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Himalaya-Katastrophe aufgeklärt: Gletscherabbruch löste tödliche Sturzflut in Nepal aus

Neue Analysen bringen Gewissheit: Nicht ein Erdbeben, sondern ein gewaltiger Gletscherabbruch löste die tödliche Sturzflut in Nepal und Tibet aus.

Fakten im Überblick

Die US-Erdbebenwarte (USGS) korrigiert ihre erste Einschätzung: Ursache war ein Gletscherabbruch.

Mindestens 160 Menschen kamen bei der Katastrophe in Nepal und Tibet ums Leben.

Hunderte Menschen, darunter zahlreiche internationale Touristen, werden weiterhin vermisst.


Die Ursache der verheerenden Sturzflut im Himalaya ist geklärt. Nach neuen Untersuchungen der US-Erdbebenwarte (USGS) wurde die Katastrophe nicht durch ein Erdbeben ausgelöst, sondern durch den Abbruch eines Gletschers mit einer gewaltigen Eis- und Gerölllawine. Die Erkenntnis verändert die Bewertung eines der schwersten Naturereignisse des Jahres grundlegend.

Zunächst hatte die USGS am Mittwoch ein Erdbeben der Stärke 4,4 nahe der Grenze zwischen Nepal und China registriert. Nach weitergehenden Analysen korrigierten die Wissenschaftler ihre Einschätzung. Tatsächlich habe sich um 8.37 Uhr Ortszeit ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 ereignet, das jedoch auf einen massiven Gletscherabbruch zurückzuführen sei. Die dabei ausgelöste Eis- und Gerölllawine verursachte nach Angaben der Behörde die später folgende Sturzflut mit „katastrophalen Folgen“.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (Icimod) in Kathmandu. Nach Angaben des Experten Saswata Sanyal blockierte die gewaltige Lawine zunächst den Fluss Lhende. Als sich der natürliche Damm wenig später löste, schoss eine riesige Flutwelle mit zerstörerischer Kraft durch die Täler des Himalaya.

Die Katastrophe kostete bislang mindestens 160 Menschen das Leben. Nach offiziellen Angaben starben 157 Menschen in Nepal und drei weitere im angrenzenden Tibet in China. Ganze Dörfer wurden zerstört, Straßen, Brücken und wichtige Infrastruktur fortgerissen.

Besonders betroffen ist die Ortschaft Syabrubesi, die als Ausgangspunkt zahlreicher Trekkingtouren im Himalaya gilt. Die nepalesische Tourismusbehörde meldete zuletzt 403 vermisste Touristen. Unter ihnen befinden sich Reisende aus Indien, den USA, Großbritannien, Australien, den Niederlanden, Portugal, Malaysia, Südkorea, Südafrika, Italien sowie aus Nepal. Australiens Premierminister Anthony Albanese erklärte inzwischen, dass allein 34 Australier unter den Vermissten seien.

Die Such- und Rettungsarbeiten laufen weiterhin unter schwierigen Bedingungen. Viele Regionen sind durch zerstörte Verkehrswege nur per Hubschrauber erreichbar. Behörden und internationale Hilfsorganisationen befürchten, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen könnte.

Die neuen Erkenntnisse rücken zugleich die zunehmenden Risiken in den Hochgebirgsregionen des Himalaya in den Fokus. Wissenschaftler beobachten seit Jahren, dass schmelzende Gletscher und instabile Berghänge die Gefahr solcher Naturkatastrophen erheblich erhöhen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Der Himalaya wird zum Frühwarnsystem des Klimawandels

Die neue Analyse zeigt eindrucksvoll, wie komplex und gefährlich Naturkatastrophen in Hochgebirgsregionen geworden sind. Nicht ein klassisches Erdbeben, sondern ein Gletscherabbruch löste die tödliche Kettenreaktion aus. Gerade der Himalaya verändert sich durch steigende Temperaturen besonders schnell. Solche Ereignisse dürften künftig häufiger auftreten. Frühwarnsysteme, internationale Forschung und Investitionen in den Katastrophenschutz werden deshalb überlebenswichtig.

Historischer Hintergrund

Der Himalaya erstreckt sich über Nepal, China, Indien, Bhutan und Pakistan und beherbergt die größten Eisreserven außerhalb der Polarregionen. Seit Jahren dokumentieren Wissenschaftler den Rückgang zahlreicher Gletscher. Dadurch entstehen instabile Gletscherseen und lockere Eis- und Geröllmassen, die bei einem Abbruch verheerende Flutwellen auslösen können. Ähnliche Ereignisse ereigneten sich bereits mehrfach in Nepal und Indien.

Zukunftsprognose

Experten rechnen damit, dass Hochgebirgsregionen weltweit künftig häufiger von Gletscherabbrüchen, Erdrutschen und Sturzfluten betroffen sein werden. Für Nepal bedeutet dies erhebliche Herausforderungen beim Schutz der Bevölkerung und des Tourismus. Internationale Investitionen in Frühwarnsysteme, Satellitenüberwachung und Klimaanpassung dürften deutlich an Bedeutung gewinnen.

Erklärungen

Was ist ein Gletscherabbruch?

Bei einem Gletscherabbruch lösen sich große Eis- und Geröllmassen von einem Gletscher. Treffen diese auf Täler oder Flüsse, können sie natürliche Dämme bilden oder unmittelbar gewaltige Flutwellen und Erdrutsche auslösen.

Was ist das USGS?

Die United States Geological Survey (USGS) ist die staatliche geowissenschaftliche Behörde der USA. Sie überwacht weltweit Erdbeben, Vulkane, Naturgefahren und geologische Veränderungen und zählt zu den wichtigsten Institutionen für die Analyse globaler Naturereignisse.

OZD-Extras

Der Himalaya wird häufig als „Dritter Pol“ der Erde bezeichnet. Nach Arktis und Antarktis lagern dort die größten Süßwasserreserven der Welt. Veränderungen in dieser Region betreffen langfristig die Wasserversorgung von rund zwei Milliarden Menschen in Asien.

Wie wirkt sich das auf die Börsen aus?

Kurzfristig bleiben die internationalen Finanzmärkte weitgehend unbeeinflusst. Langfristig gewinnen jedoch Unternehmen aus den Bereichen Klimarisikoforschung, Satellitentechnik, Frühwarnsysteme, Infrastruktur und Versicherungen angesichts zunehmender Naturkatastrophen an Bedeutung.

Gewinnspiel

Was war nach den neuesten Erkenntnissen der Auslöser der verheerenden Sturzflut in Nepal?

A) Ein Vulkanausbruch
B) Ein Gletscherabbruch
C) Ein Taifun
D) Ein Meteoriteneinschlag

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.