Fakten im Überblick
Verkehrsminister Steffen Bilger fordert die Wiedereinführung der Familienreservierung.
Die Deutsche Bahn hatte das Angebot im Juni 2025 abgeschafft.
Über 128.000 Menschen unterstützen eine Petition für die Rückkehr.
Die Diskussion um die Familienfreundlichkeit der Deutschen Bahn nimmt erneut Fahrt auf. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) setzt sich für die Wiedereinführung der vergünstigten Familienreservierung im Fernverkehr ein. "Wir sind mit der Bahn dazu im Gespräch", sagte Bilger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Wegfall der Familienreservierung habe "zurecht viel Unzufriedenheit" ausgelöst.
Die Deutsche Bahn reagierte zurückhaltend und wollte sich zu den Forderungen des Ministers zunächst nicht äußern. Ein Bahnsprecher erklärte lediglich: "Wir wollen den fachlichen Gesprächen nicht vorgreifen."
Bis zur Abschaffung im Juni 2025 konnten Familien für einen Festpreis von 10,40 Euro Sitzplätze für alle Mitreisenden reservieren. Seitdem wird jeder Sitzplatz einzeln berechnet. Gerade für Familien mit mehreren Kindern bedeutet dies deutlich höhere Reisekosten.
Die Entscheidung der Bahn hatte bundesweit heftige Kritik ausgelöst. Politik, Verbraucherverbände und Fahrgastorganisationen warfen dem Unternehmen vor, Familien zusätzlich zu belasten. Eine Petition des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) für die Wiedereinführung der Familienreservierung wurde inzwischen von mehr als 128.000 Menschen unterschrieben.
Bilger betonte zugleich, dass die Deutsche Bahn grundsätzlich viele familienfreundliche Angebote habe. Die Familienreservierung sei jedoch ein wichtiger Baustein gewesen, dessen Wegfall viele Reisende verärgert habe.
Neben dem Thema Bahn äußerte sich der Bundesverkehrsminister auch erneut gegen ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Ein Tempolimit würde aus seiner Sicht "die Spaltung im Land noch einmal verstärken, weil es viele als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden würden". Auch beim Klimaschutz sieht Bilger nur geringe Einsparpotenziale, da viele Autofahrer bereits freiwillig langsamer fahren.
Stattdessen setzt der Minister auf den Ausbau der Elektromobilität. Nach seinen Angaben sind inzwischen mehr als 3,6 Millionen Elektroautos in Deutschland unterwegs. Auch bei elektrisch betriebenen Bussen und Lastwagen steige die Zahl kontinuierlich. Am Ziel der Klimaneutralität bis 2045 halte die Bundesregierung fest.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Familienfreundlichkeit darf kein Luxus sein
Die Abschaffung der Familienreservierung war ein schwer nachvollziehbarer Schritt der Deutschen Bahn. Gerade Familien gehören zu den Kundengruppen, die den öffentlichen Verkehr dauerhaft stärken können. Wer ausgerechnet sie mit höheren Reservierungskosten belastet, sendet das falsche Signal. Wenn die Politik ernsthaft mehr Menschen auf die Schiene bringen will, muss Bahnfahren einfacher, günstiger und planbarer werden. Die Wiedereinführung der Familienreservierung wäre dafür ein wichtiges Symbol – reicht allein aber längst nicht aus.
Historischer Hintergrund
Die Familienreservierung gehörte über viele Jahre zu den beliebtesten Serviceangeboten der Deutschen Bahn im Fernverkehr. Sie ermöglichte Familien eine gemeinsame Sitzplatzreservierung zum Festpreis und sollte den Umstieg vom Auto auf die Bahn attraktiver machen. Nach der Abschaffung im Juni 2025 folgte bundesweit Kritik von Fahrgastverbänden, Verbraucherorganisationen und zahlreichen Politikern.
Zukunftsprognose
Sollte die Deutsche Bahn dem politischen Druck nachgeben, könnte die Familienreservierung bereits in den kommenden Monaten zurückkehren. Gleichzeitig dürfte die Debatte über familienfreundliche Ticketpreise und die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs weiter an Bedeutung gewinnen. Für die Mobilitätsbranche wäre dies ein positives Signal. Langfristig profitieren auch Tourismus, Städte und der Einzelhandel von einer stärkeren Nutzung des Schienenverkehrs.
Erklärungen
Was ist die Familienreservierung?
Die Familienreservierung war ein Angebot der Deutschen Bahn, bei dem Familien für einen festen Preis Sitzplätze für alle Mitreisenden reservieren konnten. Nach der Abschaffung wird jeder Sitzplatz einzeln berechnet.
Wer ist Steffen Bilger?
Steffen Bilger ist Bundesverkehrsminister der Bundesrepublik Deutschland. Der CDU-Politiker ist für die Bereiche Straßen-, Schienen-, Luft- und Wasserverkehr sowie die Verkehrsinfrastruktur verantwortlich.
OZD-Extras
Die Petition zur Wiedereinführung der Familienreservierung zählt mit über 128.000 Unterstützern zu den erfolgreichsten aktuellen Mobilitäts-Petitionen in Deutschland. Sie zeigt, wie groß die Bedeutung familienfreundlicher Bahnangebote für viele Reisende ist.
Gewinnspiel
Wann schaffte die Deutsche Bahn die Familienreservierung im Fernverkehr ab?
A) Juni 2025
B) Januar 2024
C) März 2026
D) Dezember 2023
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.