Fakten im Überblick
Deutschland verliert den letzten WM-Test in Köln gegen die Türkei mit 62:63.
Es ist die dritte Niederlage im dritten Vorbereitungsspiel vor der Heim-WM.
Zum WM-Auftakt wartet am 4. September in Berlin mit Spanien direkt ein Topgegner.
Die deutschen Basketballerinnen gehen mit einem Dämpfer in die heiße Phase vor der Heim-Weltmeisterschaft. Gut eine Woche vor dem Start des Turniers unterlag das Team von Bundestrainer Olaf Lange in der Kölner Lanxess Arena der Türkei denkbar knapp mit 62:63 (40:30). Damit blieb Deutschland in allen drei Vorbereitungsspielen sieglos und verpasste die erhoffte Generalprobe vor dem größten Basketball-Ereignis der jüngeren deutschen Frauenbasketball-Geschichte.
Dennoch wollte Bundestrainer Olaf Lange die Niederlage nicht überbewerten. "Das macht mich nicht so nervös", sagte Lange nach dem Spiel bei MagentaSport. "Es waren sehr gute Spiele. Im dritten Viertel haben wir ein bisschen den Faden verloren." Sein Team habe aber "viel gelernt", erklärte der Coach. Auch Topscorerin Alexandra Wilke blickte trotz der Enttäuschung optimistisch nach vorne: "Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht."
Vor einer bereits am Nachmittag gut gefüllten Kulisse entwickelte sich zunächst ein wechselhaftes Spiel. Deutschland fand offensiv nur schwer in den Rhythmus und vergab die ersten sechs Dreipunktewürfe. Erst Alexandra Wilke erlöste ihr Team mit dem ersten erfolgreichen Distanzwurf. Anschließend drehte die DBB-Auswahl auf, legte einen beeindruckenden 11:0-Lauf hin und setzte sich bis auf 30:17 ab. Zur Halbzeit schien beim Stand von 40:30 vieles auf einen versöhnlichen Abschluss der Vorbereitung hinzudeuten.
Doch nach dem Seitenwechsel riss der Faden. Unkonzentriertheiten, Ballverluste und nachlassende Konsequenz ermöglichten der ebenfalls für die Weltmeisterschaft qualifizierten Türkei die Aufholjagd. Die Partie blieb bis in die Schlusssekunden offen. Alexis Peterson vergab neun Sekunden vor dem Ende die letzte Chance auf den deutschen Sieg.
Personell bleibt die Lage für Deutschland angespannt. Mit Luisa Geiselsöder stand Bundestrainer Lange weiterhin nur eine WNBA-Spielerin zur Verfügung. Frieda Bühner saß zwar auf der Bank, kam aber noch nicht zum Einsatz. Nyara Sabally verfolgte die Begegnung angeschlagen von der Tribüne und könnte ebenso wie ihre Schwester Satou für die Heim-WM ausfallen. Hoffnung macht dagegen die erwartete Rückkehr von Leonie Fiebich, die das Team in den kommenden Tagen verstärken soll. "Dann sieht es etwas anders sein", sagte Lange.
Der Doppelspieltag in Köln bildete zugleich den Auftakt eines Basketball-Festes. Im Anschluss trat die deutsche Männer-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen die Niederlande an. Männer-Kapitän Dennis Schröder hatte das gemeinsame Event zuvor ausdrücklich gelobt: "Ich finde das super mit den Frauen", das Format sei "sehr cool".
Für die DBB-Frauen beginnt nun die entscheidende Phase. Am 4. September wartet in Berlin zum WM-Auftakt mit Vize-Europameister Spanien ausgerechnet jener Gegner, gegen den Deutschland bereits das erste Vorbereitungsspiel mit 60:65 verloren hatte. Danach folgen die Vorrundenpartien gegen Japan und Mali. Das erklärte Ziel des Deutschen Basketball Bundes bleibt trotz der durchwachsenen Vorbereitung ambitioniert: der Gewinn einer WM-Medaille.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Jetzt zählen keine Ausreden mehr
Drei Testspiele, drei Niederlagen – das klingt alarmierend. Doch Vorbereitungsergebnisse entscheiden keine Weltmeisterschaft. Viel entscheidender wird sein, ob Deutschland rechtzeitig seine Leistungsträgerinnen auf das Parkett bekommt. Gerade bei einem Heimturnier in Berlin und Köln wächst der Erwartungsdruck enorm. Die Mannschaft besitzt zweifellos Qualität, doch Qualität allein gewinnt keine Medaille. Ohne Stabilität, Konzentration und einen vollständigen Kader könnte der Traum vom historischen Erfolg früh platzen. Gelingt jedoch die Rückkehr der WNBA-Stars, ist eine Überraschung weiterhin möglich.
Historischer Hintergrund
Die FIBA Frauen-Weltmeisterschaft zählt zu den wichtigsten Basketballturnieren der Welt und bringt die besten Nationalteams aller Kontinente zusammen. Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich entwickelt und erreichte bei der Europameisterschaft zuletzt Platz fünf. Die Heim-WM in Berlin bietet dem deutschen Frauenbasketball eine einmalige Chance, den Sport nachhaltig populärer zu machen und international den Anschluss an Basketball-Nationen wie Spanien, USA, Australien oder Japan weiter zu verkürzen.
Zukunftsprognose
Die kommenden Tage werden entscheidend. Sollten Leonie Fiebich sowie weitere WNBA-Spielerinnen rechtzeitig zur Mannschaft stoßen, dürfte Deutschland deutlich konkurrenzfähiger auftreten als in der Vorbereitung. Ein erfolgreicher WM-Start könnte eine enorme Euphorie im deutschen Basketball auslösen und langfristig Investitionen in Nachwuchs, Frauen-Bundesliga und Sponsoring fördern. An den Finanzmärkten sind direkte Auswirkungen zwar kaum zu erwarten, allerdings könnten börsennotierte Sportartikelhersteller, Medienunternehmen und Sponsoren bei einer erfolgreichen Heim-WM von einer steigenden Aufmerksamkeit für den Basketballsport profitieren.
Erklärungen
Wer ist Olaf Lange?
Olaf Lange ist Bundestrainer der deutschen Frauen-Basketballnationalmannschaft. Der erfahrene Coach arbeitete viele Jahre im internationalen Spitzenbasketball und in der WNBA und soll Deutschland bei der Heim-Weltmeisterschaft erstmals in die Weltspitze führen.
Was ist die FIBA Frauen-Weltmeisterschaft?
Die FIBA Frauen-Weltmeisterschaft ist das wichtigste internationale Basketballturnier für Nationalmannschaften. Teams aus Europa, Amerika, Asien, Afrika und Ozeanien kämpfen um den WM-Titel. 2026 richtet Deutschland große Teile des Turniers in Berlin aus.
OZD-Extras
Obwohl Deutschland alle drei Testspiele verlor, waren sämtliche Begegnungen gegen starke WM-Teilnehmer. Gerade knappe Niederlagen liefern Trainern oft wertvolle Erkenntnisse über Rotation, Taktik und Belastungssteuerung. Entscheidend wird sein, ob diese Lehren bereits im WM-Auftaktspiel gegen Spanien sichtbar werden.
Gewinnspiel
Wie viele Vorbereitungsspiele verloren die DBB-Frauen vor der Heim-WM?
A) Keines
B) Eins
C) Zwei
D) Drei
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.