Fakten im Überblick
Der DFB will auf dem Bundestag im Herbst das Kompass-Modell beschließen.
Künftig sollen alle Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen.
Dafür würde die Zahl der Regionalligen von fünf auf vier reduziert.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) macht die seit Jahren umstrittene Reform der Regionalliga offenbar zur Chefsache. Nach Informationen von Bild und kicker soll auf dem DFB-Bundestag im Herbst das sogenannte Kompass-Modell beschlossen werden. Ziel ist es, den seit Jahren kritisierten Aufstiegsmodus zur 3. Liga grundlegend zu reformieren.
Auf SID-Anfrage bestätigte der DFB, dass eine "zeitnahe Lösung des Problems" angestrebt werde. Präsident Bernd Neuendorf wolle zunächst jedoch weitere interne Gespräche führen, bevor über konkrete Beschlüsse entschieden werde.
Kern des Kompass-Modells ist eine deutliche Vereinfachung des Aufstiegs. Künftig sollen alle Meister der Regionalligen automatisch in die 3. Liga aufsteigen. Dafür müssten die bislang fünf Regionalligen auf vier Staffeln reduziert werden.
Derzeit besitzen lediglich die Meister der Regionalligen West und Südwest ein festes Aufstiegsrecht. Die Titelträger der Regionalligen Nord, Nordost und Bayern wechseln sich bei einem weiteren Direktaufsteiger im Rotationsverfahren ab. Die beiden übrigen Meister müssen anschließend in einer Relegation den letzten freien Platz in der 3. Liga ausspielen – ein System, das seit Jahren für heftige Kritik sorgt.
Nach den Plänen des DFB sollen die Vereine künftig mithilfe Künstlicher Intelligenz geografisch möglichst sinnvoll auf vier Regionalligen – Nord, Ost, West und Süd – verteilt werden. Dadurch sollen regionale Rivalitäten und traditionsreiche Derbys möglichst erhalten bleiben und gleichzeitig gerechte Wettbewerbsstrukturen entstehen.
Wie groß der Reformbedarf ist, zeigte zuletzt das Beispiel von Lok Leipzig. Der Traditionsverein gewann seit 2020 dreimal die Regionalliga Nordost, scheiterte jedoch jedes Mal in den Aufstiegsspielen und blieb damit trotz sportlicher Erfolge ohne Drittliga-Ticket.
Ein erster Reformversuch war Ende Juni gescheitert. Während Vereine aus West, Nord und Nordost mehrheitlich das Kompass-Modell unterstützten, favorisierte der Südwest ein anderes Konzept. In Bayern sprach sich eine knappe Mehrheit sogar für die Entwicklung neuer Alternativen aus.
Die Diskussion um den Aufstieg begleitet den deutschen Fußball bereits seit der Neuordnung der Regionalligen im Jahr 2012. Nun könnte der DFB erstmals eine bundesweit einheitliche Lösung durchsetzen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Der DFB darf diese Chance nicht wieder verspielen
Seit Jahren sorgt das Regionalliga-System für Frust, Ungerechtigkeit und Diskussionen. Meister, die sportlich alles gewinnen und dennoch nicht aufsteigen dürfen, beschädigen die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs. Das Kompass-Modell ist zwar nicht perfekt, bietet aber erstmals die Chance auf eine nachvollziehbare und gerechtere Lösung. Jetzt muss der DFB Führungsstärke zeigen und den jahrelangen Reformstau beenden.
Historischer Hintergrund
Die heutige Aufstiegsproblematik entstand 2012 mit der Einführung von fünf Regionalligen. Da nur vier Aufstiegsplätze zur 3. Liga zur Verfügung stehen, müssen Meister bis heute um den Aufstieg spielen oder auf das Rotationsverfahren hoffen. Besonders Vereine aus Ostdeutschland kritisieren dieses System seit Jahren als sportlich unfair.
Zukunftsprognose
Sollte der DFB-Bundestag das Kompass-Modell beschließen, könnte der deutsche Unterbau erstmals einheitlich organisiert werden. Die direkte Aufstiegsmöglichkeit für alle Meister würde die Attraktivität der Regionalligen erhöhen und die Planungssicherheit der Vereine verbessern. Wirtschaftlich könnten insbesondere Traditionsvereine von höheren Zuschauerzahlen und besseren Vermarktungsmöglichkeiten profitieren. Auswirkungen auf die Börsen sind durch die Reform nicht zu erwarten.
Erklärungen
Was ist das Kompass-Modell?
Das Kompass-Modell ist ein Reformvorschlag für die Regionalligen im deutschen Fußball. Es sieht vor, die bisherigen fünf Regionalligen auf vier Staffeln zu reduzieren und allen Meistern den direkten Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen.
Was ist die Regionalliga?
Die Regionalliga bildet die vierte Spielklasse im deutschen Fußball unterhalb der 3. Liga. Sie ist derzeit in fünf regionale Staffeln gegliedert und dient als wichtigste Verbindung zwischen Amateur- und Profifußball.
OZD-Extras
Lok Leipzig wurde seit 2020 dreimal Meister der Regionalliga Nordost, schaffte den Aufstieg in die 3. Liga jedoch aufgrund des aktuellen Relegationssystems kein einziges Mal – ein Beispiel, das die Reformdebatte bundesweit befeuert hat.
Gewinnspiel
Wie viele Regionalligen sieht das geplante Kompass-Modell künftig vor?
A) Drei
B) Vier
C) Fünf
D) Sechs
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.