Fakten im Überblick
Jürgen Klopp hat für seine ersten vier Spiele als Bundestrainer insgesamt 44 Spieler in zwei Kader berufen.
16 nominierte Profis haben bislang noch kein A-Länderspiel für Deutschland absolviert.
Deutschland trifft zwischen dem 24. September und 4. Oktober in der Nations League auf die Niederlande, zweimal Griechenland und Serbien.
Jürgen Klopp beginnt seine Amtszeit als Bundestrainer mit einem außergewöhnlichen personellen Experiment. Für seine ersten vier Länderspiele hat der 59-Jährige insgesamt 44 Fußballprofis nominiert und das riesige Aufgebot auf zwei Kader verteilt.
16 der berufenen Spieler warten noch auf ihr Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft. Gleichzeitig fehlen prominente Namen wie Leroy Sané und Deniz Undav.
Klopp macht damit bereits bei seiner ersten Nominierung deutlich, dass nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft ein neuer Konkurrenzkampf beginnen soll.
Die erste Auswahl umfasst 24 Spieler und bestreitet die Nations-League-Partien gegen die Niederlande am 24. September in Amsterdam sowie gegen Griechenland am 27. September in Augsburg.
Danach reist ein großer Teil der Mannschaft zu seinen Vereinen zurück.
Für die Begegnungen mit Serbien am 1. Oktober in München und Griechenland am 4. Oktober in Thessaloniki rücken zahlreiche andere Spieler nach.
Klopp setzt damit auf ein Jobsharing-Modell, das ihm innerhalb weniger Tage einen unmittelbaren Eindruck von deutlich mehr Spielern ermöglicht als bei einem klassischen Länderspielfenster.
Der erste Kader besitzt dabei mehr etablierte Kräfte.
Kapitän Joshua Kimmich gehört ebenso dazu wie Jamal Musiala, Kai Havertz, Serge Gnabry, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und Felix Nmecha.
Im Tor kehrt Marc-André ter Stegen zurück. Nach 15 Monaten ist der langjährige Nationaltorhüter wieder Teil des DFB-Aufgebots.
Neben ter Stegen stehen Finn Dahmen und Alexander Nübel im ersten Kader.
In der Abwehr setzt Klopp auf eine Mischung aus Erfahrung und neuen Gesichtern. Hennes Behrens vom FC Augsburg, Max Rosenfelder und Philipp Treu vom SC Freiburg gehören zu den Spielern, die auf ihr erstes A-Länderspiel hoffen dürfen.
Im Mittelfeld erhält Bambasé Conté von der TSG Hoffenheim seine Chance. Auch Yannik Engelhardt vom SC Freiburg gehört zu den neuen Gesichtern.
Im Angriff fällt besonders die Nominierung von Younes Ebnoutalib von Eintracht Frankfurt auf.
Daneben steht mit Kai Havertz ein international erfahrener Offensivspieler im ersten Aufgebot.
Der zweite Kader besitzt ebenfalls prominente Namen, ist aber noch stärker von Spielern geprägt, die sich unter Klopp neu beweisen sollen.
Florian Wirtz vom FC Liverpool gehört ebenso dazu wie Said El Mala vom 1. FC Köln, Aleksandar Pavlovic von Bayern München und Nick Woltemade von Juventus Turin.
Hinzu kommen unter anderem Mika Baur von Celtic Glasgow, Vitaly Janelt vom FC Brentford, Felix Keidel vom SV Elversberg, Finn Jeltsch vom VfB Stuttgart und Derry Scherhant vom SC Freiburg.
Fünf Torhüter verteilen sich insgesamt auf die beiden Aufgebote. Neben ter Stegen, Nübel und Dahmen nominierte Klopp Noah Atubolu und Jonas Urbig.
Dahmen ist dabei für beide Kader vorgesehen.
Auffällig ist zugleich, wer fehlt.
Klopp verzichtet auf Deniz Undav und Leroy Sané. Auch Oliver Baumann und Pascal Groß wurden nicht berufen.
Leon Goretzka fehlt verletzt, Angelo Stiller ist angeschlagen. Jamie Leweling gehört ebenfalls nicht zu den beiden Aufgeboten.
Zudem hat sich die Nationalmannschaft nach dem jüngsten WM-Turnier personell verändert. Manuel Neuer und Antonio Rüdiger stehen nach ihren Rücktritten nicht mehr zur Verfügung.
Damit beginnt für Klopp nicht nur eine neue Amtszeit, sondern auch der Umbau einer Mannschaft, die sich in den kommenden Jahren neu formieren muss.
Die ungewöhnliche Größe des Kaders ist dabei Teil des Plans.
Klopp will innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Spieler persönlich erleben, mit ihnen trainieren und beobachten, wie sie sich im Umfeld der Nationalmannschaft verhalten.
Der neue Bundestrainer richtet seinen Blick damit nicht allein auf die nächsten vier Nations-League-Spiele. Die Auswahl soll zugleich Erkenntnisse für die kommenden zwei bis drei Jahre liefern.
Deutschland startet am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande.
Drei Tage später folgt in Augsburg das Heimspiel gegen Griechenland.
Danach erfolgt der große Personalwechsel.
Am 1. Oktober empfängt die DFB-Auswahl Serbien in München. Den Abschluss dieses außergewöhnlichen Länderspielfensters bildet am 4. Oktober das Auswärtsspiel gegen Griechenland in Thessaloniki.
Für viele der 44 nominierten Profis beginnt damit ein neuer Konkurrenzkampf.
Für 16 von ihnen könnte daraus sogar das erste A-Länderspiel ihrer Karriere werden.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Klopp öffnet die Tür so weit wie selten zuvor
44 Spieler für vier Länderspiele sind ein außergewöhnlicher Ansatz. Klopp entscheidet sich damit gegen einen möglichst kleinen Kreis und für eine breite Bestandsaufnahme.
Sportlich hat dieses Modell Chancen und Risiken.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Der neue Bundestrainer kann innerhalb weniger Tage eine große Zahl von Spielern im Training erleben. Gerade Profis, die bisher kaum oder gar nicht im Mittelpunkt der Nationalmannschaft standen, bekommen eine Gelegenheit, sich unmittelbar zu präsentieren.
Die Kehrseite ist die begrenzte gemeinsame Zeit. Eine Nationalmannschaft benötigt Automatismen, Rollenverteilung und eingespielte Abläufe. Zwei unterschiedliche Kader erschweren es zunächst, solche Strukturen zu entwickeln.
Klopp setzt deshalb in seiner ersten Phase offenbar stärker auf Erkenntnisgewinn als auf einen möglichst kleinen Stamm.
Für etablierte Spieler entsteht gleichzeitig neuer Konkurrenzdruck. Namen und frühere Verdienste allein garantieren keinen Platz.
Die vier Nations-League-Spiele werden zeigen, welche Spieler sich unter den neuen Bedingungen empfehlen. Eine dauerhafte Hierarchie lässt sich aus der ersten Nominierung jedoch noch nicht ableiten.
Die realistische Prognose: Der Kreis von 44 Spielern dürfte langfristig wieder deutlich kleiner werden. Dieses erste Länderspielfenster bietet Klopp vor allem die Möglichkeit, seine Auswahl auf Grundlage eigener Eindrücke zu schärfen.
Historischer Hintergrund
Jürgen Klopp gehört seit vielen Jahren zu den international bekanntesten deutschen Fußballtrainern.
Seinen Durchbruch als Trainer feierte er beim FSV Mainz 05. Mit Borussia Dortmund gewann er zweimal die deutsche Meisterschaft und 2012 den DFB-Pokal.
International prägte Klopp anschließend eine Ära beim FC Liverpool.
Mit dem englischen Traditionsklub gewann er unter anderem die Champions League und die englische Meisterschaft.
Als Bundestrainer steht Klopp nun vor einer völlig anderen Aufgabe.
Im Vereinsfußball kann ein Trainer nahezu täglich mit seinen Spielern arbeiten. Bei einer Nationalmannschaft bleiben zwischen den Länderspielen dagegen oft nur wenige Trainingseinheiten.
Das erklärt auch die besondere Bedeutung seiner ersten Kadernominierung.
Klopp muss nicht nur eine Mannschaft aufstellen, sondern innerhalb kurzer Zeit entscheiden, welche Spieler langfristig zu seinem Kern gehören können.
Mit der Aufteilung auf zwei Kader versucht er, diese Kennenlernphase deutlich zu verbreitern.
Zukunftsprognose
Sportlich dürften die kommenden vier Begegnungen vor allem für die interne Hierarchie der Nationalmannschaft wichtig werden.
Spieler wie Hennes Behrens, Bambasé Conté, Younes Ebnoutalib, Felix Keidel oder Mika Baur erhalten eine seltene Gelegenheit, sich im unmittelbaren Umfeld der A-Nationalmannschaft zu zeigen.
Für etablierte Profis steigt gleichzeitig der Konkurrenzdruck.
Auch Marc-André ter Stegen steht besonders im Fokus. Seine Rückkehr nach 15 Monaten eröffnet die nächste Phase der deutschen Torhüterfrage.
International werden vor allem die Spiele gegen die Niederlande und Serbien wichtige sportliche Gradmesser innerhalb der Nations-League-Gruppe sein.
Wirtschaftlich besitzt die deutsche Nationalmannschaft weiterhin erhebliche Bedeutung für Sponsoren, Ausrüster, Fernsehsender und den DFB. Ein personeller Neustart mit zahlreichen jungen Spielern kann zudem den Marktwert einzelner Profis beeinflussen, wenn sie sich dauerhaft auf internationaler Ebene etablieren.
Für börsennotierte Sportartikelhersteller oder Medienunternehmen sind einzelne Nominierungen allerdings normalerweise kein wesentlicher Kurstreiber. Wirtschaftlich entscheidender sind langfristig Turniererfolge, Reichweiten, Sponsoringverträge und Vermarktungserlöse.
Wer ist Jürgen Klopp?
Jürgen Klopp ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Bundesligaspieler. Bekannt wurde er als Trainer des FSV Mainz 05, von Borussia Dortmund und des FC Liverpool. 2026 übernahm er die deutsche Nationalmannschaft.
Warum nominiert Klopp gleich zwei Kader?
Der Bundestrainer will möglichst viele Spieler innerhalb kurzer Zeit persönlich kennenlernen. Nach den ersten beiden Nations-League-Partien reist ein großer Teil des ersten Kaders ab und Spieler aus dem zweiten Aufgebot übernehmen.
Wie viele mögliche Debütanten sind dabei?
Insgesamt stehen 16 Spieler im 44-köpfigen Gesamtaufgebot, die bislang noch kein A-Länderspiel absolviert haben.
Warum sind Leroy Sané und Deniz Undav nicht dabei?
Klopp hat beide Spieler für sein erstes Aufgebot nicht nominiert. Eine Nichtnominierung für dieses Länderspielfenster bedeutet nicht automatisch eine endgültige Entscheidung über ihre weitere Nationalmannschaftskarriere.
Welche Rolle spielt Marc-André ter Stegen?
Der Torhüter kehrt nach 15 Monaten ins DFB-Aufgebot zurück und gehört zum ersten Kader für die Spiele gegen die Niederlande und Griechenland. Seine weitere Rolle in der neuen Hierarchie wird besonders aufmerksam verfolgt.
OZD-Extra – Klopps XXL-Kader im Überblick
Kader 1 für die Spiele gegen die Niederlande und Griechenland:
Tor: Finn Dahmen, Alexander Nübel, Marc-André ter Stegen.
Abwehr: Hennes Behrens, Yann Aurel Bisseck, Nathaniel Brown, Max Rosenfelder, Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah, Philipp Treu, Josha Vagnoman.
Mittelfeld: Nadiem Amiri, Bambasé Conté, Yannik Engelhardt, Chris Führich, Serge Gnabry, Lennart Karl, Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Felix Nmecha, Kevin Schade, Anton Stach.
Angriff: Younes Ebnoutalib, Kai Havertz.
Kader 2 für die Spiele gegen Serbien und Griechenland:
Tor: Noah Atubolu, Finn Dahmen, Jonas Urbig.
Abwehr: Waldemar Anton, Ridle Baku, Finn Jeltsch, Maximilian Mittelstädt, David Raum, Malick Thiaw.
Mittelfeld: Karim Adeyemi, Mika Baur, Tom Bischof, Said El Mala, Brajan Gruda, Vitaly Janelt, Felix Keidel, Aleksandar Pavlovic, Derry Scherhant, Florian Wirtz.
Angriff: Jonathan Burkardt, Nick Woltemade.
Eine Besonderheit ist Finn Dahmen: Der Torhüter des FC Augsburg gehört zu beiden Kadern und ist damit über das gesamte Länderspielfenster eingeplant.
Auch für die Vereine ist Klopps Modell interessant. Viele Nationalspieler müssen nicht alle vier Begegnungen absolvieren und können nach zwei Partien zu ihren Klubs zurückkehren. Das kann angesichts des dichten internationalen Spielkalenders die Belastungssteuerung erleichtern.
Gewinnspiel
Wie viele Spieler hat Jürgen Klopp für seine ersten vier Nations-League-Spiele insgesamt nominiert?
A: 32
B: 36
C: 40
D: 44
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.