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4200 Megawatt vom Netz: Sicherheitsbehörden ermitteln nach mutmaßlichem Angriff

Ein mutmaßlicher Sabotageakt auf ein Umspannwerk in Nordrhein-Westfalen sorgt für Alarm: Mehrere Kraftwerksblöcke wurden abgeschaltet, die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus.

Fakten im Überblick

Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat und nicht von einem technischen Defekt aus.

Fünf Kraftwerksblöcke von RWE mit insgesamt 4200 Megawatt Leistung wurden abgeschaltet.

Die Stromversorgung der Bevölkerung blieb trotz des Vorfalls stabil.


Ein Vorfall an einem Umspannwerk des Übertragungsnetzbetreibers Amprion in Bergheim-Rheidt in Nordrhein-Westfalen hat erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Energieversorgung ausgelöst. Die Polizei wurde am Dienstagabend gegen 20.00 Uhr wegen eines Kurzschlusses und mehrerer ausgefallener Leitungen alarmiert. Nach ersten Ermittlungen schließen die Behörden eine technische Störung weitgehend aus. "Wir gehen nicht von einer technischen Störung, sondern von einer vorsätzlichen Tat aus", sagte ein Sprecher der Polizei Essen.

Obwohl mehrere Leitungen ausfielen, blieb die Stromversorgung der Bevölkerung nach Angaben der Behörden jederzeit gesichert. Die umliegenden Städte und Gemeinden waren zu keinem Zeitpunkt ohne Strom.

Besonders betroffen ist der Energiekonzern RWE. Insgesamt mussten fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke in Neurath und Niederaußem mit einer Gesamtleistung von 4200 Megawatt vom Netz genommen werden. Zum Zeitpunkt des Vorfalls speisten die Anlagen rund 3000 Megawatt in das deutsche Stromnetz ein. Nach Unternehmensangaben sollen einzelne Blöcke bereits im Laufe des Tages wieder ans Netz gehen, während andere erst zum Wochenende wieder in Betrieb genommen werden können.

Auch Amprion bestätigte den Verdacht einer gezielten Einwirkung. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist von einer Fremdeinwirkung auszugehen". Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass die Stabilität des deutschen Stromnetzes zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei.

Der Zwischenfall gewinnt zusätzliche Brisanz, weil bereits am Vortag ein Angriff auf ein Umspannwerk am Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg bekannt geworden war. Dort kamen nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz selbstgebaute Flugkörper zum Einsatz, die handelsüblichen Silvesterraketen ähnelten. Ob beide Ereignisse miteinander zusammenhängen, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Deutschlands Energieversorgung wird zur Zielscheibe

Der erneute Angriff auf Einrichtungen der Stromversorgung zeigt, wie verwundbar die kritische Infrastruktur Deutschlands geworden ist. Ob organisierte Sabotage, Extremisten oder ausländische Akteure – bereits der Verdacht reicht aus, um deutlich zu machen, dass Umspannwerke längst Teil moderner Sicherheitsstrategien sein müssen. Nordrhein-Westfalen und Brandenburg zeigen innerhalb weniger Tage ein alarmierendes Muster. Sollte sich ein Zusammenhang bestätigen, wäre dies eine neue Dimension hybrider Bedrohungen. Deutschland muss den Schutz seiner Energieversorgung massiv ausbauen. Andernfalls könnten künftige Angriffe deutlich gravierendere Folgen für Wirtschaft und Bevölkerung haben.

Historischer Hintergrund

Umspannwerke gehören zu den wichtigsten Bestandteilen der Energieversorgung in Deutschland und Europa. Sie verbinden Höchstspannungs-, Hochspannungs- und Verteilnetze miteinander und sichern den Transport elektrischer Energie. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben Deutschland, die Europäische Union und die NATO wiederholt vor möglichen Angriffen auf kritische Infrastruktur gewarnt. Nach den Sabotageakten gegen die Nord-Stream-Pipelines sowie mehreren Vorfällen an Bahn-, Kommunikations- und Energieanlagen steht insbesondere die Absicherung solcher Einrichtungen im Mittelpunkt der europäischen Sicherheitsstrategie.

Zukunftsprognose

Sollte sich der Verdacht einer gezielten Sabotage bestätigen, dürften Bund und Länder den Schutz kritischer Infrastruktur deutlich verschärfen. Zusätzliche Videoüberwachung, Drohnenerkennung, Zugangskontrollen und verstärkte Polizeipräsenz an Umspannwerken und Kraftwerken gelten als wahrscheinlich. Gleichzeitig könnten Energieunternehmen Milliardenbeträge in die Absicherung ihrer Netze investieren. Geopolitisch würde ein weiterer bestätigter Angriff auf die Energieversorgung Europas die Spannungen innerhalb Europas zusätzlich verschärfen und die Debatte über hybride Kriegsführung weiter anheizen.

Erklärungen

Was ist ein Umspannwerk?

Ein Umspannwerk verbindet verschiedene Ebenen des Stromnetzes miteinander. Dort wird elektrische Spannung umgewandelt, damit Strom über weite Strecken transportiert und anschließend sicher an Städte, Unternehmen und Haushalte verteilt werden kann. Ohne Umspannwerke wäre eine stabile Stromversorgung in Deutschland nicht möglich.

Wer ist Amprion?

Amprion ist einer der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber und betreibt ein Höchstspannungsnetz von mehreren tausend Kilometern Länge. Das Unternehmen transportiert Strom durch weite Teile Nordrhein-Westfalens, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen und Bayerns und zählt zu den wichtigsten Akteuren der europäischen Energieversorgung.

OZD-Extras

Der Vorfall dürfte auch an den Börsen aufmerksam verfolgt werden. Energieversorger, Netzbetreiber und Infrastrukturunternehmen könnten kurzfristig stärker im Fokus der Anleger stehen. Gleichzeitig können Sicherheitsbedenken und mögliche Einschränkungen der Stromproduktion die Großhandelspreise für Energie beeinflussen, auch wenn die Versorgung aktuell stabil geblieben ist.

Gewinnspiel

Welche Leistung wurde nach dem Vorfall bei den betroffenen Kraftwerksblöcken vom Netz genommen?

A) 1200 Megawatt

B) 2500 Megawatt

C) 4200 Megawatt

D) 7000 Megawatt

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.