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Ukraine erhält neue Milliardenhilfe – Westen sendet am Unabhängigkeitstag starkes Signal

Zum 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine sagen die westlichen Partner neue Milliardenhilfen, Waffen und weitere Unterstützung im Abwehrkrieg gegen Russland zu.

Fakten im Überblick

Die EU gibt weitere 6,1 Milliarden Euro für die Ukraine frei.

Die "Koalition der Willigen" berät über Sanktionen und Sicherheitsgarantien.

Großbritannien unterstützt den Ausbau der Produktion von Storm-Shadow-Marschflugkörpern in der Ukraine.

Zum 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine haben die westlichen Partner Kiew ihre anhaltende Unterstützung im Abwehrkrieg gegen Russland zugesichert. Im Mittelpunkt der Beratungen der sogenannten "Koalition der Willigen" stehen neue Militärhilfen, Sicherheitsgarantien sowie zusätzliche Sanktionen gegen Moskau.

Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premierminister Andy Burnham und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekräftigten ihre Unterstützung für die Ukraine. Burnham reiste zu seiner ersten Auslandsreise als Regierungschef nach Kiew, während Merz und Macron per Videoschalte an den Beratungen teilnahmen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj appellierte eindringlich an die Verbündeten, die Hilfe weiter auszubauen. "Im Moment ist die Lage für uns alle wirklich sehr schwierig", sagte Selenskyj. Die Partner müssten der Ukraine "alles geben, was sie braucht, um diesen Krieg zu beenden".

Die Europäische Union stellte gleichzeitig weitere 6,1 Milliarden Euro aus ihrem insgesamt 90 Milliarden Euro umfassenden Unterstützungsprogramm bereit. Nach Angaben der EU-Kommission sollen die Mittel insbesondere für Luftverteidigungssysteme, Lenkwaffen, Munition und Radarsysteme verwendet werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte: "Am ukrainischen Unabhängigkeitstag zeigen wir unsere unerschütterliche Unterstützung."

Deutschland bekräftigte ebenfalls seine Haltung. "Wir stehen fest an der Seite der Ukraine", sagte Bundeskanzler Merz in einer Videobotschaft. Die Ukrainer verteidigten "mit beeindruckendem Mut" ihre Unabhängigkeit gegen den russischen Angriffskrieg und zeigten "der gesamten Welt, was es heißt, für Freiheit und für einen gerechten Frieden einzustehen".

Zusätzliche Unterstützung kommt auch aus Großbritannien. Premierminister Burnham kündigte an, dass seine Regierung der Weitergabe geheimer Informationen über britische Komponenten der Storm-Shadow-Marschflugkörper zustimmt. Dadurch sollen Frankreich und die Ukraine künftig die Montage der Marschflugkörper direkt in der Ukraine vorantreiben können.

Moskau reagierte mit scharfer Kritik. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow warf Großbritannien vor, "systematisch und regelmäßig Öl ins Feuer" zu gießen. Russland kündigte an, mögliche Produktionsstätten der Marschflugkörper in der Ukraine gezielt anzugreifen.

Burnham zeigte sich davon unbeeindruckt. "Trotz der ungeheuerlichen Drohungen Russlands gegenüber meinem Land werden wir unsere Unterstützung für die Verteidigung der Ukraine fortsetzen", erklärte der britische Regierungschef.

Auch Frankreich setzt seine Militärhilfe fort. Präsident Emmanuel Macron hatte bereits am Wochenende zusätzliche Lieferungen von Abfangraketen angekündigt. Angesichts der anhaltenden russischen Luftangriffe sei es "entscheidend, der Ukraine alle notwendigen Mittel zu geben, um ihren Luftraum zu verteidigen und diese Aggression abzuwehren".

Selenskyj machte erneut auf den akuten Mangel an Patriot-Abfangraketen aufmerksam. Während die Ukraine nach seinen Angaben 2023 noch 675 Patriot-Raketen erhalten habe, seien es 2025 nur noch 364 gewesen. Für das laufende Jahr rechne Kiew derzeit lediglich mit 264 Raketen.

Parallel zum Treffen meldeten russische Behörden neue ukrainische Drohnenangriffe auf Ziele im Süden Russlands. Der Onlinehändler Ozon berichtete über Brände und Evakuierungen mehrerer Logistikzentren. Nach russischen Angaben kamen zudem zwei Kinder durch herabfallende Trümmer ums Leben, weitere Menschen wurden verletzt.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Der Westen hält Kurs, doch der Druck wächst

Die Botschaft zum Unabhängigkeitstag ist eindeutig: Die westlichen Partner wollen ihre Unterstützung für die Ukraine fortsetzen. Gleichzeitig zeigt der Blick auf die sinkenden Patriot-Lieferungen, dass auch die Ressourcen der Verbündeten nicht unbegrenzt sind. Entscheidend wird sein, ob Europa seine eigene Rüstungsproduktion schneller ausbauen kann. Nur so lässt sich die militärische Unterstützung langfristig sichern, ohne vollständig von den USA abhängig zu bleiben. Für Russland bedeutet jede neue Waffenlieferung eine weitere Eskalationsstufe – diplomatische Lösungen rücken dadurch kurzfristig nicht näher.

Historischer Hintergrund

Die Ukraine erklärte am 24. August 1991 ihre Unabhängigkeit von der damaligen Sowjetunion. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat der Unabhängigkeitstag eine besondere symbolische Bedeutung erhalten. Die "Koalition der Willigen" koordiniert seitdem die militärische, finanzielle und politische Unterstützung zahlreicher westlicher Staaten für Kiew.

Zukunftsprognose

Die Ukraine dürfte auch in den kommenden Monaten auf umfangreiche westliche Militär- und Finanzhilfen angewiesen bleiben. Gleichzeitig werden Europa und Großbritannien ihre Verteidigungsindustrie weiter ausbauen, um die Versorgung mit Luftabwehrsystemen, Munition und Marschflugkörpern zu sichern. Russland dürfte seine Angriffe auf militärische Infrastruktur und Rüstungsstandorte intensivieren. Die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und den NATO-Staaten bleiben damit auf hohem Niveau.

Erklärungen

Was ist die "Koalition der Willigen"?

Die "Koalition der Willigen" ist ein Zusammenschluss westlicher Staaten, die die Ukraine militärisch, finanziell und diplomatisch unterstützen. Ziel ist die Koordinierung von Waffenlieferungen, Sicherheitsgarantien und Sanktionen gegen Russland.

Was sind Storm Shadow beziehungsweise Scalp?

Storm Shadow ist ein britisch-französischer Marschflugkörper mit großer Reichweite und hoher Präzision. In Frankreich trägt das Waffensystem die Bezeichnung Scalp. Es wird zur Bekämpfung strategisch wichtiger Ziele eingesetzt.

Gewinnspiel

Welche Summe hat die Europäische Union zum Unabhängigkeitstag zusätzlich für die Ukraine freigegeben?

A) 2,5 Milliarden Euro

B) 4 Milliarden Euro

C) 6,1 Milliarden Euro

D) 10 Milliarden Euro

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.