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Dritter Malaria-Toter in Frankfurt: Sorge nach Infektionen nahe dem Flughafe

Nach ungewöhnlichen Malariafällen rund um den Frankfurter Flughafen ist ein weiterer Mensch gestorben. Behörden beobachten die Lage – das allgemeine Risiko gilt als sehr gering.

Fakten im Überblick

Ein an Malaria tropica erkrankter Mensch aus dem Frankfurter Stadtteil Schwanheim ist gestorben.

Seit Anfang Juli wurden sechs Fälle bei Flughafenmitarbeitern sowie zwei weitere Infektionen bei Menschen aus dem Umfeld des Flughafens bekannt.

Das Frankfurter Gesundheitsamt schätzt die Gefahr für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als sehr gering ein.

Nach mehreren ungewöhnlichen Malariafällen rund um den Frankfurter Flughafen ist ein weiterer erkrankter Mensch gestorben. Die betroffene Person lebte im Stadtteil Schwanheim in unmittelbarer Nähe zum größten deutschen Flughafen, wie die Stadt Frankfurt am Main mitteilte.

Damit steigt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem aktuellen Malaria-Geschehen auf drei.

Seit Anfang Juli waren zunächst sechs Menschen erkrankt, die beruflich am Frankfurter Flughafen tätig waren. Zwei von ihnen starben. Keine dieser Personen hatte zuvor ein Malaria-Endemiegebiet bereist.

Am Dienstag meldete die Stadt Frankfurt zwei weitere Fälle im nahe gelegenen Stadtteil Schwanheim.

Beide Betroffenen stammten aus unterschiedlichen Haushalten, arbeiteten nicht am Flughafen und waren zuvor ebenfalls nicht in einem Malaria-Endemiegebiet gewesen. Bei ihnen wurde der Erreger Plasmodium falciparum nachgewiesen, der Malaria tropica verursacht.

Eine der beiden Personen ist nun gestorben.

Wie genau sich die Menschen infiziert haben, wird weiter untersucht.

Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts liegt die Vermutung nahe, dass infizierte Anophelesmücken mit Flugzeugen nach Deutschland gelangt sein könnten.

Bei der sogenannten Flughafenmalaria werden Malariaerreger nicht während einer Reise in ein Endemiegebiet übertragen. Stattdessen können infizierte Mücken mit Flugzeugen oder Gepäck eingeschleppt werden und anschließend Menschen am Flughafen oder in dessen Umgebung stechen.

Das Gesundheitsamt betont, dass Malaria im normalen Alltagskontakt nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Für die klassische Übertragung ist der Stich einer infizierten Mücke erforderlich.

Seit Wochenbeginn wurden nach Angaben der Stadt keine weiteren Fälle gemeldet.

Die Gefahr für die Allgemeinbevölkerung werde weiterhin als sehr gering eingeschätzt.

Dennoch haben die Behörden ihre Überwachung ausgeweitet. Am Frankfurter Flughafen wurden Mückenfallen aufgestellt. Das Monitoring und die Bekämpfung möglicher Brutstätten wurden auf Schwanheim ausgeweitet.

Bislang wurden nach Angaben des Gesundheitsamts keine Anophelesmücken in den Fallen festgestellt.

Besonders wichtig ist nun die Aufmerksamkeit von Ärzten und Kliniken.

Mediziner sollen bei Menschen mit unklarem Fieber eine Malariainfektion auch dann in Betracht ziehen, wenn keine Reise in ein Malariagebiet vorausgegangen ist.

Das gilt insbesondere für Menschen, die am Frankfurter Flughafen oder in dessen Umgebung arbeiten, sich dort regelmäßig aufhalten oder in der Nähe wohnen.

Mögliche Symptome sind neben Fieber unter anderem Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden.

Bei einer frühen Diagnose und schnell eingeleiteten Behandlung ist Malaria nach Angaben des Gesundheitsamts gut und vollständig behandelbar.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Aufmerksamkeit statt Alarm

Drei Todesfälle machen deutlich, dass Malaria tropica eine schwere Erkrankung sein kann. Daraus folgt jedoch nicht automatisch ein hohes Infektionsrisiko für die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet.

Die entscheidende Information lautet: Malaria verbreitet sich nicht wie Grippe oder Covid-19 durch normalen Kontakt zwischen Menschen.

Das Gesundheitsamt bewertet die Gefahr für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als sehr gering.

Umso wichtiger ist ein anderer Punkt: In Deutschland rechnen Patienten und Ärzte bei Fieber ohne vorherige Tropenreise normalerweise nicht sofort mit Malaria.

Genau dadurch kann wertvolle Zeit verloren gehen.

Die Konsequenz aus den Fällen rund um Frankfurt muss deshalb vor allem erhöhte medizinische Aufmerksamkeit sein. Wer in Flughafennähe lebt oder arbeitet und plötzlich unter hohem oder unklarem Fieber leidet, sollte diesen Zusammenhang beim Arzt ausdrücklich erwähnen.

Die realistische Prognose: Das intensive Mückenmonitoring rund um Flughafen und Schwanheim dürfte zunächst fortgesetzt werden. Entscheidend wird sein, ob weitere Infektionen auftreten und ob die laufenden Untersuchungen eine gemeinsame Quelle der Fälle nachweisen können.

Historischer Hintergrund

Malaria kommt in Deutschland normalerweise vor allem bei Menschen vor, die sich während einer Reise in tropischen oder subtropischen Regionen infiziert haben.

Eine besondere Ausnahme ist die sogenannte Flughafenmalaria.

Dabei können infizierte Anophelesmücken unbemerkt in Flugzeugen oder Gepäck aus Malariagebieten nach Europa gelangen.

Solche Ereignisse sind selten.

Frankfurt ist aufgrund seines großen internationalen Flughafens bereits früher mit entsprechenden Fällen in Verbindung gebracht worden.

Auch in Belgien sorgte 2020 ein ungewöhnlicher Fall für Aufmerksamkeit. Dort gingen Experten davon aus, dass eine eingeschleppte infektiöse Mücke mehrere Kilometer vom Flughafen entfernt Menschen infiziert haben könnte.

Was ist Malaria tropica?

Malaria tropica ist die gefährlichste Form der Malaria.

Verursacht wird sie durch den Parasiten Plasmodium falciparum.

Typische Beschwerden können Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Probleme sein.

Unbehandelt kann die Erkrankung schwer verlaufen und lebensbedrohlich werden.

Bei rechtzeitiger Diagnose stehen wirksame Medikamente zur Verfügung.

Was ist Flughafenmalaria?

Von Flughafenmalaria sprechen Fachleute, wenn sich ein Mensch mit Malaria infiziert, obwohl er selbst kein Malariagebiet besucht hat und die Übertragung vermutlich durch eine eingeschleppte infizierte Mücke im Umfeld eines Flughafens erfolgte.

Die Mücke kann beispielsweise mit einem internationalen Flug nach Europa gelangen.

Nach der Landung kann sie Menschen am Flughafen oder in dessen Umgebung stechen.

Kann Malaria von Mensch zu Mensch übertragen werden?

Im normalen Alltagskontakt nicht.

Malaria wird üblicherweise durch den Stich infizierter Anophelesmücken übertragen.

Deshalb müssen Familienangehörige, Kollegen oder Nachbarn eines Erkrankten allein wegen des persönlichen Kontakts keine Infektion befürchten.

Welche Symptome sind wichtig?

Besonders typisch ist Fieber.

Daneben können Schüttelfrost, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Das Gesundheitsamt empfiehlt Menschen aus dem Umfeld des Frankfurter Flughafens, bei entsprechenden Beschwerden zeitnah ärztlichen Rat einzuholen und auf ihren Wohn- oder Arbeitsort hinzuweisen.

OZD-Extra – Mückenfallen jetzt auch in Schwanheim

Die Behörden suchen aktiv nach möglichen Überträgermücken.

Am Frankfurter Flughafen stehen Mückenfallen, die regelmäßig ausgewertet werden. Nach den neuen Fällen wurde das Monitoring auf den Stadtteil Schwanheim ausgeweitet.

Auch mögliche Brutstätten werden dort verstärkt kontrolliert und bekämpft.

Bislang wurde nach Angaben des Gesundheitsamts keine Anophelesmücke nachgewiesen.

Das ist für die weitere Bewertung wichtig: Noch ist nicht abschließend geklärt, ob sämtliche aktuellen Infektionen tatsächlich auf dieselbe Quelle zurückgehen.

Laboruntersuchungen sollen Hinweise darauf liefern.

Gewinnspiel

Wie wird Malaria hauptsächlich übertragen?

A: Durch Händeschütteln

B: Durch den Stich einer infizierten Mücke

C: Durch Husten und Niesen

D: Durch gemeinsames Essen

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.