an Dynamik gewinnen. Weitere Anklagen oder internationale Rechtshilfeverfahren sind wahrscheinlich. Politisch dürfte der Fall die Beziehungen zwischen Deutschland, der Ukraine, Polen und weiteren europäischen Staaten weiter belasten. Gleichzeitig gewinnt der Schutz kritischer Infrastruktur – von Pipelines bis zu Datenkabeln – europaweit weiter an Bedeutung und dürfte zusätzliche Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen nach sich ziehen.


Die Erklärungen zum Text

Wer ist Vladimir Z.?

Vladimir Z. ist ein ukrainischer Taucher, gegen den die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts ermittelt, an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines beteiligt gewesen zu sein. Über seine Schuld ist bislang nicht entschieden; bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Was ist Nord Stream?

Nord Stream 1 und Nord Stream 2 sind Erdgaspipelines durch die Ostsee zwischen Russland und Deutschland. Sie sollten russisches Erdgas direkt nach Europa transportieren und gehörten zu den wichtigsten Energieprojekten zwischen beiden Ländern.

Gibt es eine Interpretation?

Die Ermittlungen entwickeln sich zunehmend zu einem internationalen Justiz- und Politikkrimi. Mit jeder neuen Festnahme rückt die vollständige Aufklärung näher. Gleichzeitig bleibt offen, ob sich die Vorwürfe gegen alle Beschuldigten vor Gericht beweisen lassen. Erst rechtskräftige Urteile werden endgültige Klarheit schaffen.


Unser Gewinnspiel

Frage: In welchem Land wurde der ukrainische Taucher Vladimir Z. festgenommen?

A) Italien

B) Polen

C) Kroatien 

D) Deutschland

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.